Mittwochabend und ein mit 18.047 Zuschauern fast volles Stadion an der Hafenstraße, darunter 2.000 gut aufgelegte Fans aus Osnabrück mit sehr gutem Support. Hätte ein schöner Fußballabend werden können, wurde aber leider ein ideenloser Kick (1:1). Vor dem Spiel dachte ich der schlechste Mann auf dem Platz wird sicherlich Assad Nouhoum, der in der Vergangenheit nicht immer fehlerfreie Schiedsrichter, aber er war tatsächlich (zusammen mit seinem Team) der beste Akteur bei dem Spiel. Eine souveräne Spielleitung und durchgehende richtige Entscheidungen. Richtig starke Leistung.

Ein Kommentar zum Spiel Rot-Weiss Essen gegen den VfL Osnabrück


Anders als die Schiris dagegen die Leistung der Kicker auf dem Feld – insbesondere von Rot-Weiss Essen – angeleitet vom Chefcoach Uwe Koschinat, der am Seitenrand teilweise wild gestikulierend versuchte, taktische Maßnahmen durchzudrücken oder was auch immer. Das wirkte eher peinlich und planlos statt professionell. So sah dann auch das Spiel aus: Ohne eine Vision. Es war keine Idee erkennbar, wie Rot-Weiss Essen die gut stehenden Osnabrücker überwinden wollte.

Ja, es sind die elf auf dem Platz, die das Spiel machen und entscheiden, aber es ist die Aufgabe vom Trainer die Mannschaft auf den Gegner einzustellen und auch während des Spiels Maßnahmen zu ergreifen, um die Punkte an der Hafenstraße zu erkämpfen. Da muss man auch mal das Rückgrat haben und gestandene Spieler, die gerade nicht auf ihrem normalen Niveau performen, auch mal früher statt erst in der 89. Spielminute auszuwechseln.

Natürlich: Sechs Spieltage sind in der verrückten Liga 3 gespielt und noch ist nix entschieden, aber eine Tendenz ist absehbar. Nach der geilen „Uwe“ Rückrunde mit überragenden Siegen inklusive Klassenerhalt ging man motiviert in die Vorbereitung. Glück und Chance zugleich für das Trainerteam, dass fast von Beginn an die Mannschaft feststand. Die Chance verschiedene Taktiken und Varianten zu probieren wurde aber scheinbar in der Vorbereitung nicht genutzt und das bei einem Team, das eher für die obere Tabellenhälfte als fürs Mittelfeld zusammengestellt wurde.

Ja, anders sind die ersten sechs Spiele nicht zu erklären. Auswärts holte man sieben Punkte wobei man in Havelse Pech und in Wiesbaden Glück hatte. Zu Hause waren es bis auf Teile des Eröffnungsspiels gegen 1860 München eher maue und planlose Vorstellungen. Aktuell ist keine echte Spielidee erkennbar und auch viele Fans sehen auch keine Weiterentwicklung. Trotz aller Kritik, nein die Trainerfrage stellt sich für mich nicht, auch wenn vieles momentan noch wie im „Ausprobiermodus“ wirkt.
Aber hey: Profifußball ist kein Quiz oder Computerspiel wie EA FC 26 (FIFA), wo man im Karrieremodus einfach das Match neu starten kann, wenn einen das Ergebnis nicht gefällt. Und auch „Uwe“ hat natürlich erkannt, dass es nicht so läuft und gibt das ja in aller Regelmäßigkeit sehr wortgewandt in jedes sich bietende Mikrofon. Leider kann ich mir die schwammigen langen Ausführungen nicht mehr anhören und lasse mir die Pressekonferenzen inzwischen mit KI zusammenfassen. Man könnte frech sagen: „Weniger labern, mehr machen“. In diesem Sinne die nächste Chance gibt es am nächsten Samstag gegen den F.C. Hansa Rostock.

Gegen Rostock noch so eine Leistung und dann wird es eng.
Guter Artikel. Bei uns in Osnabrück war es als es dem Ende zu ging auch so: Keine Weiterentwicklung nur ein paar schlaue Sätze. Reden kann er wahnsinnig gut. Aber reicht halt nicht immer.