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Maximilian Schachmann im DM-Trikot zur Tour, zweiter DM-Straßentitel für Lisa Brennauer

 
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BM 01 Juli 2019
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Am letzten Sonntag im Juni fanden die Deutschen Meisterschaften im Straßenrennen auf dem legendären Sachsenringkurs statt, wo auf der Motorrennstrecke 14 Runden über insgesamt 180,6 Kilometer zurückgelegt werden mussten. Es war ein Ausscheidungsrennen und bei Temperaturen zwischen 35 und 40 Grad eine Hitzeschlacht ersten Ranges, so dass von den 190 gestarteten Fahrern am Ende nur noch 15 (!) übrig blieben, die ins Ziel kamen. Nach vielen Ausreißversuchen auf der selektiven Strecke war es das mit sieben Fahrern angetretene deutsche Team BORA-hansgrohe, das am Ende mit einem Trio seine Dominanz ausspielte. Während der für die Tour vorgesehene Kapitän Emanuel Buchmann gar auf einen Start verzichtet hatte und der Titelverteidiger Pascal Ackermann am Berg Probleme bekam und später ausstieg, waren es Marcus Burghardt, der an diesem Tag seinen 36. Geburtstag feierte, Maximilian Schachmann und Andreas Schillinger, die sich etwa 35 Kilometer vor dem Ziel absetzten und ihren Vorsprung sukzessive vergrößerten. 

Es gab keinen Zielsprint der drei Fahrer von BORA-hansgrohe, die sich offensichtlich einig waren, wer am Ende als Erster die Ziellinie passiert. So siegte schließlich der in diesem Jahr schon sehr erfolgreiche Maximilian Schachmann, der das deutsche Meistertrikot nicht nur bei der kommenden Tour wohl am besten für ein Jahr präsentieren kann, vor Geburtstagskind Marcus Burghardt, der mit der Vizemeisterschaft auch leben konnte, ebenso wie Andreas Schillinger mit seinem dritten Platz. Auch Nils Politt vom Team Katusha Alpecin überzeugte als Vierter erneut, während der erst 21-jährige Georg Zimmermann vom Continentalteam Tirol KTM Cycling auf Platz fünf auch eine sehr starke Leistung zeigte.

Das gilt aber letztlich für alle, die dieses Rennen durchstanden, wobei einmal mehr Roger Kluge von Lotto Soudal auf Platz 8 ebenso zu bewundern war wie der mit aufsteigender Form fahrende Simon Geschke vom CCC Team auf Platz 6, dessen Teamkamerad Jonas Koch als 14. auch ein beherztes Rennen fuhr. Bester Fahrer eines deutschen Continentalteams war auf Rang 13 Jonas Rutsch vom Team Lotto-Kern Haus, während  die beiden ehemaligen Crossspezialisten Philipp Walsleben (7.) und Marcel Meisen (12.) von Corendon-Circus ebenfalls auf sich aufmerksam machen konnten.

Der neue Deutsche Meister Maximilian Schachmann konnte sich über die Unterstützung seiner Fans vom SC Berlin, wo er zwei Jahre im Juniorenalter verbrachte, nicht beklagen, wurde auf der Strecke an den Anstiegen und am Ziel, auch von Radsportfan „Didi“ Senft, bekannt als El Diablo, kräftig angefeuert, so dass man fast schon von belgischen Verhältnissen sprechen konnte. Die sensationelle Entwicklung des Berliners lässt für die Zukunft einiges erhoffen, der mit großem Selbstbewusstsein seine erste Tour de France in Angriff nehmen wird. „Ich bin überglücklich und es ist eine große Ehre, mit dem Meistertrikot zur Tour de France zu fahren. Das Rennen war anspruchsvoll, die Atmosphäre einfach nur klasse und wir hatten eine tolle Truppe, die sich super versteht. Ich habe gut trainiert und freue mich jetzt auf meine erste Tour, wo ich als Helfer mich einbringen werde. Wenn vielleicht ein Etappensieg dabei herausspringt, wäre das eine super Sache“, gab der neue Meister den Journalisten zu verstehen. 

Zweiter DM-Straßentitel für Lisa Brennauer nach 2014

Die Revanche  nach der kleinen Enttäuschung bei der Deutschen Meisterschaft im Einzelzeitfahren zwei Tage zuvor in Spremberg ist Lisa Brennauer vom Team WNT-Rotor Pro Cycling bei der Straßenmeisterschaft am Sachsenring gelungen. Wie bei den Männern war das Rennen der Frauen ebenfalls ein Ausscheidungsrennen, denn von den gestarteten 74 Fahrerinnen erreichten auch nur 23 das Ziel nach rund 100 km und im Spurt einer fünfköpfigen, zeitgleichen Spitzengruppe setzte sich die erfahrene Lisa Brennauer gegen ihre starken Konkurrentinnen durch. Der zweite Platz ging an Lisa Klein von Canyon SRAM Racing vor Titelverteidigerin Liane Lippert vom Team Sunweb, die ihre künftige, erst 18-jährige Teamkameradin Franziska Koch und die routinierte Charlotte Becker von FDJ Nouvelle Aquitaine Futuroscope hinter sich ließ. „Für mich geht ein Traum in Erfüllung“, waren die ersten Worte von Lisa Brennauer nach dem Rennen und es gab keinen, der ihr den Erfolg nicht gönnte. 

Bereits um 8.00 Uhr am Morgen ging es für die Frauen rund, die acht Runden auf dem Sachsenring bewältigen mussten und dabei kam es frühzeitig zur Zersplitterung des Feldes. Die Favoritinnen aber waren alle an der Spitze versammelt und so konnten sich noch 14 Fahrerinnen Chancen auf den Sieg ausrechnen. Attacken von Hannah Ludwig und Christa Riffel (beide Canyon SRAM Racing), von Liane Lippert und Franziska Koch sowie von Kathrin Hammes von WNT-Rotor Pro Cycling folgten, aber kein Ausreißversuch war letztlich erfolgreich. So kam es zum Zielsprint einer auseinandergezogenen Spitzengruppe, aus der nur noch fünf Fahrerinnen echte Siegchancen besaßen. 

Mit Maximilian Schachmann und Lisa Brennauer sowie den Deutschen Meistern im Einzelzeitfahren Tony Martin und Lisa Klein hat der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) für die kommenden internationalen Aufgaben einige heiße Eisen im Feuer, die noch durch Nils Politt, Pascal Ackermann, Emanuel Buchmann oder Liane Lippert ergänzt werden können. Um den deutschen Radsportnachwuchs muss dem BDR nicht bange sein, denn die nächste Generation steht schon Gewehr bei Fuß, wie die internationalen Ergebnisse der U 23 und der Junioren in den letzten Wochen gezeigt haben.

Bericht: Bernd Mülle

Fotos: Arne Mill (frontalvision.com)     

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Rennbericht
Radrennen-Art:
  • BDR-Meisterschaft
  • Straßenrennen
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