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Rückblick auf den vierten Tag der Bahnrad-DM 2019

 
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BM 04 August 2019
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Am Samstag bei den Deutschen Bahnmeisterschaften wurden schon zwei Deutsche Meistertitel in der Vormittagsveranstaltung vergeben. Dabei gab es im Scratchrennen einen weiteren Titel für Maximilian Beyer vom Team Heizomat rad-net.de, der seine schnellen Beine spielen ließ und im Schlussspurt den starken Moritz Malcharek vom LKT Team Brandenburg und Achim Burkart aus Oberhausen niederhalten konnte und damit seinen 4. DM-Titel in dieser Disziplin errang. „Es läuft wieder bei mir ganz gut auf meiner Heimatbahn nach langer Durststrecke. Bisher zwei Titel nach dem gestrigen Madison mit Theo Reinhardt sind nicht so schlecht. Nach meinem Umzug von Werder nach Berlin ist auch privat alles im Lot und die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Tokio 2020 hat sich gut angelassen, lediglich mit dem Punktefahren war ich hier nicht ganz zufrieden“, gestand uns Maximilian Beyer, der optimistisch in die Zukunft blickt. Mit Moritz Malcharek konnte ein weiterer Berliner im Velodrom Akzente setzen: bereits im Madison hatte er an der Seite seines Teamkameraden Sebastian Schmiedel einen tollen zweiten Platz belegt, den er hier im Scratchrennen doppelte. Dazu ein vierter Platz im Punktefahren unterstreichen die hervorragende Entwicklung, die Moritz Malcharek genommen hat, der Tokio durchaus im Visier hat.

Die zweite Entscheidung fiel im Keirin der Frauen, wo sich Lea Sophie Friedrich vom Team Erdgas gegen Emma Hinze vom Track Team Brandenburg und Pauline Sophie Grabosch ebenfalls vom Team Erdgas durchsetzte. Die Qualifikation in der 3.000 m Einzelverfolgung der Frauen wurde bereits zu einem Höhepunkt, als Franziska Brauße von WNT-Rotor Pro Cycling in hervorragenden 3:27,499 Minuten schneller war als Lisa Klein von Canyon SRAM Racing in 3:28,949 Minuten und Mieke Kröger vom Team Virtu Cycling in 3:30,130 Minuten. Das versprach tolle Finals um die Medaillen, als Mieke Kröger sich auf 3:29,094 Minuten steigerte, Charlotte Becker einholte und Bronze gewann. Das Finale war eine Delikatesse zwischen Franziska Brauße und Lisa Klein, die bis zur 2.000 m Marke führte und dann von einem sensationellen Finale von Franziska Brauße in 3:28,786 Minuten gegenüber 3:29,157 Minuten noch abgefangen wurde. „Es war schon damit zu rechnen, dass eine von uns beiden den Titel holt, es war letztlich aber äußerst knapp“, gestand die 20-jährige Franziska Brauße nach dem Rennen, die damit hier in Berlin nach der Mannschaftsverfolgung und dem Madison ihren dritten Titel einheimste. „Morgen fahre ich noch das Scratchrennen ohne jeden Druck, mal sehen, was noch drin ist“, strahlte die junge Athletin, die in ihrem Frauenteam gut aufgenommen wurde und im September auf der Straße im Einsatz sein wird. Die nächste WM in Berlin und die Olympischen Spiele in Tokio stehen bei ihr als nächstes Ziel im Fokus.

Der Nachmittag mit acht Entscheidungen sorgte für ein volles Programm, an dessen Ende für die U 17 und U 19 vier Rennen im Madison zur Austragung kamen. Vorher fiel die Entscheidung der Männer im Sprint sowie die Finals im Teamsprint der Junioren und Juniorinnen und mit Maximilian Dörnbach vom Team Erdgas gewann dabei nicht unbedingt der Favorit, der sich gegen seinen Teamkamerad Marc Jurczyk durchsetzte, während Stefan Bötticher vom Chemnitzer PSV gegen Eric Engler vom Track Team Brandenburg drei Läufe benötigte, um die Bronzemedaille zu gewinnen. Im Teamsprint der Juniorinnen siegte die Renngemeinschaft Rheinland-Pfalz mit Sophie Deringer, Alessa-Catriona Pröpster und Katharina Albers in 35,583 Sekunden und bei den Junioren war der Landesverband Thüringen mit Willy Leonhard Weinrich, Julien Jäger und Dennis Kühn in 46,713 Sekunden gegen den Landesverband Brandenburg erfolgreich.

Der vierte Tag erlebte einen seiner Höhepunkte mit den abschließenden Rennen im Madison in vier Altersklassen, in denen jeweils äußerst schnell gefahren und hart gekämpft wurde. Bei der männlichen U 17 über 80 Runden siegten die Brandenburger Malte Maschke/Nicolas Zippan souverän nach Punkten, nachdem sie in sieben von acht Wertungen gepunktet und auch den Schlussspurt sicher gewonnen hatten. „Nach meinem Opa und Vater bin ich in der dritten Generation im Radsport unterwegs und habe einfach großen Spaß daran. Mit drei Titeln im Punktefahren, in der Mannschaftsverfolgung und im Madison bin ich mehr als zufrieden in meinem ersten Jahr in der U 17. Federführend werde ich von meinem Vater trainiert, aber natürlich haben auch Jan Schur, Michael Gaumnitz und Jürgen Kummer Anteil an meinen Erfolgen, die mich alle gut vorbereitet und zum Beispiel in Sachen Ernährung beraten haben. Ich fahre zwar lieber auf der Straße, aber der Bahn bleibe ich trotzdem treu. Schade, dass es für die Jugend keine Meistertrikots gibt, das wäre nochmal eine zusätzliche Motivation“, äußerte sich Nicolas Zippan in einem kurzen Gespräch.

Bei der weiblichen Jugend gab es den nächsten Erfolg für den Landesverband Brandenburg, der im Rennen über 50 Runden durch Tilla Geisler und Selma Lantzsch einen überlegenen Sieg herausfuhr, über den nicht nur Michael Gaumnitz als zuständiger Trainer jubelte. Bei den Juniorinnen mussten 60 Runden zurückgelegt werden und auch hier war eine Mannschaft absolut dominant, die ungefährdet den DM-Titel errang: Hanna Dopjans vom RSV Irschenberg und Finja Smekal vom Pulheimer SC erspurteten 31 von möglichen 35 Punkten, wobei sie nur in der letzten Wertung den Viertplatzierten Paula Leonhardt vom SC Berlin und Hannah Buch von Tuspo Weende den Vortritt ließen, die aber zuvor einen Rundenverlust hatten in Kauf nehmen müssen. Das Madison der Junioren über 100 Runden wurde zum Abschluss des Tages eine spannende Angelegenheit zwischen den Mannschaften Luca Dreßler aus Bayern mit seinem Partner Tim Torn Teutenberg aus Nordrhein-Westfalen und dem starken Team aus Brandenburg Roman Duckert und Theo Zetzsche, das erst in den letzten zwei der zehn Wertungen endgültig zu Gunsten von Luca Dreßler/Tim Torn Teutenberg entschieden wurde. 

Insbesondere die Wettbewerbe im Madison, von den Hallensprechern gut kommentiert, hinterließen beim zahlreichen Publikum einen tollen Eindruck, zumal alle Rennen sehr schnell und kampfbetont mit vielen Attacken ausgetragen wurden. Das ist halt spektakulärer Sport, der bei den Zuschauern immer besser ankommt als zum Beispiel langwierige Qualifikationen in der Einzel- oder Mannschaftsverfolgung, auch wenn wir in diesen Wettbewerben durchaus spannende Finalläufe gesehen haben. Der morgige Schlusstag der Deutschen Bahnmeisterschaften wird bestimmt von den schnellen Beinen der Sprinter, die im Sprint und Keirin diverse Entscheidungen auszutragen haben, während mit der Mannschaftsverfolgung der Männer und dem Scratchrennen der Frauen nur noch zwei Titel im Ausdauerbereich zu vergeben sind.

Bericht: Bernd Mülle

Fotos: Arne Mill / frontalvision.com

> zur turus-Fotostrecke: Bahn-DM 2019 in Berlin

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  • Bahnradsport
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