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Ausgezeichnet besuchter Familiensonntag im Velodrom: Führung wechselt wieder zu Hester & Mørkøv

 
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BM 28 Januar 2019
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Unter dem Patronat der AOK ist der vierte Tag der Six Day Berlin als Familiensonntag immer auch ein besonderes Spektakel für Groß und Klein, wo auch das komplette Sportprogramm mit Nachwuchswettbewerben durchgeführt wird. Dabei bekommen sogar die ganz Kleinen einiges geboten, ob nun u.a. das immer beliebte Schminken angesagt ist oder das für die Kids coole Pfeilflugschießen, es ist für jeden etwas dabei und last but not least können Profis wie der beliebte Roger Kluge um ein Autogramm gebeten werden. Vielleicht kommt dann auch der ein oder andere auf den Geschmack, einmal selbst in die Pedalen zu treten, wie es die Jüngsten der Klasse U 13 in einem 20 Runden Punktefahren unter Beweis stellten. Ein bestimmt einmaliges Erlebnis für die Kleinen vor so großem Publikum, das die Kids lautstark anfeuerte. Auch ein Laufradrennen für die Kleinsten wurde ausgetragen mit den Kindern von Robert Förstemann und Theo Reinhardt, wahrlich ein Feld von internationaler Klasse!

Das Sportprogramm sollte auch am Sonntag nicht zu kurz kommen, der Nachwuchs war einmal mehr gefordert mit Rennen für die Schüler U 15, den Junioren und der Klasse U 23, die ihr abschließendes Madison über 40 Minuten auszutragen hatten. Die jeweils 20 Temporunden der Schüler gewannen Max Klose vom Templiner SV Lokomotive und Lui Bengelsdorf vom PSV Neubrandenburg, während das Finale über 30 Runden mit einem Berliner Doppelerfolg durch Friedrich von Korff vom SC Berlin vor Yannick Schaffrath vom Berliner TSC endete, die beide auch die Gesamtwertung in dieser Reihenfolge anführen. Im Madison der Junioren über 40 Minuten siegten Pierre-Pascal Keup/Nicolas Heinrich mit 34 Punkten vor den punktgleichen, vor der letzten Wertung gestürzten und damit nur Zweitplatzierten Tim Torn Teutenberg/Luca Dreßler, die aber in der Gesamtwertung in Führung liegen.

 

Ebenfalls 40 Minuten dauerte das Madison der U 23, das zu einer ganz spannenden und knappen Angelegenheit wurde. Die Dänen Arne Birkemose/Anders Fynbo zogen mit dem Gewinn der letzten, mit doppelter Punktzahl ausgestatteten Wertung an die letztlich punktgleichen Tschechen Petr Kelemen/Jan Vones (jeweils 30 Punkte) vorbei und wurden auch verdiente Gesamtsieger mit 101 Punkten vor den rundengleichen Polen Filip Prokopyszyn/Damian Slawek mit 91 Punkten. Leider konnten die mitfavorisierten Berliner Elias Richter/Max Gehrmann das Rennen nicht beenden, da Elias Richter nach einer am zweiten Tag erlittenen Sturzverletzung die Weiterfahrt auf ärztliches Anraten einstellen musste. 

 

Mit zwei Jagden, Dernyrennen, Punktefahren und Mannschaftsausscheidung waren die Profis gefordert und auch die Sprinter absolvierten an diesem Sonntag ein volles Programm. So gewann dieses Mal der Russe Denis Dmitriev das Rundenrekordfahren vor Maximilian Levy und behielt dann auch im Sprintfinale die Oberhand. Nachdem im Keirin der Sieg an Maximilian Levy ging, war es aber erneut Denis Dmitriev, der sich mit seinen Landsleuten Shane Perkins und Nikita Shurshin im Teamsprint durchsetzte. Dennoch behauptete Maximilian Levy in der Gesamtwertung klar mit 198 Punkten gegenüber Denis Dmitriev mit 161 Punkten die Führung.

 

Die Führung bei den Profis übernahmen wieder die Dänen Marc Hester/Jesper Mörköv, obwohl sie in den insgesamt sechs Wettbewerben keinen Sieg landen konnten. Gewinner der Jagd über 30 Minuten waren der Niederländer Melvin van Zijl mit dem Belgier Jules Hesters, während die Polen Wojciech Pszczolarski/Daniel Staniszewski die zweite Jagd über 45 Minuten mit dem letzten Spurt zu ihren Gunsten entschieden. Die beiden Läufe hinter dem Derny sahen mit dem Österreicher Andreas Müller und dem Deutschen Achim Burkart zwei Sieger, die beide hier im Velodrom bislang mit ihren Leistungen beeindruckten. Auch der Sieg von den erstaunlich starken Henning Bommel/Kersten Thiele in der bei den Zuschauern so beliebten Mannschaftsausscheidung ließ aufhorchen und auch im Punkterennen gab es einen nicht unbedingt erwarteten Sieg des Russen Sergei Rostovtsev. Noch ein Wort zu den Youngstern im Sechstagefeld Calvin Dik und Nils Weispfennig: sie haben sich nach anfänglicher Zurückhaltung  und Respekt vor den Großen bestens an das Metier gewöhnt und nach schon einzelnen guten Leistungen in den ersten Tagen nun auch in den Jagden eine gute Rolle gespielt. Der 8. Platz in der ersten bzw. der 10. Platz in der zweiten Jagd, wo sie auch die eine oder andere Gewinnrunde herausfuhren, läßt für den Rest der Six Day Berlin durchaus hoffen, zumal auch der 2. Platz von Nils Weispfennig im zweiten Dernylauf hinter Achim Burkart und der 6.Platz von Calvin Dik im Punkterennen überzeugten.

 

Es bleibt an der Spitze der Gesamtwertung für die letzten beiden Tage äußerst spannend, denn fünf rundengleiche Teams sind nur durch wenige Punkte getrennt. Die führenden Dänen haben 299 Punkte, die Polen 290 Punkte, mit je 289 Punkten folgen Wim Stroetinga/Robbe Ghys (Niederlande/Belgien) und Roger Kluge/Theo Reinhardt, während Andreas Graf und Andreas Müller 273 Punkte erspurtet haben. Alle Mannschaften haben also noch die Chance auf eine Bonusrunde und so können wir uns auf ein hart umkämpftes Finale freuen.

 

Die Halle war nach der phantastischen Samstagnacht nun auch am Sonntag ausverkauft und die Stimmung war einmal mehr ausgezeichnet. Aber Nachdenkliches gibt es dennoch zu konstatieren: als wir eine Ordnerin fragten, was sie an ihrem Job gereizt hat bzw. warum sie den ganzen Abend den Zuschauern die Plätze zuweist und dabei auch oft Unverständnis seitens des Publikums erntet, obwohl sie nur ihren Anweisungen korrekt Folge leistet, erklärte sie uns gegenüber wie folgt: „Ich bin in einer festen Truppe als Ordner eingeteilt und jetzt zum zweiten Mal dabei. Meine Beziehung zum Radsport verdanke ich meinen Vater, mit dem ich schon 1997 im Velodrom dabei war. Mit dem Job bin ich nah am Geschehen und bekomme vieles mit vom Radsport, der mich sehr interessiert. Aber mir fehlt die Tradition heutzutage mit den Ehrenrunden, als die Blumensträuße von den Fahrern ins Publikum geworfen wurden, aber auch die so beliebte Karawane der Rennfahrer, die diese ebenso mochten wie die Zuschauer“, zeigte sie sich schon ein wenig enttäuscht, dass von den jetzigen Veranstaltern diese Traditionen nicht mehr gepflegt werden.

Bericht: Bernd Mülle

Fotos: Arne Mill (frontalvision.com)

 Fotos von den Six Day Berlin 2019 zum Herunterladen bei frontalvision.com

Inhalt der Neuigkeit:
Rennbericht
Radrennen-Art:
Six Days
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S
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Flair

Hallo

Die Ordnerin hat vollkommen recht. Die Veranstaltung verliert immer mehr an Charme und Flair. Auch Gastro schon seit Jahren langweilig und nicht gut.
Stimmung mit den 90er/2000 er Jahren überhaut nicht mehr zu vergleichen.
Weiß nicht wo der Schreiber die beschriebene Stimmung erlebt hat.

Gruß

K
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H
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Danke schön!

L
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