„Piss Pott“ im Ostseestadion. Es hätte alles so schön sein können am Sonnabend. Letztes Heimspiel, im Gästeblock nur Hansafans, fast 30.000 Zuschauer auf den Rängen, La-Ola-Wellen toben durch das Ostseestadion, Freibier, Heimsieg und Aufstieg!

Bekanntlich fehlten dazu der Sieg in Schweinfurt und / oder die Heimpunkte gegen Ingolstadt, Regensburg beziehungsweise Viktoria Köln. Das ist Vergangenheit und nicht mehr umzukehren. Das Wetter war gut, in Warnemünde lauerte die „Sachsenfalle“ auf Fischbrötchen der Urlauber und aus dem Biergarten der Trotzenburg hörte man „Aufstieg“. Auch das sollte uns in Zukunft wieder gelingen.

Ich hoffte für die treuen 28.000 Hansafans auf einen versöhnlichen Heimsieg, da im Ostseestadion nicht so viele Feiertage waren. Und sie wurden nicht enttäuscht. Die Stuttgarter starteten offensiv und „ergaunerten“ sich in der sechsten Minute einen Elfmeter.

Früher spielten wir „Piss Pott“. Dazu stellen sich zwei Spieler mit etwas Abstand gegenüber auf und einer setzt seinen einen Fuß direkt vor den anderen und sagt: „Piss“. Danach setzt der andere Spieler seinen Fuß vor den anderen und sagt: „Pott“. Der Spieler, der zum Schluss den letzten Schritt macht und dabei auf dem Fuß des anderen Spielers landet, hat gewonnen.

Hummel erging es so und er berührte den Fuß des Stuttgarters, welcher sich dann sofort fallen ließ. Lief wieder gut für Hansa. Der Stuttgarter Sessa verwandelte zur Führung. Zum Glück zeigten unsere Spieler die richtige Reaktion und zur Pause stand es 3:1 für den F.C. Hansa Rostock. Faktic in der 16., Holten in der 31. und Wallner in der 34. Minute sorgten für Jubel im vollen Ostseestadion.

Die vierminütige Nachspielzeit war für mich gefühlt etwas kürzer, aber bei eigener Führung natürlich verkraftbar. Nach Bockwurst, Brause und dem Lesen der „Greif zu“ (was für ein geniales Interview mit Andy Thiem) ging es zurück auf unsere Plätze und irgendetwas stimmte nicht. Beide Mannschaften hatten nicht die Seiten gewechselt. Der Grund war dann das Unwohlsein des Linienrichters während der Nachspielzeit, sodass durch den Schiedsrichter 30 Sekunden früher abgepfiffen wurde. Daher wurden diese fehlenden 30 Sekunden noch nachgespielt.

Hummel gewann diesmal „Piss Pott“ und erzielte die sichere 4:1-Führung. Nun schlich sich wieder der Schlendrian bei Hansa ein, sodass die Stuttgarter auf 3:4 verkürzen konnten. In der Nachspielzeit schaffte dann Voglsammer noch die 5:3-Führung für Hansa.

Hervorheben möchte ich noch die Einwechslung von Milosz Brzozowski. Der Junge aus Swinemünde war lange verletzt und spielte seine ersten Minuten in der 3. Liga. Ich hatte gerade den Hansa-Podcast mit ihm gehört, da leuchtete mein Hansaherz für ihn. Nach dem Spiel gab es Freibier für alle. Ich mag jedoch kein Lübzer und leider gab es keine Freibrause. Ahoi Heiko
Fotos: Heiko Neubert, René H.
