Abseits der großen Fußball Glamour-Welt mit Rasenheizung, Sitzschalen und Videowürfel kicken in der NRW-Liga zahlreiche Traditionsvereine vor allem um ihre Existenz, aber nicht mit weniger Begeisterung als ihre großen Vorbilder. Wir vom turus.net Magazin waren heute in Herne am Schloss Strünkede wo genau zwischen Dortmund, Bochum und Schalke der Kultklub SC Westfalia 04 Herne auf die nicht minder traditionsreiche Fortuna aus Köln traf.
Klar die beste Zeit ist für beiden Vereine längst vorbei: Herne war vor dem Start der Bundesliga der Verein der Stunde und Fortuna Köln war von 1974 bis 2000 das Symbol der zweiten Liga. Der Pokalfinalist von 1983 (gegen den FC Köln) hat sich zum ersten deutschen Fußball-Club bei dem sich Mitglieder ein Mitspracherecht über das Internet erkaufen können gewandelt. Runde 9.800 sind es derzeit, aber die Zahl der Anhänger die zu den Spielen der Fortuna pilgern fördert es nicht. Heute verloren sich unter den rund 800 Zuschauern gezählte 74 Fans aus Köln.
Vielleicht ein Ausdruck für die Heimpleite gegen Wattenscheid 09 am vergangenen Donnerstag. Besser wurde es leider heute aber auch nicht. Der Mannschaft fehlte es an Einsatzwillen im Gegensatz zu den Hernern, die schon in der fünften Minute durch Onucka in Führung gingen. Es folgte ein fast neunzig minütiger Dauersupport des Westfalia Anhangs, deren Treuesten traditionell aus dem Block B der kultigen Sitz-Tribüne das Team anfeuern.
Auf Gesänge der mitgereisten Fortuna-Fans (Eagles, Kommando 11. Juni, Schäng Gäng) wartete man indes vergebens. Erstmals in der 19. Spielminute meldeten sich die Anhänger zu Wort. Die Polizei war mit den Verbalattacken aber gar nicht einverstanden und führte einen Fan zur Ermahnung für kurze Zeit aus dem Supportbereich. Trotz der kurz aufblitzenden Stimmung des eigenen Anhangs, zeigte sich das Team aus Köln davon unberührt – auch in der zweiten Halbzeit. Und so kam was kommen musste: Kurz nach Anpfiff ging Herne durch Gebauer mit 2:0 in Führung. In der 74. Minuten fiel gar das 3:0 durch Ouro-Akpo.
Zehn Punkte sind es für die Herner noch zum Aufstiegsplatz – kein Ding der Unmöglichkeit, wenn wie auf dem Platz auch im Verein selbst alles seine Ordnung findet. Für Fortuna Köln dagegen scheint die Saison gelaufen. Neuer Anlauf im nächsten Jahr. Was sich aber immer lohnt: ein Besuch eines Klubs in der NRW-Liga. Nächste Woche sind wir von turus.net bei Schwarz Weiss Essen.
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