Rot-Weiss Essen gegen SC Verl: Ein Satz mit X

Rot-Weiss Essen gegen SC Verl: Ein Satz mit X, dat war nix!

Schalalalala Simon Engelmann, Engelmann, Simon Engelmann […]“, schallte es zehn Minuten vor Abpfiff aus tausenden von Kehlen durch das Stadion an der Hafenstraße in Essen. Rot-Weiss Essen verliert nach der 4:0 Pleite unter der Woche in Unterhaching zu Hause gegen den SC Verl mit 5:0. Die 14.907 Zuschauer, abzüglich der Busladung SC Verl Fans, die im Gästeblock wahrscheinlich ihre beste Auswärtstour aller Zeiten feierten, waren mehr als bedient und trauerten einmal mehr ihren langjährigen Knipser mit Sprechchören (117 Spiele – 72 Tore) nach.

Das ist Rot-Weiss Essen, mal total euphorisiert und mal total frustriert und pöbelnd zu Spielern, Staff und Fotografen von den Rängen. Vor einer Woche lagen sich alle noch in den Armen, als der Spitzenreiter Dynamo Dresden mit 3:1 aus dem Stadion gefegt wurde. Die ersten Träumer traten auf den Plan, wurden dann aber am 04.10. mit einem satten 4:0 der SpVgg Unterhaching zurück auf den Boden der Tatsachen geholt. Ok, Ausrutscher weiter geht’s dachte man. Aber nichts da, auch gegen den SC Verl fand RWE keine Mittel sich effektiv vor dem Tor des Gegners zu behaupten.

Ja das Zeitspiel und das teilweise rüde einsteigen der Ostwestfalen nervte, aber das ist die Spielweise der Ostwestfalen in Essen. Das kennt man auch noch aus Regionalligazeiten und außerdem ist ein Match der 3.Liga auch kein Trainingsspiel. Zwar hatte Essen zu Beginn mehr vom Spiel, aber Verl war einfach effektiver, vor allem mit Batista Meier: Erst legte er mustergültig für Lars Lokotsch (39. Spielminute) auf, dann folgte sein eigener Dreierpack in Halbzeit zwei. Erst durch einen berechtigten Handelfmeter (61. Spielminute) dann mit zwei locker ausgespielten Toren (63. und 74. Spielminute). Ja RWE hatte ein paar Chancen, erst zum Ausgleich später zum Anschlusstreffer. Aber insgesamt agierte das Team von Trainer Christoph Dabrowski viel zu harmlos.

Lohn für diese „Nicht-Leistung“, das 0:5: Ohne Gegenwehr konnte sich Nico Ochojski (82. Spielminute) durch den Strafraum tanken und den Endstand besiegeln. Verl hätte Essen noch höher abschießen können, schaltete aber einen Gang zurück. Warum der Essener Björn Rother trotzdem noch überhart in Maximilian Wolfram einstieg, weiß wohl nur er selbst. Schlecht gespielt und am Ende noch die verdiente rote Karte abgeholt. Ja der Frust sitzt bei allen tief. Auch viele Fans hielt es nicht mehr auf ihren Plätzen. Nach dem Schlusspfiff, der von einem berechtigten gellenden Pfeifkonzert begleitet wurde, strömten die Zuschauer schnell in Richtung Ausgang mit der Frage im Kopf wann man zuletzt zu Hause so hoch abgezogen wurde.

Man muss schon auf diversen Seiten suchen und im Gedächtnis kramen um nach einer ähnlichen hohen Heimniederlage zu suchen. Es gab mal ein 1:8 zu Hause gegen Eintracht Frankfurt (1977 in der Bundesliga), dann ein 1:6 gegen die zweite Mannschaft von Borussia Mönchengladbach 2013 in der Regionalliga West (4. Liga) und tatsächlich, die Älteren werden sich erinnern, auch schon einmal ein 0:5 gegen den SC Verl (September 1997) in der damaligen dritten Liga (Regionalliga West). Die 5:0 Niederlage heute reiht sich damit auf Platz 3 der höchsten Heimniederlagen ein. Bleibt zu hoffen, dass die Saison keinen ähnlichen Verlauf nimmt wie die Spielzeit 1997/1998 wo es direkt runterging.

Viel Arbeit für die Trainer und Spieler. Am kommenden Freitag geht es nach Dortmund zur zweiten Mannschaft vom BVB und bis dahin sollten die Fehler und Probleme in der Abwehr, im Mittelfeld und im Sturm behoben sein. Ja und was macht eigentlich der heute von den RWE-Fans schmerzhaft vermisste Simon Engelmann? Dieser spielt aktuell beim SV Rödinghausen in der Regionalliga West. Er wurde heute im Spiel gegen die zweite Mannschaft des SC Paderborn in der 83. Spielminute eingewechselt und erzielte in der zweiten Spielminute der Nachspielzeit das 2:0 für seinen Klub.

Fotos: Alle Bilder Sportfotoagentur frontalvision.com >

> RWE Fotostrecke turus

> SC Verl Fotostrecke turus

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