Das Drittligaspiel SV Waldhof Mannheim vs. Alemannia Aachen wurde als Hochrisikospiel eingestuft, und es ist seit dem Duell im September 2024, als einige Aachener den Gästeblock angriffen, für ordentlich Brisanz gesorgt.

Nachdem die aktive Fanszene aus Aachen den Block betreten hatte, flogen einige ungezündete Rauchdosen und elektronisches Equipment aus dem Block, welche dort wohl von der heimischen Szene deponiert wurden. Die Aachener konterten dies gegen Ende der Partie mit einem spontan gesprühten ”Eure Ideen zünden nicht! SVW Hurensöhne!“-Spruchband.

Die Ultras Mannheim zeigten zu Spielbeginn eine Choreo zu 25 Jahren ”Sektion KroMiLa“ mit blauen Folien und einem Stern in Schwarz-Rot-Gold, in deren Mitte ein vermummter Ultra mit Sonnenbrille und Fischerhut hochgezogen wurde. Dazu gab es ein wenig dunkelblauen Rauch.
Dazu prangte vor dem Block ein ”25 Jahre Sektion KroMiLa“-Transparent.

Außerdem sah man auf der OST heute einen Schwenker mit dem Choreo-Motiv des vermummten Ultras. Der Begriff „KroMiLa“ steht für die Ortschaften (Kronau, Mingolsheim, Langenbrücken), die sich im mittelbadischen Bereich befinden und eigentlich Gebiet der Fans des Karlsruher SC sind. Eine kleine Zaunfahne der Sektion hängt bei den Heimspielen immer unweit der UM-Hauptfahne.

Die Aachener um die Karlsbande, Domwacht und Fahrgemeinschaft 520 machten sich auf den Sitzplätzen breit und hatten einen ordentlich beflaggten Zaun und einiges an Schwenkern am Start. Während die Gruppen-Fahnen innen an der Balustrade hingen, hatte man am Zaun vor dem Block eine große ”125 Jahre Alemannia Aachen“ angebracht. Etwa 1.700 Fans begleiteten die Alemannia in die Quadratstadt.

Stimmungsmäßig legten beide Seiten gut los und schmetterten sich ordentlich Gepöbel um die Ohren. Mit dem Halbzeitpfiff gab es Tumulte vor der Trainerbank der Waldhöfer, in deren Verlauf der Aachener Trainer und der Mannheimer Sportdirektor Platzverweise erhielten.

Einige Mannheimer betraten kurzzeitig den Bereich vor der OST, kehrten aber nach einigen Momenten wieder um. Um selbiges auf Aachener Seite zu vermeiden, marschierten kurzzeitig behelmte Polizisten vor dem Gästeblock auf.
Zu Beginn der zweiten Hälfte zeigte man auf Mannheimer Seite ein Transparent (”Ruhe in Frieden Tom) für einen verstorbenen Ultra.

Auf Aachener Seite war nur noch anfangs erwähntes Spruchband zu sehen und eine Schalparade, als die Mannschaft nach Abpfiff in die Kurve kam. Am Plexiglas – im oberen Bereich des Blockes – hinterließen die Aachener noch überdimensionale Aufkleber die ein ”Forza ATSV“ ergaben.

Das Spiel verlor Alemannia Aachen nach einer 1:0-Halbzeitführung mit 1:2 – beide Tore für die Waldhöfer schoss Terrence Boyd vor insgesamt 12.150 Zuschauern.
Die Mannheimer Mannschaft feierte den hart erkämpften Sieg gemeinsam mit den Fans und einer größeren Sektion KroMila-Zaunfahne – auch mit dem Motiv der Choreo.
Fotos: Jochen S.
