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Deutsche Radsportler-/innen im Blickpunkt: Tolle Siege von Lisa Brennauer und Pascal Ackermann

 
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BM 13 Mai 2019
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Der deutsche Radsport im Aufwind, auch wenn die Kündigung des Vertrages von Marcel Kittel beim Team Katusha-Alpecin mitten in der Saison alles andere als ein gutes Zeichen war. Das muss zwar noch nicht das Ende seiner Laufbahn bedeuten, gleichwohl ist festzustellen, dass er offensichtlich zu keiner Zeit in diesem Team glücklich geworden ist. So war dieser Schritt fast schon vorherzusehen, aber dennoch bleibt zu hoffen, dass der schnelle, gebürtige Arnstädter vielleicht bald ein neues Team findet, denn mit gerade 31 Jahren muss seine Laufbahn noch nicht beendet sein.

Unabhängig hiervon, gibt es derzeit im deutschen Profiradsport eigentlich nur Erfreuliches zu berichten. Das fängt bei den Frauen an, wo nach dem Sieg von Lisa Klein von Canyon SRAM Racing bei der Healthy Ageing Tour nun auch Lisa Brennauer von WNT-Rotor Pro Cycling mit dem Sieg der Gesamtwertung beim Festival Elsy Jacobs glänzen konnte. Hinzu kam der Gewinn des Punkteklassements und der Sieg der Schlussetappe, mit dem sie ihre derzeit hervorragende Verfassung unterstrich und sie damit in die Rolle der Favoritin bei der kommenden Internationalen Lotto Thüringen Ladies Tour schlüpfte. 

Beim Sieg von Lisa Brennauer bot auf dem vierten Gesamtrang die junge, 18-jährige Deutsche Franziska Koch ein ganz starkes Rennen. Im Team Mexx-Watersley International WCT war sie Dritte der ersten Etappe und gewann am Ende die Nachwuchswertung. Sie wird ab August des Jahres beim Team Sunweb unter Vertrag sein und dort an der Seite eines weiteren, großen deutschen Talents, der 21-jährigen Liane Lippert, für Furore sorgen können. Letztere hat dort einen Vertrag bis 2022, nachdem sie im Vorjahr mit dem Gesamtsieg der Lotto Belgium Tour, dem Sieg in der Nachwuchswertung der Internationalen Lotto Thüringen Ladies Tour und dem Titel bei der Deutschen Straßenmeisterschaft für herausragende Ergebnisse gesorgt und außerdem mit ihrem Team bei der Weltmeisterschaft im Mannschaftszeitfahren einen sehr guten dritten Platz belegt hatte.

Bei den Männern stehen aktuell die „Männer“ im Fokus, die allesamt beim deutschen Team BORA-hansgrohe sensationelle Ergebnisse einfahren. Das Team hat zum jetzigen Zeitpunkt bereits 22 Siege erzielt und daran beteiligt sind zur Hälfte Emanuel Buchmann (2x), Maximilian Schachmann (5x) und Pascal Ackermann (4x), der zur Zeit beim Giro d’Italia am Start steht und gleich auf der zweiten Etappe im Massenspurt so starke Sprinter wie den Italiener Elia Viviani von Deceuninck-Quick Step, den Australier Caleb Ewan von Lotto Soudal und den Kolumbianer Fernando Gaviria vom UAE-Team Emirates distanzierte. Die sogenannte neue Generation sorgt für Aufschwung im deutschen Lager, wo man im aktuellen Saisonranking hinter Frankreich, Belgien, den Niederlanden und Italien einen hervorragenden fünften Platz belegt und zum jetzigen Zeitpunkt damit rechnen kann, die höchstmöglichste Starterzahl bei den Weltmeisterschaften im Straßenrennen stellen zu können.

Man muss für den deutschen Radsport auch in Zukunft keine Bange haben, denn hoffnungsvolle Akteure wie Nils Politt (25 Jahre) vom Team Katusha-Alpecin, der gleichaltrige Nico Denz von AG2R La Mondiale und der ein Jahr jüngere Phil Bauhaus von Bahrain Merida oder noch jüngere Fahrer wie Lennard Kämna (22), der 21-jährige Max Kanter und Florian Stork (22), alle vom deutschen Team Sunweb, berechtigen zu den schönsten Hoffnungen. Weitere Fahrer wie etwa Niklas Märkl (20) und Marius Mayrhofer (18) vom Development Team Sunweb, Patrick Haller (21) und Juri Hollmann (19) von Heizomat Rad-Net, oder ein Jonas Rutsch (21) vom Team Lotto-Kern Haus stehen auf dem Sprung und die ganz jungen Fahrer aus dem Juniorenbereich wie der Berliner Maurice Ballerstedt sowie Michel Hessmann, Marco Brenner oder Tom Lindner, die allesamt beim Course de la Paix Juniors eine ausgezeichnete Rolle spielten, sollten sukzessive nachrücken. „Mein Ziel ist die Profilaufbahn“, hat sich Maurice Ballerstedt als Zweiter der Gesamtwertung schon unmissverständlich geäußert und zuzutrauen ist ihm eine ähnliche Karriere wie zum Beispiel die von Maximilian Schachmann durchaus. 

Auf jeden Fall hat sich die Saison für den deutschen Radsport gut angelassen, wobei die neue Generation den etablierten und äußerst erfolgreichen Fahrern wie Tony Martin vom Team Jumbo-Visma oder Andre Greipel vom Team Arkea Samsic Konkurrenz macht und dabei enormes Selbstbewusstsein entwickelt. Eine Entwicklung, die so nicht unbedingt zu erwarten war, aber dennoch für die Zukunft einiges verspricht.

Bericht: Bernd Mülle   

Fotos: Arne Mill / frontalvision.com

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Rennbericht
Radrennen-Art:
Straßenrennen
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