Bahn-WM Countdown läuft: Berlin bietet Bahnradsport vom Feinsten

Bahn-WM Countdown läuft: Berlin bietet Bahnradsport vom Feinsten

 
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BM 24 Februar 2020

Noch zwei Tage und dann beginnen im Berliner Velodrom die Bahnradsport-Weltmeisterschaften mit nahezu 400 Radsportler-/innen aus 45 Nationen, die in jeweils zehn Wettbewerben für Frauen und Männer um die begehrten Weltmeistertrikots kämpfen werden. Kurzfristig gab es noch eine Absage durch das Team von Indonesien, das kein Visum erhielt. Unabhängig davon und im Hinblick auf die noch in diesem Jahr stattfindenden Olympischen Spiele in Japan trifft sich in der Hauptstadt die komplette Weltelite des Bahnradsports, die hier noch wichtige Qualifikationspunkte für Tokio einfahren kann. Eine letzte Pressekonferenz in den Räumen des Velodroms, an der u.a. die bestens austrainierten deutschen Medaillenhoffnungen Franziska Brauße, Eric Engler und Roger Kluge teilnahmen, gab Aufschluss über den Stand der Vorbereitungen und vor allem aber auch über die Chancen der deutschen Starter vor heimischer Kulisse.

Pressesprecher Thomas Juschus begrüßte auch den Vizepräsident Leistungssport des Bund Deutscher Radfahrer (BDR) Günter Schabel und den Projektleiter der UCI Bahnradsport Weltmeisterschaft 2020 Burckhard Bremer, der sich optimistisch für die kommenden Tage äußerte: „Der Vorverkauf läuft gut, so dass insbesondere von Freitag bis Sonntag ein sehr gut besuchtes Velodrom zu erwarten ist. In Bezug auf die Teilnehmer aus China, die seit drei Wochen in Grenchen in der Schweiz trainieren, haben wir keine größeren Bedenken hinsichtlich des Virus Covid-19, stehen aber mit dem Robert Koch-Institut diesbezüglich in enger Verbindung“, sieht sich der Projektleiter auf der sicheren Seite, der ggfs. auch Desinfektionsmittel zur Verfügung stellen kann. Bedauern äußerte er hinsichtlich der TV-Präsenz der Öffentlich-Rechtlichen, wo das ZDF nur am Schlusstag von den Weltmeisterschaften berichten wird. Wintersport, insbesondere Biathlon lassen grüßen!

Insgesamt wird der BDR mit 23 Sportlern bei der Heim-WM vertreten sein, die das letztjährige Ergebnis von einer Gold-, zwei Silber- und drei Bronzemedaillen zwar durchaus im Visier haben werden, aber laut Günter Schabel haben die Medaillen nicht unbedingt Priorität. „Wir haben keine  Zielvorgabe in dieser Hinsicht, vielmehr steht die endgültige Qualifikation für die Olympischen Spiele in Tokio im Vordergrund. Chancen auf Medaillen sind aber durchaus vorhanden, wie zum Beispiel im Teamsprint der Frauen oder im Madison der Männer“, strahlte der Vizepräsident verhaltenen Optimismus aus. 

Die anwesenden Athleten lehnten sich mit ihren Prognosen auch nicht allzu weit aus dem Fenster, aber verbreiteten durchaus Hoffnung auf einige Podiumsplatzierungen. Mit einem Leistungssportler wie Roger Kluge, der gerade mit einem 7. und 8. Platz auf der ersten bzw. dritten Etappe der Volta ao Algarve nach Berlin zurückgekehrt ist, ist immer zu rechnen und deshalb sollte die Titelverteidigung im Madison mit Theo Reinhardt keine Utopie sein. „Der vorzeitige Ausstieg bei der Algarve-Rundfahrt war auch im Hinblick auf die bevorstehende WM geplant. Dennoch waren die beiden Top Ten Platzierungen gut für die Moral mit toller Unterstützung meines Teams, nachdem für mich schon der Winter planmäßig verlaufen war. Mein Team hat 150 Plätze für die Fans gekauft, dazu wird meine Familie im Velodrom anwesend sein, was mir sicherlich noch einen zusätzlichen Schub geben wird. Der Hattrick bzw. das Triple wäre bei ähnlicher Atmosphäre wie beim Sechstagerennen und dann noch vor heimischer Kulisse sicherlich eine tolle Sache, aber Hauptziel bleibt in diesem Jahr Tokio“, gab Roger Kluge zu Protokoll. 

Franziska Brauße, amtierende Europameisterin in der Einerverfolgung und Radsportlerin des vergangenen Jahres, äußerte sich ebenfalls etwas zurückhaltend: „Eine Medaille in der Mannschaftsverfolgung wäre natürlich schön, aber dazu werden wir in jedem Lauf Vollgas fahren müssen. Ein neuer deutscher Rekord wird bestimmt nötig sein, um hier etwas zu reißen“,  gab die sympathische Sportlerin zu verstehen, die in Berlin auch noch in der Einerverfolgung und im Madison mit Lisa Klein am Start stehen wird. Das wird zu einer Mammutaufgabe, denn beide Wettbewerbe werden an einem Tag – Samstag - stattfinden! Ob ihre Kräfte für die Tage im Velodrom ausreichen, bleibt zunächst abzuwarten, denn auch für das Scratchrennen ist ihr Start vorgesehen. 

Auf Eric Engler kommt eine ganz spezielle Aufgabe als Anfahrer im Teamsprint zu, wo diese Position bis zuletzt äußerst umstritten war. Jetzt heißt es nicht nur für den Cottbuser Farbe bekennen und es scheint, dass auf ihn Verlaß ist, der seine Zeiten als Anfahrer zuletzt stetig verbessert hat. Mit  Maximilian Levy und Stefan Bötticher ist ihm bei optimalem Verlauf einiges zuzutrauen, wenngleich eine Medaille schwer zu erringen sein wird. „Wir zählen nicht zu den Favoriten und so wird erst einmal ein Platz unter die ersten Acht angepeilt. Dann wird man sehen, was noch möglich ist. Ich hoffe, mich technisch und kräftemäßig weiter verbessert zu haben, aber letztlich bleibt Olympia unser gemeinsames Ziel“, so der 28-jährige Sprinter, der zuletzt 2017 beim Weltcup in Cali im Teamsprint siegreich war.

Es kann losgehen mit der Bahn-Weltmeisterschaft im Velodrom, wo schon eifrig Trainingsrunden absolviert werden. Wir werden täglich Bericht erstatten und dabei unser Hauptaugenmerk auf unsere Berliner Teilnehmer richten. Mit Maximilian Beyer im Scratchrennen und Moritz Malcharek im Punkterennen sowie Roger Kluge und Theo Reinhardt im Madison sind zumindest Letztere auf Medaillenkurs. Für Roger Kluge im Omnium und Theo Reinhardt in der Mannschaftsverfolgung bieten sich noch weitere Gelegenheiten, um vor heimischer Kulisse für Furore zu sorgen.

Bericht: Bernd Mülle

Fotos: Arne Mill / frontalvision.com

 

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