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Bahn-DM 2019: Der Trainer- und Betreuerstab in wichtiger Funktion

 
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BM 03 August 2019
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Es sind noch keine Meister vom Himmel gefallen, neben einer gewissen Portion Talent und dem dazugehörigen Glück ist hartes, gezieltes Training gefragt, um nicht nur im Radsport Erfolge aufweisen zu können. Jeder Leistungssportler hat nur dann eine Chance an die nationale bzw. internationale Spitze zu gelangen, wenn alle Komponenten ineinander greifen und dazu benötigt es natürlich vor allem auch gute Unterstützung von erfahrenen Trainern und Betreuern. Das beginnt in den Vereinen, wo die ersten Schritte in den Leistungssport unternommen werden und setzt sich in den Landesverbänden fort, bis dann vielleicht eine Aufnahme z.B. in den Kader des Bund Deutscher Radfahrer (BDR) erfolgt. Ein oftmals langer Weg, den nicht alle Athleten durchhalten, weil äußere Einflüsse die mögliche sportliche Laufbahn negativ beeinflussen. Diejenigen, die eine kontinuierliche Entwicklung bevorzugen, haben dann am Ende die besseren Chancen, denn sogenannte Naturtalente sind mehr als rar.

Um den Weg der Talente in die richtigen Bahnen zu leiten, sind gute Trainer und Betreuer gefragt, die wir hier im Velodrom in relativ großer Anzahl antreffen können. Es sind häufig bekannte, ehemalige Aktive, die eine Trainerlaufbahn eingeschlagen haben und dabei auch ihre Erfahrungen aus der Praxis an den Nachwuchs weitergeben wollen. Einer von ihnen ist z.B. Michael Gaumnitz, der als Lehrer-Trainer an der Lausitzer Sportschule in Cottbus tätig ist und dort für die Ausbildung des Nachwuchses im Hinblick auf die Junioren-Weltmeisterschaften zuständig ist. Er unterrichtet von der 7. bis zur 10. Klasse und hat derzeit u.a. Selma Lantzsch aus Lübben, Judith Krahl aus Finsterwalde und Tilla Geisler aus Cottbus aus dem Ausdauerbereich unter seinen Fittichen, mit denen er 4-6 Mal pro Woche trainiert. Er ist gebürtiger Berliner, war im Radsport beim Peugeot Rad-Team unter Dieter Stein aktiv, später u.a. als Trainer auch in Hamburg tätig. Verheiratet ist er seit zwei Jahren mit der ehemaligen Weltmeisterin im Punktefahren Stephanie Pohl, mit der er jetzt zum zweiten Mal Nachwuchs erwartet. Der Katzennarr nennt Kochen und Familie als Hobby, soweit es die Zeit erlaubt und sucht den Ausgleich auf einem alten Bauernhof im Spreewald. Sein Motto ist richtungsweisend  und lautet: mit System zum Erfolg.

Ein weiteres bekanntes Gesicht im Nachwuchsbereich ist beim Landesverband Nordrhein-Westfalen der ehemalige Profi Torsten Schmidt, der als Verbandstrainer seit Ende des Jahres 2018 die Jugend auf Bahn und Straße trainiert und hier in Berlin u.a. auch seinen Sohn Torge Ruben vom RSC Rheinbach und den Wuppertaler Ben Felix Jochum bei der U 17 am Start hat. Seit Herbst 1993 hat er 26 Jahre im Profibereich verbracht, sowohl als aktiver Fahrer in verschiedenen Teams als auch später als Sportlicher Leiter, wo er in dieser Funktion nicht weniger als 11 Mal die Tour de France begleitet hat. Der ehemalige Deutsche Meister im Madison und Vizeweltmeister in der Mannschaftsverfolgung hat fünf Grand Tours und mehrere Klassiker als Profi bestritten und arbeitete seit 2012 beim Team Katusha Alpecin u.a. mit Alexander Kristoff zusammen. Nach anfänglich guten Bedingungen konnte er sich mit den aktuellen Gegebenheiten nicht mehr identifizieren und so kam ihm das Angebot vom Landesverband Nordrhein-Westfalen gelegen. „Der kurzzeitige Erfolg ist mir nicht so wichtig, vielmehr muss sich sukzessive ein positiver Trend abzeichnen, was derzeit gegeben ist. Es war schon hier sehr emotional für mich, denn meine letzte Meisterschaft im Jugendbereich im Jahre 1990 liegt lange zurück“, bekannte Torsten Schmidt, der seine wenige Freizeit mit Tennis oder Tauchen verbringt.

Die ersten Sieger des dritten Tages wurden in den Punktefahren der Juniorinnen und der männlichen Jugend ermittelt, wo es zwei heiß umkämpfte Rennen gab. Es war Paula Leonhardt vom SC Berlin, die ein taktisch ganz hervorragendes Rennen fuhr, vor der letzten, doppelt zählenden Punktwertung nur 5 Punkte gegenüber 15 Punkten der führenden Hanna Dopjans vom RSV Irschenberg auf dem Konto hatte und dann mit einem unwiderstehlichen Antritt die 10 Punkte der Schlusswertung gewann und da Hanna Dopjans nicht in die Punkteränge kam, errang die Berlinerin punktgleich ihren zweiten DM-Titel bei diesen Meisterschaften. Dabei kamen der Berlinerin ihre bekannt guten Zeitfahrqualitäten zugute, die sie clever zu nutzen verstand und ihren Trainer- und Betreuerstab einmal mehr jubeln ließ. 

Bei der männlichen Jugend siegte in einem schnellen, von vielen Vorstößen geprägten Rennen Nicolas Zippan vom RSV Königs-Wusterhausen/Wildau in sehr souveräner Manier, der sich nicht nur als spurtstärkster Fahrer, sondern auch als cleverster erwies. „Einfach unglaublich“, waren die ersten Worte des Siegers, der damit so nicht gerechnet hatte und eigentlich nach eigenen Aussagen auf das morgige Madison fokussiert ist. Einen ausgezeichneten 4. Platz erzielte der Berliner Henning Sage vom Marzahner RC 94 im Feld der 24 Teilnehmer. Die weibliche Jugend bzw. die Juniorinnen fuhren danach die Finals im Keirin, wo Sophie Deringer vom RV Dudenhofen und die überragende Alessa-Catriona Pröpster  vom RSC Ludwigshafen die Titel des Deutschen Meisters errangen. Letztere dürfte bei den kommenden Weltmeisterschaften der Junioren in Frankfurt/Oder in dieser Form eindeutig zum Favoritenkreis zu zählen sein. Zu erwähnen in dem von Alessia-Catriona Pröpster souverän gewonnenen Rennen war auch die unerwartete Bronzemedaille von Sandra Hainzl vom SC Berlin, der bisher größte Erfolg in ihrem ersten Jahr bei den Juniorinnen, der auch durch die Initiative vom ehemaligen Weltmeister im Tandem Emanuel Raasch zustande kam, der für eine optimale Vorbereitung auf die DM sorgte. 

Im Sprintfinale der männlichen Jugend siegte Willy Leonhard Weinrich vom TSV Breitenworbis, der im Finale gegen Henric Hackmann aus Rodenbach erfolgreich war und sich damit bereits den zweiten Titel hier in Berlin holte. 

Das Finale im Madison mit 12 Teams wurde eine Beute für die Favoriten Theo Reinhardt/Maximilian Beyer von Heizomat rad-net.de, die in einem äußerst schnellen Rennen über 160 Runden den Gegnern kaum eine Chance ließen. „Kompliment an Maximilian Beyer, der die Sprints dominiert und so zum Titel erheblich beigetragen hat“, lobte Theo Reinhardt seinen „Ersatzpartner“, der sich nach einer Durststrecke wieder steigern konnte. Die Finals im Teamsprint der Männer und Frauen wurden eine Beute des Teams Erdgas in der Besetzung Marc Jurczyk, Maximilian Dörnbach, Maximilian Levy und Nik Schröter in 43,571 Sekunden sowie der Renngemeinschaft Pfalz/Lausitz mit Miriam Welte und Emma Hinze, die mit 32,553 Sekunden erfolgreich war. 

Im Sprint der Junioren war Julien Jäger vom RSC Turbine Erfurt im Finale gegen Paul Schmidt aus Chemnitz siegreich, während im Punktefahren der weiblichen Jugend Isabel Kämpfert vom RV Stuttgardia Stuttgart die Oberhand behielt und es durch Fabienne Jährig für den SC Berlin noch eine Bronzemedaille gab. Das Punktefahren der Junioren über 80 Runden dominierte Hannes Wilksch vom RC Luckau, der seinen Teamkameraden Theo Zetzsche auf den zweiten Platz verwies. Den Abschluss des Tages bildete das Madison der Frauen mit acht Teams, darunter zwei Schweizer Mannschaften außer Konkurrenz, von denen das Team Lena Mettraux/Andrea Waldis souverän siegte, aber der Titel des Deutschen Meisters an Lea Lin Teutenberg/Franziska Brauße von WNT-Rotor Pro Cycling ging. Die sympathischen Schweizerinnen füllten das Fahrerfeld auf, da sie in ihrer Heimat keine weitere Konkurrenz haben und sie die Bahn des Velodroms einmal besser kennenlernen konnten, um im nächsten Jahr bei der WM in Berlin konkurrenzfähig zu sein.

Bericht: Bernd Mülle

Fotos: Arne Mill / frontalvision.com

> zur turus-Fotostrecke: Bahn-DM 2019 in Berlin

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Rennbericht
Radrennen-Art:
  • Bahnradsport
  • BDR-Meisterschaft
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Gute Arbeit!

G
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HF
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