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Gummigeschosse gegen Hooligans und Randalierer?

Was in anderen Staaten bereits zum Alltag gehört, wird nun auch zunehmend in Deutschland diskutiert: Der Einsatz von Gummigeschossen von Seiten der Polizei gegen gewalttätige Fußballfans und Demonstranten. Diskutiert wurde das Thema zuletzt im Landtag von Sachsen-Anhalt. Vertreter von Fußballvereinen, Fanprojekten, Justiz und Polizei hatten mit Innenpolitikern auch über den möglichen Einsatz von Gummigeschossen gesprochen. CDU-Innenpolitiker Jens Kolzer war einer der Befürworter. Gummigeschosse? Klingt das nicht nach Gaza, Teheran und Jakarta?
 

Was in anderen Staaten bereits zum Alltag gehört, wird nun auch zunehmend in Deutschland diskutiert: Der Einsatz von Gummigeschossen von Seiten der Polizei gegen gewalttätige Fußballfans und Demonstranten. Diskutiert wurde das Thema zuletzt im Landtag von Sachsen-Anhalt. Vertreter von Fußballvereinen, Fanprojekten, Justiz und Polizei hatten mit Innenpolitikern auch über den möglichen Einsatz von Gummigeschossen gesprochen. CDU-Innenpolitiker Jens Kolzer war einer der Befürworter. Gummigeschosse? Klingt das nicht nach Gaza, Teheran und Jakarta? Gleich drängt sich die Frage auf: Was soll solch ein Einsatz von Gummigeschossen bringen? Die Beschleunigung der Gewaltspirale? Die Bewaffnung und Aufrüstung der „Gegenseite“? Ausgeschossene Augen und zerquetschte Weichteile? Welch ein Aufschrei tobt durch das Land, wenn im Iran, in Indonesien und anderen Ländern auf Demonstranten, Regimekritiker oder aber auch auf gewalttätige Streikende geschossen wird. Egal, ob mit Gummischrot oder echten Kugeln.
 
Polizei
Rüstete die Polizei nicht eh schon schleichend auf? In Berlin gab es vor Jahren noch reichlich Diskussionen um den Tonfa-Schlagstock. Mittlerweile ist der „EMS“ (Einsatz-Mehrzweckstock schwer) eine der wichtigsten Waffen der deutschen Polizei.
Immer häufiger wird bei Polizeieinsätzen beim Fußball und bei Demonstrationen das so genannte Pfefferspray eingesetzt. Und das nicht zu knapp. Sprühgeräte mit dem Reizstoff Oleoresin Capsicum, das aus Capsaicin (8-Methyl-N-vanillyl-6-nonenamid), Dihydrocapsaicin und Nordihydrocapsaicin besteht, kommen seit zwei Jahren verstärkt zum Einsatz.
Die Wirkung im Augenbereich kann verheerend sein. Mitunter kann es neben heftigen Rötungen und Schwellungen zu einer Erblindung von 15 bis 30 Minuten kommen. Immerhin verschwinden die Symptome wieder und die meisten Schäden heilen wieder ab.
 
Polizei

Anders bei einem Gummigeschoss. Der Verlust von Augenlicht ist durchaus möglich, wenn aus kürzerer Distanz auf den Kopfbereich geschossen wird. Ein abgefeuertes Gummigeschoss kann sogar einen Menschen töten, wenn die Geschosse auf den Hals treffen. Die Luftröhre kann gequetscht werden und unter fatalen Umständen kann die Wirbelsäule gebrochen werden.

Zwar soll von Seiten der Einsatzkräfte nur auf Beine und Torso gezielt werden, doch im Getümmel fliegen Geschosse auch schon mal höher.
Grundsätzlich soll der Reizstoff Oleoresin Capsicum auch nicht auf Augen gesprüht werden, und doch setzte die Polizei in der Vergangenheit das Pfefferspray aus kürzester Distanz in Kopfhöhe ein. Gesehen in Berlin, Köln und Bochum.
 
Polizei
Erstmals zum Einsatz kamen Gummigeschosse von Seiten des Militärs und der polizeilichen Einsatzkräfte in Nordirland, in Israel bei der ersten Intifada und in den USA.
Im Kosovo wurde der Einsatz von Gummigeschossen von Seiten der UN-Truppen verboten, nachdem bei einer Demonstration zwei Menschen ums Leben gekommen sind.
In der Schweiz setzen die Polizeikorps häufig Gummischrot ein. Mit dem Karabiner 31 werden auf einem Schlag 35 sechseckige, 18 Gramm schwere Hartgummiprojektile verschossen. Die Schweizer Vereinigung unabhängiger Ärztinnen und Ärzte fordert ein Verbot der Munition. Die deutsche Gewerkschaft der Polizei lehnte bisher den Einsatz von Gummigeschossen ab.
Interessant oder eher gesagt erschreckend, dass deutsche Politiker nun verstärkt den Einsatz von Gummigeschossen fordern.
 
Polizei
Anlass der Diskussion im Landtag von Sachsen-Anhalt waren unter anderen die gewalttätigen Zusammenstöße in Halle am Rande der Spiele des Halleschen FC, bei denen 35 Polizisten verletzt wurden. Nach den Begegnungen gegen den 1. FC Magdeburg und den VFC Plauen kam es zu schweren Ausschreitungen. Inzwischen konnte die Polizei zahlreiche Gewalttäter identifizieren.
 
Fotos: Marco Bertram, Sachseninformer

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