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56. Bremer Sixdays bieten Sport und Unterhaltung vom Feinsten

 
5.0 (7)
BM 07 Januar 2020

Es ist wieder soweit: auch das neue Jahrzehnt beginnt in Bremen wie schon seit 1965 üblich mit dem beliebten Sechstagerennen, bei dem wie immer auf eine gute Mischung aus Sport und Unterhaltung Wert gelegt wird. Während in anderen, ehemaligen Sechstagemetropolen in Deutschland wie Dortmund, Köln, Frankfurt/Main, München, Stuttgart oder Münster längst die Lichter ausgegangen sind, ist Bremen, neben dem ältesten Sechstagerennen der Welt in Berlin, der einzige deutsche Veranstalter eines derartigen Events, das immer wieder die Fans in den Bann zieht.

Hier in Bremen und auch in Berlin erübrigt sich die Frage, ob Sechstagerennen noch zeitgemäß sind. Waren es früher 145 Stunden, die die Radsportler auf den Lattenovalen im In- und Ausland an sechs Tagen verbrachten und dabei immer ein Fahrer rund um die Uhr auf der Bahn präsent sein musste, so hat sich in der Neuzeit doch einiges gewaltig verändert. Die früher langen und spannenden Jagden gibt es heute nicht mehr, das Klassement wird heute mehr denn je durch viele Sonderwettbewerbe gemacht, die aber durchaus für die Zuschauer spektakulär daherkommen. Punktefahren, Ausscheidungsrennen, Dernyrennen oder Rundenrekordfahren bieten ein breites Spektrum, das für nötige Spannung und Stimmung sorgt.

Ab Donnerstag, den 09. Januar 2020, drehen sich wieder die Räder in der ÖVB-Arena, nachdem das Sechstagerennen von Rotterdam den Anfang in diesem neuen Jahr gemacht hat. Die Veranstalter in Bremen, an der Spitze mit dem Sportlichen Leiter und Vizepräsidenten des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) Erik Weispfennig, haben ein illustres Starterfeld engagiert, angeführt von dem derzeit erfolgreichsten Sechstagefahrer Kenny de Ketele aus Belgien, der hier zuletzt 2016 mit Christian Grasmann und 2018 mit Theo Reinhardt siegreich war. Für seine beiden Partner war es der jeweils erste Erfolg bei einem Sechstagerennen und so hofft sein diesjähriger Partner, der erfolgreiche deutsche Straßenprofi Nils Politt, dass auch ihm es bei seinem insgesamt erst dritten Start bei einem Sechstagerennen vergönnt ist, zumindest aufs Podium zu fahren. 

Das Fahrerfeld ist sehr ausgeglichen besetzt und so verspricht das Rennen einiges an Spannung mit Teams wie Theo Reinhardt aus Berlin, amtierender Weltmeister im Madison, an der Seite des Franzosen Morgan Kneisky oder auch Andreas Graf/Marc Hester aus Österreich und Dänemark. Auf zwei  deutsche Fahrer darf man auch gespannt sein, die mit prominenten Ausländern an den Start gehen: so fährt Leon Rohde mit dem Belgier Moreno de Pauw und Domenic Weinstein mit dem Niederländer Wim Stroetinga. Mit 7 Siegen bei bislang 26 Starts und 5 Siegen bei 56 Starts verfügen der Belgier und der Niederländer über ausreichend Sechstageerfahrung, die den beiden Deutschen nützlich sein kann. Auch die Paarung Tristan Marguet aus der Schweiz mit dem sich zuletzt in guter Form präsentierenden Berliner Maximilian Beyer ist zu beachten, zumal der Schweizer gerade im letzten Jahr an der Seite des Italieners Simone Consonni mit Platz drei ein überragendes Rennen fuhr und sich auf dem Bremer Lattenoval offensichtlich immer sehr wohl fühlt.

Bremen bietet aber nicht nur für die Profis und Sprinter Radsport, auch der Nachwuchs bekommt hier wie in all den Jahren zuvor ausreichend Beschäftigung. Ab Freitag starten im Elite Cup Fahrer, die überwiegend der Altersklasse U 23 angehören, dann gibt es den Andy Kappes-Cup für die Klasse U 19, aber auch ein Omnium und Madison für Frauen und Rennen für Jedermann dürfen in der Hansestadt ebenso nicht fehlen wie ein Wettbewerb für die Paracycler. Das sonstige Rahmenprogramm, seit Anfang an immer breiten Raum einnehmend, bietet für Jung und Alt eine Menge Unterhaltung, eine bunte Mischung, die die Gäste aus dem Umland und auch dem Nachbarland Dänemark immer wieder anzieht.

 

So ist auch in diesem Jahr das musikalische Angebot wieder breit gefächert mit Rock, Pop, Soul und Schlager, das mit Live-Acts auch in drei weiteren Hallen die Stimmung anheizt. Auch DJ Toddy wird wieder bis in den frühen Morgenstunden im Einsatz sein und dabei u.a. die Bremer Coverband Afterburner präsentieren. Auch lateinamerikanische Rhythmen von Marquess werden in der ÖVB-Arena am Montag für die nötige Stimmung sorgen. 

Einzigartig in Bremen ist der Tag der Schulen, der am Montagvormittag wieder zahlreiche Kids kostenfrei in die Halle locken wird. Neben einem interessanten Sportprogramm, das insbesondere von Nachwuchsfahrern bestritten wird, werden in den Rennpausen erfolgreiche Sportler wie zum Beispiel Sprintstar Robert Förstemann mit den jungen Gästen Erfahrungen austauschen und vielleicht dabei den einen oder anderen Jugendlichen für diese so spektakuläre Sportart zu animieren. 

Der Startschuss im Zeichen der zwei Städte Bremen und Bremerhaven erfolgt stellvertretend für die SAIL Bremerhaven durch Kapitän Morten Hansen, der dabei von Christopher von Deylen als Leiter und Gesicht des Musikprojekts Schiller unterstützt wird. Man kann davon ausgehen, dass die Verantwortlichen alles getan haben, um erneut den Zuschauern ein Spektakel zu bieten, das ihnen noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Nachtrag: Domenic Weinstein fällt krankheitsbedingt aus! Zwei Tage vor Beginn musste er seinen ersten Start in Bremen wegen Knieprobleme absagen. Für ihn fährt der Schweizer Nico Selenati an der Seite des Niederländers Wim Stroetinga.

Text: Bernd Mülle

Fotos: Arne Mill, Marco Bertram, frontalvision.com

> Alle Fotos von den Bremer Sixdays 2020

 

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Radrennen-Art:
Six Days
Name des Radrennens
Sixdays Bremen
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Radsport-Journalismus der Extraklasse

Moin Moin!

Beim Lesen des tollen Vorberichtes zur 56. Austragung des Bremer Sechstagerennens 2020 kann einem schon mal die Luft ausgehen, weil hinter jedem Komma gefühlt noch eine weitere lange Runde mit Worten eingeläutet wird. Dennoch wünsche ich dem Experten und mittlerweile 71jährigen Bernd Mülle weitere faszinierende Texte und tolle Berichterstattungen für die kommenden Jahre. Allet Jute Bernte!

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