„Der Pokal dem FCH“ oder der Traum vom Finale mit Hansa im Berliner Olympiastadion. In vergangenen Bundesligazeiten sind wir auf die Dörfer gefahren und belächelten den 1. FC Magdeburg, den 1. FC Union Berlin oder die SG Dynamo Dresden, welche sich auf einen Bundesligisten in der ersten Runde freuten.

Nun ist es leider andersherum. Und so schauten wir gespannt auf die Auslosung im Dortmunder Fußballmuseum (meine Kulturempfehlung!), welche uns das „Traumlos“ TSG 1899 Hoffenheim bescherte. Da war doch schon mal was. Vor 21 Jahren gewannen wir mit 2:1 in der 1. Pokalrunde in Hoffenheim. Im Achtelfinale der Saison 2007/2008 verloren wir dagegen mit 1:2 in Hoffenheim. Das waren unsere einzigen Begegnungen, da es bisher keine Ligaspiele gegeneinander gab.

Die Erwartungen am Sonnabendnachmittag waren normal, nicht euphorisch hoch. Ich rechnete mit rund 20.000 Zuschauern, da vielleicht der Gegner und der hohe Eintrittspreis nicht den Zufallsgeher ins Stadion lockten. Natürlich sind meine 50 Euro für die Westtribüne schon eine sehr hohe „Vergnügungssteuer“. Bei mir persönlich kommen allerdings keine weiteren Fahrtkosten, Hotelkosten oder Bierkosten dazu. Respekt für jeden Auswärtigen, welcher viel höhere Kosten hat.

Auch der F.C. Hansa sollte sich bei seiner Preispolitik immer hinterfragen, denn früher wurde über die hohen Eintrittspreise in England geschimpft und wir sind kein Bundesligist. „Fußball für Millionen“ hieß mal ein Fußballbuch, aber bitte nicht „Fußball für Millionäre“!

Ein Spruchband auf der Süd nahm sich heute auch dem Thema an: „HANSA ROSTOCK 25/26 – LIGA 3 AUF DEM RASEN – CHAMPIONS LEAGUE AN DER KASSE“. Respekt auch an die Macher der Nord für die sehr gelungene Einlauf-Choreografie. Damit war im Ostseestadion alles angerichtet, da mussten nur noch unsere Spieler vom heißen Siegerbrei einen großen Löffel nehmen.

Unsere Abwehr überstand die 20-minütige Druckphase des Bundesligisten und alles deutete auf ein 0:0 zur Pause hin. Aber die erste richtige Chance nutzte dann der Gast und stocherte den Ball im Strafraumgewühl ins Tor.
Nun erwartete ich nach der Pause einen Sturmlauf der Hoffenheimer zur 2:0-Vorentscheidung, aber Hansa Rostock wurde endlich mutiger und erspielte sich selbst Chancen. Hummel bekam den langen Ball beim Konter an den eigenen Hacken und daraus entwickelte sich die 2:0-Führung für Hoffenheim in der 71. Minute durch Moerstedt.

In der 81. Minute nochmal Pech für Hummel, denn viele hatten den Torschrei schon auf den Lippen. Unser Spieler umkurvte den Gästetorwart und Machida kratzte den Ball von der Linie. Schade, mit dem 1:2 und noch rund 15 Minuten Spielzeit wäre nochmal richtig „Radaune“ im Ostseestadion gewesen. Die 300 Gästefans bejubelten dann noch Treffer drei und vier ihrer Mannschaft.
Unsere Mannschaft wurde mit viel Applaus der 22.000 Hansafans verabschiedet, und auch mir hat der Kampf und Einsatz unserer Hanseaten gefallen. Ahoi Heiko

Fotos: Heiko Neubert & René H.
