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Silber für Pierre Senska bei Paracycling-WM im Straßenrennen

 
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BM 19 September 2019
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Mit insgesamt 19 Medaillen kehrten die deutschen Para-Cycler von den Straßenweltmeisterschaften in Emmen/Niederlande zurück und unterstrichen einmal mehr ihre internationale Konkurrenzfähigkeit. Zu den jeweils acht Gold- und Silbermedaillen kamen noch drei Bronzemedaillen hinzu, die die Erwartungen des Bundestrainers Tobias Bachsteffel mehr als erfüllten. „Im Hinblick auf die im kommenden Jahr folgenden Paralympics in Tokio sind wir auf einem guten Weg“, war das Fazit des Bundestrainers optimistisch. Nur die Australier waren mit neun Goldmedaillen besser als die deutschen Athleten, wenngleich sie mit 15 Medaillen eine geringere Ausbeute zu verzeichnen hatten. Nur auf Platz sechs des Medaillenspiegels lagen die US-Amerikaner, die mit 21 Medaillen zwar die meisten holten, aber nur vier Goldmedaillen errangen.

Wie so oft schon in der Vergangenheit war auch in diesem Jahr wieder Pierre Senska an der Medaillenausbeute beteiligt, der seit dem Jahre 2006 auf Bahn und Straße bei Weltmeisterschaften große Erfolge in seiner Klasse C1 verbuchen konnte und es dabei auf sieben Weltmeistertitel gebracht hat. Der 31-jährige gebürtige Berliner leidet an Muskelschwund an den Unterschenkeln mit der Folge steifer Fußgelenke. Auf ärztliches Anraten begann er als er 14 Jahre alt war mit Sport und fand dabei den Weg zum Radsport, wo er außer seinen WM-Titeln noch insgesamt viermal Vize-Weltmeister wurde und dazu noch zwei Bronzemedaillen gewann. 

Der im Öffentlichen Dienst angestellte, jetzt für den BPRSV Cottbus startende Berliner blieb auch in diesem Jahr nicht ohne Medaille, wenngleich es zu einem Titelgewinn nicht langte. Zunächst war das Einzelzeitfahren angesagt mit 22 Startern, darunter waren aus Deutschland neben Pierre Senska noch der Titelverteidiger Michael Teuber und Erich Winkler dabei. Hinter dem neuen Weltmeister Aaron Keith aus den USA fuhr Michael Teuber dieses Mal zum Vize-Titel, während Erich Winkler und Pierre Senska die Plätze 7 und 8 belegten. „Mit Platz 8 bin ich nicht unzufrieden, obwohl ich mir einen Platz unter den Top Five vorgenommen hatte. Die Strecke war zu 95% flach, das Wetter optimal, für eine bessere Platzierung hätte ich über das Limit hinausgehen müssen, was an dem Tag leider nicht möglich war“, war Pierre Senska in der Nachbetrachtung nicht enttäuscht.  

Besser lief es für ihn dann im Straßenrennen, ohnehin eher der bevorzugte Wettbewerb des Berliners. Auf dem 7,4 km langen, nur leicht welligen Rundkurs, der neun Mal zu befahren war, hatten die gemeinsam startenden Fahrer der Klassen C1, C2 und C3 als größte Schwierigkeit etliche enge Kurven zu bewältigen, die auch zu verschiedenen Stürzen führten. Dieses Missgeschick passierte auch Pierre Senska etwa zur Hälfte des Rennens, so dass er sich mit Hilfe von Michael Teuber und auch dem C3-Fahrer Matthias Schindler mit äußerster Anstrengung wieder nach vorn kämpfte und dabei viel Kraft gelassen hatte. „Als der Spanier Ten Argiles 15 km vor dem Ziel attackierte, ging es für mich nur noch darum, eine Medaille abzusichern. Mit der Vize-Weltmeisterschaft hinter dem Spanier Ricardo Ten Argiles kann ich auch als Titelverteidiger gut leben und bin super glücklich“, äußerte sich Pierre Senska mehr als zufrieden, der den US-Amerikaner Aaron Keith und Michael Teuber auf die nächsten Plätze verwies. Für Erich Winkler sprang am Ende unter den 19 Platzierten ein 11. Platz heraus.

Wünschen wir dem sympathischen Pierre Senska für sein nächstes großes Ziel, die Teilnahme an den Paralympics im nächsten Jahr in Tokio, alles Gute in der Hoffnung, dass er als Medaillengewinner glänzen kann. Vielleicht ist es ihm vorher noch vergönnt, einmal im Rahmenprogramm der Six Day Berlin vor großem Publikum sein Können unter Beweis zu stellen, so wie es die Sechstageveranstalter von Bremen vorgemacht haben.

Bericht: Bernd Mülle  

Foto: privat

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