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Nachbetrachtung Berliner Derby: Wie medienpräsent ist der BFC Dynamo?

BFC Dynamo – 1. FC Union Berlin II. Wer als Journalist in der Regel über beide Berliner Vereine berichtet, hatte am vergangenen Freitag die Qual der Wahl. Entweder 2. Bundesliga im Stadion An der Alten Försterei oder Oberliga im Jahn-Sportpark. Während die Profis des 1. FC Union gegen den VfL Osnabrück spielten, trat die zweite Mannschaft der Eisernen zeitgleich auswärts beim BFC Dynamo an. Sicher keine optimale Lösung, doch immerhin durfte man sich aus Sicht der Weinrot-Weißen über ein stimmungsvolles Abendspiel unter Flutlicht freuen.

BFC Dynamo – 1. FC Union Berlin II. Wer als Journalist in der Regel über beide Berliner Vereine berichtet, hatte am vergangenen Freitag die Qual der Wahl. Entweder 2. Bundesliga im Stadion An der Alten Försterei oder Oberliga im Jahn-Sportpark. Während die Profis des 1. FC Union gegen den VfL Osnabrück spielten, trat die zweite Mannschaft der Eisernen zeitgleich auswärts beim BFC Dynamo an. Sicher keine optimale Lösung, doch immerhin durfte man sich aus Sicht der Weinrot-Weißen über ein stimmungsvolles Abendspiel unter Flutlicht freuen. 

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Der Nachteil: Zum einen gab es kaum Gästefans, zum anderen stand die Partie weniger im Fokus der Medien. Doch wer denkt, das kleine Berliner Derby würde in der Presse nicht beachtet werden, der sah sich getäuscht. Selbst in Österreich wurde vor und nach dem Spiel über die Begegnung berichtet.

„DiePresse.com“ mit Sitz in Wien hatte bereits am 14. Januar 2011 einen ausführlichen Artikel veröffentlicht. Der Titel: „BFC Dynamo: Die Ewiggestrigen im Niemandsland“. Neben der DDR-Vergangenheit werden selbstverständlich auch wieder die Hooligans und die Banner am Stadionzaun angesprochen. Es wurde alles wieder hineingepackt, was bereits hunderte Male geschrieben wurde. „Stasi-Dynamo, ruhmreiche Zeiten, rechtsextremes Gedankengut, Hass und die Lauten in der Kurve…“ Das Feedback auf diesen Artikel fiel mitunter hart und deutlich aus. „Billig kopiert“, „Hetzjournalismus, der auf den Keks geht“, „der 788ste dieser Art“, „einfach nur dumm“, peinlich“, „Dumpfestes Stammtischniveau für über 3 promillige…“

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In Berlin-Hohenschönhausen lächelt man eigentlich nur noch müde über diese Art der Berichterstattung, und doch locken solche Artikel manche Anhänger aus der Reserve.
Unerschrocken legte das österreichische Magazin im Anschluss der Partie BFC Dynamo – Union II nach. „Hooligan-Treffpunkt Kleines Berliner Derby“, lautete der reißerische Titel des Beitrags. So hieß es unter anderem: „Auf den Rängen… wurde teilweise tatsächlich die dritte Halbzeit geplant“.

Sicher, die durchaus brisante Partie stand bei vielen Medienvertretern im Fokus. Manch einer erwartete Krawalle oder gar einen erneuten Platzsturm. Trotz der etwas unglücklichen 0:1-Niederlage gegen den Erzrivalen blieb es jedoch friedlich – und das, obwohl der Union-Spieler Quiring nach seinem Treffer überschwänglich und am Rande der blanken Provokation vor dem BFC-Fanblock abfeierte. Abgesehen der vereinzelten Böllerwürfe gab es bezüglich möglicher Ausschreitungen nichts zu berichten. Eine „Massenschlägerei von 60 Hooligans im dunklen, unbeobachteten und nahe gelegenen Volkspark Friedrichshain“ soll es laut diepresse.com gegeben haben. „Weitere kleinere Krawalle gab es anderswo“. Wo genau, das bleibt offen. Die Österreicher waren die einzigen, die darüber berichteten.

Aus rein sportlicher Sicht betrachtete der Berliner Kurier das Berliner Derby. „Nach dem 0:3 in Torgelow und dem 0:1 gegen Union II vor der tollen und vor allem auch friedlichen Kulisse von 2817 Fans hängt der Haussegen schief.“, ist im Bericht vom 13. Februar zu lesen. „Beachtlich“ fand auch die Fuwo die Kulisse beim Derby. Über 2.800 Zuschauer hatten sich am Freitagabend eingefunden – für Oberligaverhältnisse eine wirklich beeindruckende Zahl. Kritisch betrachtete die Fuwo die Jubelaktion des Union-Spielers Christopher Quiring. Dieser zeigte vor dem BFC-Block unter seinem Trikot ein T-Shirt mit der Aufschrift „Derbysieger“.

Union gegen Osnabrück oder BFC Dynamo gegen Union II. Die Qual der Wahl hatte auch der Chefredakteur der Berliner Umschau. Persönlich schrieb er schließlich über das Oberligaduell, bei dem auch „ein gutes Dutzend Unioner“ anwesend waren. Das Spiel der Weinrot-Weißen fand er „etwas behäbig, aber doch sehenswert“. Ganz anders bewertete sein Kollege von DiePresse.com das Geschehen auf dem Rasen: „Das Spiel auf dem Platz war fußballerisch unterirdisch.“ So unterschiedlich können die Meinungen sein. Oder war es dann doch die Enttäuschung über die ausbleibenden Ausschreitungen auf den Rängen?

Fotos: Marco Bertram

> zur turus-Fotostrecke: BFC Dynamo

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