Nach langer Zeit des Wartens hatten nicht nur die Anhänger des 1. FSV Mainz 05 mal wieder Bock auf internationalen Fußball, sondern auch wir, als fußballbegeisterte junge Männer. Einen Bezug zum 1. FSV Mainz 05 haben wir nicht, wollten uns aber mal Stadt und Verein zu Gemüte führen.

Die Liste der potentiellen Gegner war bereits auf zwei Mannschaften geschrumpft und „leider“ bekamen wir dann den etwas unattraktiveren Gegner vor die Brust gesetzt. Als absoluter Liebhaber des Landes Schweden hätte mir ein Aufeinandertreffen mit Hammarby IF etwas mehr zugesagt. Aber Fußball ist und bleibt kein Wunschkonzert, und so mussten wir eben mit Rosenborg Trondheim vorliebnehmen.
Die Fahrt in Richtung Rhein begann sehr entspannt im Abteilwagen eines relativen alten ICE. Dieser kam standesgemäß mit knapp 50-minütiger Verspätung in Mainz an. Zwischendurch wurden schon mehrere Becher Weinschorle verköstigt. Kulturell zog es uns etwas später an den Stadtstrand der pfälzischen Hauptstadt, dort begegneten wir auch schon den ersten norwegischen Schlachtenbummlern.

Ein sehr entspanntes Publikum. Interessant wurde es dann erst ein wenig später am offiziellen Treffpunkt aller Mainzer – dem Theater. Wir folgten dem Motto „Alle in weiß“, verhielten uns aber doch für einen kurzen Moment etwas zu auffällig und bekamen eine Privataudienz mit einem der Mainzer Vorsänger. Dieser wollte unsere Tickets sehen und stellte noch ein paar unangenehme Fragen, blieb aber stets freundlich und auf Abstand.
Der junge Mann beorderte uns ein paar Meter weg und wies uns nochmals darauf hin keine Nahaufnahmen vom Mob anzufertigen. Gesagt, getan. Beeindruckend wie sachlich und respektvoll solche Situationen ablaufen können. Der Fußball ist offenbar noch nicht komplett verloren.
Dem Fanmarsch folgten wir nicht, begaben uns erneut in eine anliegende Kneipe und steuerten erst knapp eine Stunde vor Anpfiff in die MEWA-Arena. Hm ja, wie sagt man so schön? Ein „roter Klotz mitten am Arsch der Heide“. Zumindest war die Busanbindung hervorragend.

Kulinarisch gab’s dafür einige Highlights für den leidgeplagten Gaumen. Weinschorle – billiger als Bier – und dazu ein absolut perfekt zubereitetes Leberkäse-Brötchen. Wirklich top!

Die Stimmung war bereits vor dem Anpfiff hervorragend, die knapp 300 Gäste aus Trondheim waren akustisch nicht wahrnehmbar, zeigten sich aber dauerhaft in Bewegung. Mainz hingegen überraschte und lautstärketechnisch extrem. Auch die Mitmachquote war nahezu perfekt. Beeindruckt zeigten sich viele Personen im Stadion auch von der Choreo. „Internationaler Fußballsportverein“. Grundsätzlich sehr schlicht gehalten, aber alles in allem sehr ästhetisch.

Zum Spiel muss man gar nicht so viele Worte verlieren – die Mannschaft des 1. FSV Mainz dominierte die komplette Partie über und ließ sich auch von einem kurzen Nackenschlag nicht demotivieren. Der Doppelschlag kurz vor Pausenpfiff hatte diese Partie nahezu entschieden. Stefan Bell erzielte das 1:0 nach knapp einer halben Stunde, nur fünf Minuten später machte Dino Islamovic den 1:1-Ausgleichstreffer für die Gäste klar. Der besagt Doppelschlag in Minute 43 und 44 erfolgte durch Tore von Lee Jae-sung und Nelson Weiper, in der 57. Minute erzielte Nadiem Amiri den Treffer zum 4:1-Endstand.

Glückwunsch an den 1. FSV Mainz 05 zum verdienten Einzug in die Conference League!
Fotos: Max Wieler
