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Sixdays Bremen: Gegen Keisse & de Buyst blieb die Konkurrenz am Ende chancenlos

 
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BM 16 Januar 2019
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Über das gelungene Bremer Sechstagekonzept haben wir in den vergangenen Tagen schon ausführlich berichtet und das spannende Finale am Dienstagabend in der ÖVB-Arena hat dieses noch einmal deutlich unterstrichen: in Bremen hat das Sechstagerennen in dieser Form sich einen festen Platz gesichert! Genau wie in Gent, wo der sportliche Aspekt bei den radsportverrückten Belgiern überwiegt, so stimmt in Bremen die Mischung aus Sport und Unterhaltung, die von den Machern in der Hansestadt bestens umgesetzt wird. Hier kommt jeder auf seine Kosten, egal unter welchem Aspekt er die Sixdays besucht, er bekommt für sein Geld eine Show vom Feinsten serviert, die sein Wiederkommen im nächsten Jahr nahezu sicherstellt.

Auch wenn die Belgier Iljo Keisse/Jasper de Buyst von vornherein als die großen Favoriten galten, so war der Rennverlauf in all den Tagen überaus interessant und ließ bis zum Finale noch alles offen. Als es in die 60-minütige Schlussjagd ging lagen mit Iljo Keisse/Jasper de Buyst, Simone Consonni/Tristan Marguet, Marc Hester/Theo Reinhardt und Achim Burkart/Andreas Graf noch vier Teams rundengleich in Führung und auch Routinier Christian Grasmann an der Seite des Dänen Jesper Mörköv lag nur eine Bahnlänge zurück. So war Spannung vorprogrammiert und diese hielt auch bis etwa eine Viertelstunde vor Schluss an, als sich bis dahin sogar die „kleinen“ Teams an diversen Rundengewinnen beteiligt hatten. Dann wurden die letzten zehn Minuten wie üblich in Runden umgewandelt und so sollte es noch fünf Wertungen mit 10, 6, 4, 2 Punkten in den letzten 50 Runden geben, die dann zur endgültigen Entscheidung führten. 

Die erste Wertung gewannen die an allen Tagen sensationell fahrenden Simone Consonni und Tristan Marguet, die damit mit einem Punkt vor den Belgiern in Führung lagen. Die zweite und dritte Wertung gewannen die Belgier nachdem sie den Rundengewinn von Marc Hester/Theo Reinhardt gekontert hatten und letztlich mit einer sagenhaften Dublette alles klar machten. Die Siege in den letzten beiden Wertungen waren nicht mehr notwendig und so triumphierten die Belgier letztlich mit einer Runde Vorsprung vor dem erst kurzfristig vor Beginn der Bremer Sixdays zusammengestellten Team Marc Hester aus Dänemark an der Seite des Madison-Weltmeisters Theo Reinhardt aus Berlin. Mit zwei Verlustrunden landeten der Italiener Simone Consonni und der Schweizer Tristan Marguet als Dritte auf dem Podium, während für die überraschend stark fahrenden Achim Burkart/Andreas Graf nur der undankbare vierte Platz übrigblieb.

Die vielen Rundengewinne in der Schlussjagd –allein 66 in den ersten 45 Minuten (!)- von Bremen ließen das schwache Finale von Rotterdam vergessen, wo es nur ganze drei (!) Rundengewinne gab, obwohl die 200 Meter-Bahn dort nur 34 Meter länger ist als in Bremen. Sollte sich dieses fortsetzen, dann verbreitet die 250 Meter-Bahn in Berlin nur wenig Optimismus für ein kampfbetontes, spannendes Rennen. Hoffen wir, dass allen Unkenrufen zum Trotz auch das Velodrom, wie in vielen Jahren zuvor, wieder hervorragenden Sport bietet und die Rundenjagden die Zuschauer in den Bann ziehen. 

Das Rahmenprogramm in der Hansestadt war vor allem geprägt von den Sprintern mit dem neuen Bahnrekord von Robert Förstemann, den Gesangseinlagen des Briten Jonathan Mitchell, der mit seinen Mitstreitern auf der Bühne wie einst der Australier Danny Clark für Partystimmung sorgte, aber auch leider vom bösen Sturz des Robert Förstemann, der es sich aber nicht nehmen ließ, trotz schwerster Verletzungen am Schlussabend unter frenetischen Beifall in der ÖVB-Arena zu erscheinen. Er ist einfach ein cooler Typ, den die Zuschauer nicht nur wegen seiner bemerkenswerten Oberschenkel lieben, sondern ihn eher aufgrund seiner spektakulären, immer engagierten Fahrweise in ihr Herz geschlossen haben.

Der Sieg im Sprinterwettbewerb ging an Maximilian Levy, der mit 47 Punkten den jungen, aufstrebenden Elias Edbauer mit 50 Punkten nur knapp distanzieren konnte, nachdem dieser vor allem im Rundenrekordfahren überzeugte. Am letzten Tag kam es auch noch zum Duell im Paracycling zwischen Denise Schindler und Pierre Senska, die ein Verfolgungsrennen über 2000 Meter austrugen, das Denise Schindler in 2:47,500 Minuten gewinnen konnte, bevor sie später zur offiziellen Botschafterin der Sixdays Bremen ernannt wurde. 

Bei den Frauen gab es ein Madison mit nur sieben Teams, das von den deutschen Topfahrerinnen Lisa Brennauer und Lisa Klein beherrscht wurde, die mit Rundenvorsprung vor den Niederländerinnen Kirsten Wild/Amber van der Hulst und dem deutschen Nachwuchsteam Lea Lin Teutenberg/Franziska Brauße siegten. Dafür hielt sich Kirsten Wild im Omnium mit 166 Punkten schadlos, das sie vor Franziska Brauße mit 144 Punkten und Lisa Brennauer mit 137 Punkten gewinnen konnte. 

Im Nachwuchsprogramm der U 23 und U 19 gab es ebenfalls spannende Wettkämpfe und auch im Rennen der Jedermänner wurde hart gefightet. Bei der U 23 gab es einen schönen Erfolg für die Berliner Elias Richter/Max Gehrmann vom KED-Stevens Radteam, die mit 61 Punkten in der Gesamtwertung die rundengleichen Italiener Filippo Ferronato/Matteo Donega mit 54 Punkten sowie die Dänen Anders Fynbo/Martin Mollerup mit 42 Punkten hinter sich ließen. Das U 19 Rennen um den Andy Kappes-Cup gewannen die Niederländer Lance Huenders/Tristan Kool vor den Deutschen Pierre-Pascal Keup/Axel Borgwald und das Jedermann-Rennen schloss mit dem Sieg von Marcel Laurenz ab, der in der Gesamtwertung Aimo Helbach und Lukas Niemann besiegte.  

 Bericht: Bernd Mülle

Fotos: Arne Mill

zur turus-Fotostrecke: Bremen Sixdays 2019

frontalvision: Bilder der Bremen Sixdays 2019 zum herunterladen

Inhalt der Neuigkeit:
Rennbericht
Radrennen-Art:
Six Days
Name des Radrennens
Sixdays Bremen
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