Hansa-Fans in Verl

SC Verl vs. Hansa Rostock: Der Zirkus war in der Stadt 

Der Zirkus war in der Stadt … und präsentierte sein jährliches Programm „Gute Seiten-schlechte Seiten“ in Verl. Zu zweit „zugten“ wir schon am Dienstag von Rostock nach Dortmund. Die Strecke führte über Hamburg, Bremen, Osnabrück und Münster. 

SC Verl vs. Hansa Rostock 1:2
SC Verl vs. Hansa Rostock 1:2

Alles Städte mit Bundesliga-, Zweitliga- oder noch Drittligafußball. Das kann doch nicht unser zukünftiger Dauerzustand in Rostock sein. Wir bringen alle sehr guten Voraussetzungen für einen beständigen 2. Bundesligisten mit. 25.000 Zuschauer im Ostseestadion, verrückte und laute Fans, dazu der FC Mecklenburg, Fans in ganz Deutschland. 

SC Verl vs. Hansa Rostock 1:2
SC Verl vs. Hansa Rostock 1:2

Es ist so schön an der Ostsee in der Wohlfühloase Hansa Rostock. Uwe und Frank wollten damals aufsteigen, aber bei Hansa nimmt man das Ziel „Aufstieg“ eher nicht in den Mund. Wir haben zwar das längste Fischbrötchen der Welt im Ostseestadion, aber keine Punkte gegen Viktoria Köln. Für viele Hansafans war damit der Rollmops gegessen oder in Verl wird gewonnen. 

Hansa-Fans in Verl
Hansa-Fans in Verl

Im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund fuhren wir die Aufstiegsrolltreppe hoch und lauschten nochmals der Radioreportage vom letzten Spieltag der Saison 98/99. Es ging bekanntlich gut für uns aus und vielleicht folgt auch 2026 eine weitere Sternstunde unserer Kogge. 

SC Verl vs. Hansa Rostock 1:2
SC Verl vs. Hansa Rostock 1:2

In den Anreise-Informationen des SC Verl stand: „Anreise mit Zug nicht empfehlenswert“. Verständlich, denn es liegen zwar Schienen von Gütersloh nach Verl, aber seit 50 Jahren gibt es keinen Personenverkehr. Ab Gütersloh fuhr dann ein Bus nach Verl. Ich fragte nach dem Fahrtziel Verl, aber der Busfahrer verstand mich nicht und sagte nur: „Kollega kommt gleich“. Der „Kollega“ war dann wohl der „Fahrlehrer“. 

SC Verl vs. Hansa Rostock 1:2
SC Verl vs. Hansa Rostock 1:2

Er setzte sich mit Döner und Cola in der Hand auf den Beifahrersitz und zeigte dem eigentlichen Fahrer die Busstrecke. Er trug dazu eine Trainingshose und Hausschuhe. Einige Haltestellen wurden heute nicht angefahren, aber Verl Bahnhof wurde gefunden. Ab in unser Hotel mit Blick zum Verler Stadion. Zum Frühstück las ich die örtliche Zeitung und erfuhr, dass die Heimatstube heute einlädt und lernte einen älteren weiblichen Hansafan aus Stuttgart kennen, welche allein zu sehr vielen Auswärtsspielen von Hansa fährt. 

Solche Geschichten von verschiedenen Hansafans sind immer sehr erstaunlich und zeigen unser vielfältiges Fanleben. Vor dem Spiel war noch Treff mit verschiedenen Hansafans im Biergarten des Bürmannshof. Hier wurde mit „Aufstieg“ statt Prost angestoßen. Wir wollen ja! Nach dem langen Fußmarsch erreichten wir endlich das Verler Zirkuszelt. Unsere Zirkuskarte kostete 41 Euro, denn heute wurden „Rostocker Raubtiere“ geboten und da wurden noch extra drei Euro Sicherheitsgeld für den Tigerkäfig verlangt. 

Hansa-Fans in Verl
Hansa-Fans in Verl

Der Zirkusdirektor eröffnete die Veranstaltung und 11 Rostocker Raubtiere kämpften gegen 11 Verler Raubritter. Die Raubtiere wurden von 2.000 Gladiatoren unterstützt. Der Chef der Raubtiere war heute wieder Pfanne. Für mich ein wichtiger Mann auf dem Rasen, der hält den Laden zusammen und will immer gewinnen. 

Erster Aufreger schon nach wenigen Sekunden, denn aus meiner Sicht fing Uppi den Ball außerhalb des Sechzehners. Hier keine rote Karte – Glück gehabt! Franz Pfanne hatte dann auch unsere einzige Chance, während auf der Verler Seite einmal Pfosten stand. Es folgte eine unnötige vierminütige Unterbrechung durch das Werfen von Gegenständen, aber auch hier Glück, dass kein Verler Spieler oder der Schiedsrichter getroffen wurde. 

Hansa-Fans in Verl
Hansa-Fans in Verl

Getroffen hat in der 45. Minute der Verler Taz einen Freistoß aus 20 Metern und wenig später wurde er von einer Frau mit Bier getroffen. Vermutlich fühlte sie sich persönlich vom Torjubel beleidigt. Ich hoffe, sie hat ihren Aussetzer bereut und schämt sich dafür. War es das zur Halbzeit schon mit Hansas Aufstieg? 

Die logische Konsequenz war der Dreifachwechsel. Krauß, Kinsombi und Dirkner kamen für Lebeau, Kunze und Hummel. Kingsombi in der 54. und Emil in der 58. Spielminute drehten das Spiel. Alles lag sich in den Armen. Ekstase pur und extremer Ostjubel. Radaune in der Verler Arena auf Hansaseite. 

SC Verl vs. Hansa Rostock 1:2
SC Verl vs. Hansa Rostock 1:2

Auswärtssieg und Aufstieg. Monchi neben mir schrie: „Wir steigen auf!“.  Gänsehaut auch jetzt beim Schreiben gerade. „Feuer im Zirkuszelt?“ Die Feuerwehr rückte zum Gästeblock und löschte nichts. Irgendein leicht brenzliger Geruch lag Minuten vorher in der Luft, kann aber auch von der Bratwurstbude gekommen sein. 

SC Verl vs. Hansa Rostock 1:2
SC Verl vs. Hansa Rostock 1:2

Auf jeden Fall wurde nochmal für acht Minuten unterbrochen. Alles bangte und wankte im Gästeblock und Heimbereich. Bitte kein Gegentor mehr! Die Nachspielzeit betrug dann insgesamt 16 Minuten und irgendwann war Schluss. 

SC Verl vs. Hansa Rostock 1:2
SC Verl vs. Hansa Rostock 1:2

Für mich sind heute noch zwei großartige Szenen haften geblieben. Zum einen nach unserem 2:1, als alle Hansaspieler zusammen im Verler Tor vor unserem Gästeblock feierten, und als Chris Kingsombi seinen Sohn von der Tribüne zum Feiern holte. AHU! Der Zirkus verließ am Abend die kleine Stadt Verl und zieht weiter nach Schweinfurt. Ahoi Heiko     

Fotos: Heiko Neubert        

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen