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Turbulenter sportlicher Auftakt der 108. Six Day Berlin - Zuschauerresonanz ließ zu wünschen übrig

 
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BM 25 Januar 2019
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Pünktlich um 17.00 Uhr begannen die 108. Six Day Berlin mit den Nachwuchswettbewerben um den Berlin Cup der Klassen U 17 und U 23. Es war ein gelungener Auftakt mit Temporunden, Punktefahren und Madison bei internationaler Beteiligung, der so recht auf das folgende Rennen der Damen einstimmte, die sich im 7,5 km Scratchrennen im Rahmen eines Omniums gleich ein heißes Duell lieferten. Dabei auch Fahrerinnen aus Dänemark, Irland, Tschechien, Russland, Italien, den Niederlanden, Frankreich und Großbritannien, gegen die es der deutsche Nachwuchs um Lea Lin Teutenberg nicht leicht hatte.

Am Start u.a. mit Elena Cecchini eine interessante Fahrerin aus Italien, mit der wir ein kurzes Gespräch führten. Sie ist seit bereits sieben Jahren die Lebensgefährtin des italienischen Superstars Elia Viviani, der im letzten Jahr auf der Straße nicht weniger als 18 (!) Siege einfuhr. Sie selbst bevorzugt bislang eindeutig die Straßenrennen, aber freut sich, hier in Berlin wichtige Erfahrungen auf der Bahn zu sammeln. „Ich bin das erste Mal in Berlin dabei und der Eindruck des ersten Abends hier ist toll. Mal sehen wie die weiteren Tage verlaufen, es ist eine neue Erfahrung für mich“, gestand die äußerst sympathische Italienerin, von der wir in der Zukunft mit Sicherheit noch einiges hören werden. Aktuell ist sie mit ihrem Team Canyon SRAM Racing Weltmeisterin im Mannschaftszeitfahren in Innsbruck geworden, in dem sie jetzt im vierten Jahr unter Vertrag steht und sich sehr wohl in diesem mit deutscher Lizenz fahrenden Team fühlt. „Die WM in Innsbruck war mein absolutes Highlight“, nachdem sie in 2018 auch italienische Meisterin im Einzelzeitfahren und Siegerin der 2. Etappe der Thüringen-Rundfahrt geworden war, die sie 2016 sogar gewinnen konnte. 

Mit sechs Jahren hat sie mit dem Radsport begonnen und nach dem Abschluss ihrer schulischen Ausbildung war ein Studium leider nicht mit dem Radsport zu vereinbaren, so dass sie eine Polizeiausbildung wahrgenommen hat. Zeit für Hobbys ist knapp und mit ihrem Lebensgefährten sieht sie sich auch eher selten, da beide weltweit im Radsport unterwegs sind. „Ich gehe gern in Museen, bin sehr interessiert im Bereich Kunst“, ansonsten nimmt der Radsport sie voll in Anspruch. Dabei bezeichnet sie sich zwar nicht so sprintstark wie ihr Lebensgefährte, aber dafür ist sie im Zeitfahren stark und fährt auch gern die Klassiker, die für sie in diesem Jahr ebenso im Rennkalender stehen wie der Giro d’Italia Femminile. „Schwere, lange Anstiege sind allerdings nicht mein Ding“, gab die letztlich Fünfte im Omnium des ersten Tages abschließend nach dem schweren Punktefahren zu Protokoll.

Siegerin wurde die Dänin Trine Schmidt vor ihrer Landsmännin Julie Leth und der Französin Pascale Jeuland, nachdem es schon vorher diverse Siegerehrungen für den Nachwuchs gegeben hatte. Bei der U 17 nahmen nach dem ersten Tag die Dänen Gustav Wang und Philip Mathiesen vor dem Berliner Henning Sage vom Marzahner RC 94 die beiden führenden Positionen ein, während bei der U 23 ein weiterer Marzahner mit Elias Richter an der Seite von Max Gehrmann vom Berliner TSC sogar die Führung vor den Dänen Arne Birkemose/Anders Fynbo übernahm. 

 

Einen wie immer spektakulären Wettbewerb boten die Sprinter mit Maximilian Levy an der Spitze, der das Rundenrekordfahren mit 12,634 Sekunden gewann, gegen den Zweiten Denis Dmitriev aus Russland dann allerdings das Sprintfinale verlor und auch im Keirin dessen russischen Landsmann Nikita Shurshin den Vortritt lassen musste. Dennoch liegt Maximilian Levy nach dem ersten Tag mit 50 Punkten in Führung vor Nikita Shurshin mit 42 Punkten und Denis Dmitriev mit 41 Punkten.

Nach dem durch Kristina Vogel erfolgten Startschuss ging es für die Profis gleich mit der ersten Jagd über 20 Minuten los, die anders als im Vorjahr gleich mit mehreren Rundengewinnen begann und mit den Polen Wojciech Pszczolarski/Daniel Staniszewski die ersten Sieger stellte. Bereits hier bekamen die 18-jährigen Youngster Calvin Dik/Nils Weispfennig, im Vorjahr noch bei den Junioren unterwegs, zu spüren, dass hier ein anderer Wind weht und so beendeten sie diese Jagd zunächst einmal als Letzte. „Ein völlig anderes Gefühl hier zu fahren, das Rennen wird kontrollierter gefahren als beim Nachwuchs und zunächst einmal wollen wir hier nichts überreizen“, zeigte sich Calvin Dik keinesfalls deprimiert und rief dann beim Dernyrennen als Vierter eine gute Leistung ab. Auch sein Partner zeigte dann im Punkterennen als Fünfter eine ansprechende Leistung, während sie in der von Wim Stroetinga/Robbe Ghys vor den überraschend starken Henning Bommel/Kersten Thiele gewonnenen zweiten Jagd über 30 Minuten erneut Lehrgeld zahlen mussten.

Nach der 1. Nacht liegen die Weltmeister Roger Kluge/Theo Reinhardt mit dem höchsten Punktekonto vor sieben weiteren, rundengleichen Teams in Führung, wobei besonders der dritte Platz von Henning Bommel/Kersten Thiele hinter den Dänen Marc Hester/Jesper Mörköv bemerkenswert ist. Mit couragierter Fahrweise verschafften sich die beiden Deutschen durchaus Respekt im Fahrerfeld und man darf gespannt sein, wie sie sich in den kommenden Nächten behaupten werden. Für Spannung dürfte in den nächsten Tagen gesorgt sein und so darf man hoffen, dass auch der verhaltene Zuschauerzuspruch des ersten Tages eine wesentliche Steigerung erfährt.

Bericht: Bernd Mülle

Fotos: Arne Mill (frontalvision.com)

Fotos von den Six Day Berlin 2019 zum Herunterladen bei frontalvision.com

Inhalt der Neuigkeit:
Rennbericht
Radrennen-Art:
Six Days
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