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Bahn-DM 2019: Starkes Finale im Berliner Velodrom

 
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BM 05 August 2019
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Am Schlusstag der Deutschen Bahnradsportmeisterschaften im Rahmen der Finals Berlin 2019 fielen noch einmal sieben Entscheidungen, darunter mit der 4.000 m Mannschaftsverfolgung der Männer und dem Scratchrennen der Frauen nur zwei Disziplinen des Ausdauerbereichs, der Rest war den schnellen Männern und Frauen sowie den jungen Athleten aus dem Nachwuchsbereich vorbehalten, die ihre Kräfte im Sprint und Keirin zu messen hatten. Die erste Entscheidung des Tages fiel im Scratchrennen der Frauen, wo sich etwas überraschend Michaela Ebert von WV Zeeuws Vlaanderen im Spurt gegen die bei diesen Meisterschaften überragende Franziska Brauße von WNT-Rotor Pro Cycling und Lena Charlotte Reißner vom SSV Gera durchsetzte und ihren ersten Meistertitel bei den Frauen errang.

Das zweite Finale des Tages in der Mannschaftsverfolgung der Männer machte das Team Heizomat rad-net.de unter sich aus. Die erste Mannschaft mit Felix Groß, Theo Reinhardt, Leon Rohde und Nils Schomber, die in der Qualifikation mit 4:01,560 Minuten Bestzeit gefahren war, steigerte sich im Finale auf gute 3:56,777 Minuten und holte sich den DM-Titel gegen die eigene zweite Mannschaft, die mit Maximilian Beyer, Calvin Dik, Jasper Frahm und Domenic Weinstein mit 3:59,038 Minuten ebenfalls unter vier Minuten blieb. Das LKT Team Brandenburg, das mit Richard Banusch, Henning Bommel, Moritz Malcharek und Sebastian Schmiedel Bronze holte, lag mit einer Zeit von 4:06,787 Minuten deutlich zurück.

„Vier Titel wären besser als drei gewesen, aber man will ja nicht vermessen sein“, diese Aussage von Theo Reinhardt zeigt aber deutlich, wie engagiert der Berliner einmal mehr in seiner Heimatstadt diese Meisterschaften in Angriff genommen hat. „Es war ein erster Höhepunkt im Hinblick auf die WM und die Olympischen Spiele in Tokio 2020, die für mich absolute Priorität haben. Ein Hattrick im Madison mit Roger Kluge vor der Haustür wäre natürlich toll, aber Tokio steht eindeutig an erster Stelle und sollte unser Highlight werden, wo das kleine Finale im Vierer vielleicht auch möglich ist. Wir sind auf einem guten Weg, haben hier ein Ausrufezeichen gesetzt und eine gute DM gefahren. Mit dem Bundestrainer muss noch hinsichtlich meiner Einsätze im Winter bei den Sixdays gesprochen werden, aber ich bin zuversichtlich, dass ich das eine oder andere Rennen fahren kann“, fuhr Theo Reinhardt fort, der hier in der Einzelverfolgung als Vizemeister mit 4:16,951 Minuten eine persönliche Bestzeit in der Qualifikation erzielt hatte.

Danach war der Kurzzeitbereich mit fünf Entscheidungen an der Reihe und die erste fiel dabei im Keirin der Junioren, wo sich Laurin Drescher vom ESV Lok Zwickau gegen Christian Röbel vom RSC Cottbus und Dominik Grimm vom Schweriner Sport Club den Titel des Deutschen Meisters sicherte. Bei der männlichen U 17 holte sich der überragende Willy Leonhard Weinrich vom TSV Breitenworbis seinen 4. Titel, davon drei bei der U 17, während er im Teamsprint der Junioren mit Julien Jäger vom RSC Turbine Erfurt und Dennis Kühn vom SSV Gera ebenfalls für den Landesverband Thüringen siegreich war. Der Hallensprecher titelte Willy Leonhard Weinrich als „König der U 17“ und dieser Titel schien maßgeschneidert, hatte er doch die maximal mögliche Ausbeute für sich erreicht. „Mit 10 Jahren habe ich mit dem Radsport begonnen und jetzt habe ich meinen 5. Meistertitel errungen, nachdem ich im Vorjahr das 500 m Zeitfahren schon gewonnen hatte. Dieses Jahr ist der bisherige Höhepunkt meiner Laufbahn, mehr geht nicht und ich bin zuversichtlich für die U 19, in der ich im nächsten Jahr starten werde“, erzählte uns der sympathische noch 15-jährige, der in Erfurt die Sportschule besucht und dort auch das Abitur im Visier hat.

Die Finals im Sprint der Juniorinnen und der Frauen standen dann noch auf dem Programm, bevor der Wettbewerb im Keirin der Männer den Abschluss dieser Titelkämpfe bildete. Bei den Juniorinnen gewann erneut die alle überragende Alessa-Catriona Pröpster vom RSC Ludwigshafen, die ebenfalls 4 Titel bei diesen Meisterschaften holte und Katharina Albers vom RV Dudenhofen und Christina Sperlich vom SV Sömmerda klar distanzierte. Nach einem WM-Trikot und zwei EM-Trikots nun endlich das noch fehlende DM-Trikot und das gleich in vierfacher Ausfertigung, war Alessa-Catriona Pröpster super happy und freut sich auf die kommende WM in Frankfurt/Oder. „Ein Titel dort wäre schon toll, aber die Konkurrenz wird stark sein“, äußerte die hier in Berlin herausragende Leistungen zeigende Ausnahmeathletin auf unsere Frage, ob sie die jetzt errungenen vier DM-Meistertrikots in die gleiche Anzahl WM-Trikots umsetzen möchte. 

Den Frauensprint entschied in spannenden drei Läufen Lea Sophie Friedrich vom Team Erdgas für sich, nachdem sie den ersten Lauf noch gegen Emma Hinze vom Track Team Brandenburg verloren hatte und danach eiserne Nerven bewies. Dritte wurde Miriam Welte vom 1. FC Kaiserslautern, die die vermeintlich schnellere Pauline Sophie Grabosch vom Team Erdgas in zwei Läufen mit cleverer Fahrweise auf den undankbaren 4. Platz verwies. Im Keirin der Männer gab es sogar einen Doppelsieg für das Team Erdgas durch einen sich in Berlin in toller Form präsentierenden Marc Jurczyk vor Maximilian Dörnbach und Eric Engler vom Track Team Brandenburg, der noch Bronze gewann, nachdem Stefan Bötticher vom Chemnitzer PSV wegen gefährlichen Fahrens distanziert wurde. Für Marc Jurczyk war es nach dem 1.000 m Zeitfahren und dem Teamsprint der dritte Titel hier im Velodrom, dazu noch ein zweiter Platz im Sprint, so dass er zum überragenden Kurzzeitathleten dieser Wettkämpfe avancierte. 

Der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) kann nach diesen Meisterschaften ein durchaus positives Fazit ziehen. In den Disziplinen der Elitefahrer der Frauen und Männer gab es Leistungen, mit denen man international konkurrieren kann und beim Nachwuchs haben sich vielversprechende Talente durchgesetzt, von denen noch einiges zu erwarten ist. Herausragende Teilnehmerin bei den Frauen war im Ausdauerbereich Franziska Brauße, die mit 3x Gold und je 1x Silber und Bronze eine ganz starke DM fuhr. Auch Marc Jurczyk mit drei Titeln fuhr ganz starke Rennen, die so nicht unbedingt erwartet wurden. Im Nachwuchsbereich setzten mit je vier Titeln Alessa-Catriona Pröpster bei den Juniorinnen und Willy Leonhard Weinrich bei der männlichen Jugend Akzente und versprechen dem BDR eine verheißungsvolle Zukunft.

Bericht: Bernd Mülle

Fotos: Arne Mill / frontalvision.com

> zur turus-Fotostrecke: Bahn-DM 2019 in Berlin

Inhalt der Neuigkeit:
Rennbericht
Radrennen-Art:
  • Bahnradsport
  • BDR-Meisterschaft
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