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Hansa Rostock vs. SC Verl: Die Sache mit dem Aufstieg

Im Jahr 1987 stieg der F.C. Hansa Rostock aus der DDR-Liga wieder in die Oberliga auf. Die Gegner hießen damals Rotation Berlin, Dynamo Fürstenwalde oder Chemie Leipzig. Es war meine erste richtige Auswärtsfahrersaison, und mit hunderten Schlachtenbummlern wurde der Begriff „Auswärtssieg“ und „Aufstieg“ bei Hansa geprägt.

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Wir kamen freudetrunken und manche taumelnd im Leipziger Hauptbahnhof an und die Bahnhofshalle wurde von uns beschallt. Ich habe es geliebt, wenn die Bahnsteige und Tunnel mit Hansagesängen zum Wackeln gebracht wurden. In jedem Gästestadion teilten wir dem Heimpublikum unser großes Ziel – AUFSTIEG – mit. Ich sehe uns schon mit 30.000 Hansafans im Niedersachsenstadion unseren Aufstieg feiern. Bis dahin sind noch viele Siege nötig, aber alles ist möglich.

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Mit dem SC Verl kam ein unbequemer Gegner ins Ostseestadion. Zwischen „graue Maus“ und Verein in der Nähe von Gütersloh ordneten sich die Gäste ein. Aber 24.060 Zuschauer, außer den 80 Gästefans, hofften auf den nächsten Heimsieg. Rossipal kehrte wieder zurück und diesmal durfte sogar Kinsombi gleich auf den grünen Rasen. Er bedankte sich beim Trainer schon in der vierten Spielminute mit der 1:0-Führung.

Hansa Rostock vs. SC Verl

Verl attackierte uns früh am eigenen Strafraum und zeigte eine gute Ballbeherrschung, aber Chancen blieben Mangelware. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit gab es dann noch einen Freistoß für Hansa. Was für eine großartige Freistoßvariante war das denn?! Lebeau versenkte den Ball zum 2:0. Der Schiedsrichter pfiff sofort zur Halbzeit.

Hansa Rostock vs. SC Verl

Überall sah man in der Pause strahlende Gesichter und bei Bockwurst, Fischbrötchen, Eis, Brause und Bier wurde über die erste Halbzeit „gefachsimpelt“. Schnell zurück auf die Plätze, denn ein Spiel im Ostseestadion ist oft so schnell wie ein Handballspiel. Kaum Leerlauf und sehr intensiv geführt.

Hansa Rostock vs. SC Verl

Dazu waren heute die Nord und Süd extrem gut drauf und die Wechselgesänge kamen brachial laut rüber. Mit Plakaten wurde über die Initiative „Verbandsstrafen abschaffen“ informiert. In Hälfte zwei gingen die „Christian Kinsombi Weltfestspiele“ weiter, denn in Minute 52 und 64 erhöhte unser „Einwechsler“ auf 4:0. Das Ostseestadion wurde zum Tollhaus und etliche Ostseewellen schwappten durch unser Wohnzimmer.

Hansa Rostock vs. SC Verl

Ich hatte Tränen in den Augen, als Stadionsprecher Oli Schubert die Einwechselungen von Tim und Fiete mit den Worten „Aus der Nachwuchsakademie von Hansa kommt nun…“ ankündigte. War das nicht unser Wunsch und Traum?!

Verl spielte aufgrund der Verletzung von Otto und der Erschöpfung der Auswechselmöglichkeiten für 15 Minuten in Unterzahl, aber Hansa beließ es beim 4:0-Heimsieg.

Hansa Rostock vs. SC Verl

Mir persönlich gefallen hat noch die Tapete auf der Süd gegen Sönke F. von der OZ: „INSIDER PACKT AUS: SÖNKE FRÖBE IST VÖLLIG AUSSER KONTROLLE GERATEN!“. Was er macht oder schreibt, ist so durchschaubar. Mal erfindet er ehemalige Hansafans, welche aber seit 20 Jahren nicht mehr im Ostseestadion waren, und dann Geschichten vom angeblichen Insider. Aus meiner Sicht ist er kein Journalist, sondern eher ein Propagandist!

Ich habe einige Journalisten bei Hansa persönlich kennenlernen dürfen, aber keiner hat jemals wie SF Lügen oder Märchen über Hansa und seine Fans verbreitet. Dafür wird er aber auch niemals im Ostseestadion so feiern wie Spieler und Fans am Sonnabend.

Hansa Rostock vs. SC Verl

Christian schnappte sich den Ball und unser Trainer holte sogar seinen Sohn auf den Rasen zum Feiern vor die Süd. Ich mag diese kleinen besonderen Randnotizen. Die Spieler haben nun zwei Tage frei und bereiten sich dann auf unser Auswärtsspiel in Bielefeld vor.

„Auswärtssieg und Aufstieg“! Ahoi Heiko

Fotos: Heiko Neubert, Ulf Lange

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