Was im Februar noch undenkbar war – vor allem nach den Auswärtspartien in Osnabrück und Rostock –, ist nun zum Greifen nah: der Aufstieg von Rot-Weiss Essen in die 2. Bundesliga. 20 Jahre nach dem letzten Aufstieg ist die Spannung in der Stadt aktuell kaum auszuhalten. Sieben Siege in Folge und noch fünf schwere Spiele (Siege?) vor der Brust.

Jeder Gegner in dieser Liga ist schwer. Auch wenn am Wochenende der FC Ingolstadt mit 4:1 geschlagen wurde, war es am Ende doch knapper, als das Ergebnis aussagt. So fielen zwei Tore in den Schlussminuten. Am Wochenende geht es zu Energie Cottbus (auch für mich). Spitzenspiel: Zweiter gegen Dritter. RWE auf Platz zwei, mit vier Punkten vor dem FCE, hat sich einen kleinen Puffer erarbeitet, den die Lausitzer gerne zum Schmelzen bringen wollen.

Ja, Energie Cottbus ist wie im vergangenen Jahr wieder voll mit dabei im Aufstiegsrennen. Eine starke Leistung, des Regionalliga-Nordost Aufsteiger von 2024. Hinter Cottbus sind Duisburg und Rostock in Lauerstellung. Jeder hofft auf einen Fehler des anderen. Das Saisonfinale ist eingeläutet und vor Spannung kaum zu toppen. Am Ende wird es ein Kopf-an-Kopf-Rennen, und vielleicht wird auch noch das Torverhältnis wichtig.

Es spitzt sich zu, und in Essen fangen die Ersten an zu träumen, aber viele bleiben realistisch. Zu viel wurde mit dem Verein schon erlebt: von großen Bundesliga-Träumen wie 2006 bis zu einem tiefen Absturz in die fünfte Liga (2007–2010) sowie Jahren in der Regionalliga West (2010–2022). Trotzdem wird in der Stadt schon vorgesorgt, und die ersten Kneipen planen bereits, das Bierkontingent der lokalen Brauerei Stauder aufzustocken. Nur für den Fall der Fälle. Denn im Mai 2022, beim Aufstieg aus der Regionalliga, wurde die halbe Stadt „leer gesoffen“.

Man würde gerne jetzt die 3.-Liga-Tabelle einfrieren und am 16. Mai 2026 um 15:30 Uhr wieder auftauen. Aber weiter so fokussiert bleiben, denn dann singen alle Fans – wie zuletzt zaghaft angestimmt – gemeinsam:
„Eines Tages, eines Tages wird’s geschehen. Ja, dann laufen wir nach Bochum, um den RWE zu sehen.“
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