Es ist doch immer das Gleiche. Kaum ist in einer Polizeimitteilung was von 112 verletzten Beamten bei einem Viertligaspiel in Berlin zu lesen, übernehmen die meisten Zeitungen diese Angaben ungeprüft. Dass selbst in genau dieser Mitteilung stand, dass nur zwei von diesen 112 Verletzten ambulant behandelt werden mussten, hinterfragte kaum jemand. Die Schlagzeilen standen fest. Punkt. Fertig. Das Desaströse am Ganzen: Von den in Berlin „112 verletzten Polizisten“ wurde sogar in englischen Provinzzeitungen geschrieben. Das dortige Fazit der Medien: Seht Ihr, solche Probleme haben wir beim englischen Fußball nicht mehr. Hier wurde alles richtig gemacht! Vor Ort war bekanntlich kaum ein Medienvertreter, doch übernommen wurde die Meldung fast 1:1. Nun aber: Meldet sich ein langjähriger Mitarbeiter eines Fanprojektes, der Jahr ein, Jahr aus, wirklich nah am Geschehen ist, zu Wort, sind die Medien skeptisch.
Worum es geht? Heino Hassler (59 Jahre alt) vom Fanprojekt Nürnberg verfasste einen offenen Brief an den sächsischen Innenminister Ulbig, der zugleich oberster Dienstherr der Sächsischen Polizei ist. In ungewohnt deutlicher Form kritisiert der Fanprojekt-Mitarbeiter die Polizeieinsätze im Rahmen des Zweitligaspiels RasenBallsport Leipzig vs. 1. FC Nürnberg am 05. April 2015. Seit 26 Jahren begleitete Heino Hassler den Club bei über 1.000 Spielen, und wenn er in dem offenen Brief schreibt, dass der Polizeieinsatz beim Auswärtsspiel in Leipzig – gelinde gesagt – der Übelste war, muss das wahrlich was heißen. Logisch, dass vor Ort bei einem Auswärtsspiel, bei dem rund 5.000 Fans anreisen, niemand alles sehen und alle Ereignisse objektiv einschätzen kann. Kein Journalist der Welt kann das, kein Polizeisprecher, kein Fußballfan und auch kein Mitarbeiter eines Fanprojektes. Fakt ist jedoch, dass Fanprojekt-Mitarbeiter meist dicht am Geschehen sind, um zu klären, zu beobachten und um notfalls schlichtend einwirken zu können.
Einer der Hauptkritikpunkte im offenen Brief war die Einlasssituation an der Leipziger Arena. War die Stimmung zuvor bei der Anreise im Sonderzug und in den Shuttle-Bussen eher entspannt, so wurde dort am Eingangsbereich des Gästeblocks unnötigerweise Druck aufgebaut. Es gab penible Kontrollen von Seiten des Ordnerdienstes – das Fanprojekt schreibt sogar von Leibesvisitationen – und die Masse staute sich an den sechs zur Verfügung stehenden Eingängen. Schon bald kippte die Stimmung und die polizeilichen Einsatzkräfte setzten Schlagstock und Pfefferspray ein. Dabei wurden auch zahlreiche jugendliche Fans attackiert. So berichtet Heino Hassler, dass viele Nürnberger Fans wegen Nichtigkeiten von mehreren Beamten zu Boden gerissen wurden. Ein zirka 50-jähriger Fußballfan wurde von der Polizei gezwungen, seine zuvor angefertigten Fotos von seinem Handy zu löschen. Obwohl nach Angaben des Nürnberger Fanprojektes bereits ein Großteil der Gästefans gegen 12 Uhr vor dem Einlass stand, erreichten zahlreiche Fans erst nach Anpfiff der Partie den eigentlichen Gästeblock.
Nach dem Spiel wurde es richtig hässlich. Auswärtsspiel in Leipzig? Ein gemütlicher Fußballausflug sieht anders aus! Bereits viele andere Fanszenen können ein Liedchen davon singen. Bei diesem Punkt schien sich der Mitarbeiter des Fanprojektes richtig in Rage geschrieben zu haben. Wortwörtlich heißt es: „Nach dem Spiel begannen dann die richtigen „Jagdszenen“ auf Nürnberger Fans von Seiten der Polizei. Bei Betreten des Hauptbahnhofs versuchte die Polizei, die Gruppe der Nürnberger Ultras ohne ersichtlichen Grund zu trennen. Als dies offensichtlich nicht schnell genug von statten ging, wurden einzelne Fans zu Boden gebracht, ihnen wurden Handschellen angelegt und sie wurden anschließend über den Boden schleifend zur Einsatzwache im Bahnhof bzw. zu den vor dem Bahnhof stehenden Polizeifahrzeugen gebracht. Der absolute Höhepunkt war dann der Einsatz einer ca. 25 Mann starken Polizeigruppe, die plötzlich im Laufschritt auf den Bahnsteig der auf ihren Sonderzug warteten Fans rannte, um dort wahllos auf Fans einzudreschen.“
Klingt übertrieben? Zu banal ausgedrückt? Mag sein, aber manchmal müssen es solch einfache Worte sein, damit verstanden wird, wovon die Rede ist. Die Aussage kommt indes von keinem „Fußball-Frischling“, bei dem bereits bei einem vorsorglich aufgesetztem Helm die Muffe kommt, sondern von einem Mann, der weiß, wovon er spricht. Von einer Person, die seit Jahrzehnten vor Ort beim Fangeschehen ist. Einer Person, die ganz gewiss manch witziges und manch arges miterlebte. In den 80ern, in den 90ern und im neuen Jahrtausend. Ja, es mag sein, dass man im sächsischen Innenministerium den offenen Brief mit einem Lächeln las, weil die Wortwahl teilweise etwas unbedarft herüberkommt. Aber ja, es ist keine Pressemitteilung einer Polizeidienststelle, bei der man ganz genau weiß, was hineinzupacken ist, damit die Medien ein fürs andere Mal zuschnappen und die Sache in ihren Artikeln 1:1 verwursten.
In seinem offenen Brief heißt es weiterhin: „Fanprojekte stehen im ständigen Dialog mit allen an Fußballspielen beteiligten Institutionen, auch der Polizei. Sie können sich gerne in Nürnberg erkundigen, ich stehe nicht im Verdacht, bei jeder Kleinigkeit die Polizei zu kritisieren. Was wir allerdings in Ihrem Bundesland erleben durften, war ein negativer Höhepunkt der unglaublichsten Art. Auf der Rückfahrt hatten alle Fans den Eindruck geäußert, dass die Polizei richtiggehend „heiß“ darauf war, die Fans zu provozieren, anstatt deeskalierend einzuwirken wie es nach unserer Ansicht ihre Aufgabe wäre.“
Traurig, aber wahr. Im sächsischen Innenministerium wird man das Ganze sehr schnell vom Tisch wegwischen. Polizeieinsatz am Leipziger Hauptbahnhof? Alltag in der Messestadt. Zum einen ist dieser Hauptbahnhof Dreh- und Angelpunkt für viele reisende Fußballfans, die in der Region Nordost von A nach O wollen. Zum anderen gibt es selbst bei Spielen des 1. FC Lok Leipzig und der BSG Chemie Leipzig gewisse Risiken. Nur als Beispiel: Die Loksche zu Gast in Markranstädt vor wenigen Wochen. Jedoch ist dies ein anderes Thema. Ein Punkt, der auf jeden Fall genauer unter die Lupe genommen werden muss: Der Gästebereich der Leipziger Arena, in der RasenBallsport Leipzig seine Heimspiele austrägt. Kritik am eingesetzten Ordnerdienst gab und gibt es immer wieder. Reif für die 1. Bundesliga? In Sachen Infrastruktur darf gern noch nachgearbeitet werden. Wir sprechen schließlich von der Bundesliga und nicht von einem Bolzduell in der NOFV-Oberliga Süd. Vorbei die Zeiten, in der im Leipziger Zentralstadion unterklassige Krawall-Duelle à la FC Sachsen – 1. FC Lok Leipzig ausgetragen wurden. In der Bundesliga darf Professionalität auch in Sachen Betreuung der Gästefans erwartet werden.
Harsche Kritik gab es im Nachfeld nochmals vom Nürnberger Fanprojekt. Einen Nachtrag verfasste Katja Erlspeck-Tröger. Wenn mit 5.000 Gästefans gerechnet wird, erwartet man nach all den vorherigen Besprechungen eine sinnvolle Einsatzstrategie. Genau diese war aus Sicht des Nürnberger Fanprojektes allerdings nicht erkennbar. Pünktlich, vor dem Eintreffen der Nürnberger Fans, gab es vor Ort einen Rundgang und eine Sicherheitsbesprechung. Genutzt hatte dies wohl wenig, denn wie folgt ist in der Schilderung von Frau Erlspeck-Tröger zu lesen:
„Um ca. 11:45 Uhr erfolgte an einem Seiteneingang die Kontrolle der Fanmaterialien und die Brandschutzkontrolle der Choreografie, an der ein Fanbeauftragter des 1. FCN, ein Mitarbeiter des Fanprojekts Nürnberg und, wie vereinbart, ca. acht Ultras teilnahmen. Ungefähr zeitgleich startete der Gästeeinlass. Die Fans stellten sich vor der Vereinzelungsanlage mit ca. sechs Drehkreuzen an. Hinter den Drehkreuzen standen viele Ordner und nahmen jede einzelne Person mit einer Leibesvisitation in Empfang. Die Fans mussten ihre Schuhe ausziehen und die T-Shirts bis auf die sichtbare Haut nach oben ziehen. Nach ca. drei Minuten kippte die Situation, und plötzlich brach eine Auseinandersetzung zwischen Ordnungsdienst und Fans aus. Die Polizei schritt ein. Dabei kam es zu massivem Pfeffersprayeinsatz wahllos in die Menge. Fans wurden durch einen seitlichen Personaleingang wieder von der Polizei und dem Ordnungsdienst vor das Stadion gebracht bzw. geschleift.“
Es darf von ausgegangen werden, dass sich das Fanprojekt Nürnberg diese Angelegenheit nicht ausgedacht hat. Nun darf zum einen nachgefragt werden: Weshalb um Himmels Willen muss vor Ordnern die blanke Haut präsentiert werden? In was für einem Staat leben wir? Wo soll dieser Irrsinn noch hinführen? Wer soll in Anbetracht solcher Kontrollen noch Lust verspüren, als Auswärtsfan zu RB Leipzig zu fahren? Ist es so gewollt, dass letztendlich kein Gästefan mehr anreisen möchte? Sagt es nur, dann kann das Kasperletheater sicherlich auch unter Ausschluss sämtlicher Auswärtsfans durchgeführt werden. Mal schauen, wie lange es dem Leipziger Publikum gefallen würde. Ja, jetzt mögen manche wieder zetern und die Polemik-Keule beklagen. Aber sorry, was soll man dazu noch sagen?!
Und es kommt ja noch „besser“: „Der Einlass wurde für ca. 17 Minuten nach der Auseinandersetzung unterbrochen, um allen Einsatzkräften ein Sammeln zu gewährleisten. In dieser Zeit kämpften unsere Fans, die Pfefferspray oder Schläge abbekamen, mit Atemnot, Augenproblemen und anderen Blessuren. Leider gab es kaum Sanitätspersonal in der Gästekurve, was schon zu diesem Zeitpunkt zu einer mangelhaften Notfallversorgung führte. Dringend zu empfehlen wäre eine Wasserversorgung für den Notfall im Gästeeingang. Als der Einlass wieder aufgenommen wurde, wurden die Kontrollen inklusive der massiven Leibesvisitationen fortgesetzt. Selbst Kinder mussten die Schuhe ausziehen und ihre T-Shirts bis zur sichtbaren Haut nach oben ziehen. Diese Kontrollen geschahen teilweise auch in einem separaten Nebengebäude, das man aber nur durch den seitlichen Personaleingang erreichen konnte und wofür die Fans wieder den Stadioninnenraum verlassen mussten. Fans, die sich weigerten, eine Leibesvisitation zu machen, wurden des Stadions verwiesen.“
Ehrlich, es fehlen einem schlichtweg die Worte. Ja, wir schenken den Aussagen des Fanprojektes Nürnberg Glauben. Warum auch nicht? Verein und Polizei dürfen gern ihre Gegendarstellungen abgeben. Und da bekanntlich zwischen Pressemitteilungen der Polizei und dem mit eigenen Augen Gesehenem mitunter eine eklatante Lücke klafft, lesen wir einfach mal weiter, was Katja Erlspeck-Tröger zu sagen hat:
„Die nicht weniger werdende Fanmenge vor den Vereinzelungsanlagen stellte nach ca. 90 minütiger Wartezeit für unsere Fans auch ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar, denn die Menge drückte von hinten auf die Fans im vorderen Bereich an den Einlassgittern. Dies hätte im Vorfeld schon durch vernünftig abgestufte Absperrmaßnahmen verhindert werden können, gerade wenn man als Veranstalter 5.000 Gästefans erwartet. So kam, was kommen musste: Die ersten Personen klappten in der Menge zusammen, darunter eine ca. 50-jährige Frau, die fast bewusstlos vor den Drehkreuzen lange Zeit warten musste, bis sie nach innen in den Stadionraum geholt wurde. Ihr in Wut und Angst versetzter und zu recht aufgebrachter Ehemann wurde von Ordnern festgehalten und beschimpft.
Er musste von mir beruhigt werden, was aber nicht unbedingt gut funktionierte, da er verständlicherweise zu seiner verletzten Frau wollte. Die Frau musste im Utensilien-Container, der sich auch im beengten Raum am kleinen seitlichen Personaleingang befindet, ca. 20 Minuten auf einen Sanitäter warten. Da ihr Mann nicht in den Container durfte, versicherte ich ihm, mich um seine Frau zu kümmern, was ich dann auch tat. Die Frau äußerte ständig, sie bräuchte dringend etwas zu trinken und rang am Boden liegend im Container um Luft. Als Antwort vom Ordnungsdienst bekam sie zu hören, sie hätten kein Wasser. Ich griff nach der nächstbesten Wasserflasche, die dort herumstand, und versorgte die Frau.
Anschließend wirkte ich massiv auf den Ordnungsdienst ein, endlich den Ehemann in den Container zulassen, was dann auch endlich umgesetzt wurde. Unser Fanbeauftragter und ich drängten darauf, dass wenigstens ein Sanitätsfahrzeug zusätzlich zu den zwei Sanitätern im Container, die anscheinend für 5.000 Personen zuständig waren, für die Fanmenge außerhalb des Stadions zur Verfügung gestellt wird. Schließlich galt es, die Verletzten auch vor dem Stadion zu versorgen, bzw. Vorsorge zu treffen für größere Notfälle, die jederzeit hätten passieren können. Nach einer Viertelstunde fragte ich im Container den Sanitäter, wann denn endlich das Sanitätsauto kommen würde. Dieser versicherte mir, dass ein Wagen angefordert worden wäre. Er meckerte mich aber auch an, was ich denn erwarten würde, schließlich wäre Ostersonntag und die Rettungsstelle hätte doch sowieso schon alles an ehrenamtlichen Helfern, was zur Verfügung gewesen wäre, für diesen Spieltag zusammenkratzen müssen. Dieser Satz hinterließ bei mir neben einem wütenden Fragezeichen hinsichtlich des Veranstalters auch ein sehr ungutes und verunsichertes Sicherheitsgefühl in Bezug auf den Umgang mit den Fans des 1. FC Nürnberg.“
Im nachfolgenden Abschnitt wurde eine Sache auf den Punkt gebracht: Die gefährliche Situation am Eingang des Gästebereichs sei mit voller Absicht verursacht worden. Fanprojekte sind landesweit jederzeit für eine bedachte Wortwahl bekannt. Wenn sich zweifach auf solch eine deutliche Art und Weise zu Wort gemeldet wird, sollten die Alarmglocken schrillen. Was soll noch passieren? Die ersten Schwerverletzten, die zu beklagen sind? Um dann einen medialen Aufschrei zu erzeugen: Fußballkrawalle, Schwerverletzte – gegen Fußballfans / Ultras muss strenger vorgegangen werden? Landesweit finden sich derzeit Zwischenfälle, die sehr nachdenklich stimmen. Vor wenigen Wochen vor dem Gästeblock nach der brisanten Regionalliga-Partie 1. FC Union Berlin II – BFC Dynamo zum Beispiel. Die überaus gefährliche Situation nach dem Spiel war so notwendig wie ein Kropf. Die „112 verletzten Polizisten“ (zwei nachweislich ambulant behandelt) wurden medial ausgeschlachtet ohne Ende, von verletzten Fußballfans, die es jedoch gab, war in der breiten Öffentlichkeit keine Rede.
Wie verhielt es sich denn nach den Vorfällen in Leipzig? Den Pressevertretern kann man beim Punkt Gästeblock nicht mal einen Vorwurf machen. Der Einlass der Gäste liegt gefühlt einen Kilometer entfernt vom Einlass der Medien. Wer soll da was mit eigenen Augen gesehen haben? Und am Leipziger Hauptbahnhof, der bekanntlich ein Kopfbahnhof ist? Polizeieinsätze gibt es dort Monat für Monat. Wer schaut da schon genau hin, wenn Nürnberger Fans Hartgummi und Pfeffer zu spüren bekommen? Aber was genau zu lesen ist? In der Leipziger Internet Zeitung steht wortwörtlich geschrieben: „Die Anhänger des 1. FC Nürnberg seien rund ums Auswärtsspiel bei RB Leipzig von den Sicherheitskräften willkürlich schikaniert worden. Die Darstellung der Polizei und Wahrnehmungen der Reporter von L-IZ.de lassen an dieser Sichtweise zweifeln.“ In einem zweiten Artikel wird die Sache indes etwas offener beleuchtet. Und sonst? Nichts zu lesen. Außer in den bekannten fannahen Portalen. Und bei nordbayern.de. Neutral und sachlich wurden einige Passagen aus den offenen Briefen des Nürnberger Fanprojektes übernommen. Die restliche Medienwelt hüllt sich eher in Schweigen.
Fotos: M. Müller (weitere Bilder folgen)

Macht weiter so. Wahrheit kann manchmal weh tun.
!!!
Wir kriegen Euch!
Ich sag nur: Alte Schule! Jedem Dummschwafler! Jedem neunmalklugen Popcornfresser! Lasst Euch nicht blöd kommen von diesen Affen.
auf die Fresse diesem scheiß dreck Bullenverein!
RB will einfach keine Kritik zulassen. Ich war mit Aue da, musste RB kritische Kleidung ausziehen. Und das wird von DFB und DFL geduldet? Ich wäre für Auge um Auge
http://www.block1898.de
Auszug:
>>
Bei der Diskussion über die geeignete Form unsere Ablehnung kund zu tun, haben wir alle Faktoren miteinbezogen. Gästefans werden in Leipzig in dieser Saison fernab des Spielfelds im Oberrang eingepfercht, die skandalösen Einlasskontrollen der letzten Saison, sowie die Berichte der Fanszenen, die Leipzig in diesem Jahr besucht haben, lassen es uns unmöglich erscheinen im Stadion eine wirkungsvollen Protest auf die Beine zu stellen. Selbst ein brauchbarer Support unseres Teams erscheint unter diesen Umständen mehr als schwierig zu realisieren. Wir brauchen keinem der 3.600 Heiner, die in der letzten Saison mit uns in Leipzig waren mehr erklären, was uns vor Ort erwarten würde. Nicht umsonst drehten sich die Gespräche auf der Rückfahrt quer durch alle Fanschichten nur noch um ein Thema: „Hierher? Nie wieder!“.
Hallo noch mal an den Gast (und natürlich an alle),
es werden leider etliche Fragen bezüglich des Spiels RB Leipzig – 1. FC Nürnberg offen bleiben.
Ich kann durchaus verstehen, dass sich das alles überzogen liest. Wäre ich zum Beispiel selber nicht am Gästeblock nach dem Spiel 1. FC Union Berlin II – BFC Dynamo gewesen, hätte ich als Außenstehender meinem Bericht auch nicht unbedingt zu 100% Glauben geschenkt.
In all den vielen Jahren habe ich beim Fußball sehr viel gesehen. Und ja, mitunter war sehr viel sinnlose Gewalt und Willkür im Spiel. Was hat ein behelmter Polizist schon groß zu befürchten? Wie viele Anzeigen verliefen im Sande? Ich kann gar nicht zählen, wie oft ich schon gesehen habe, wie unberechtigterweise mal eben derb zugelangt wurde. Vom Pfefferspray ganz zu schweigen. Aus einem Meter Entfernung gezielt in die Augen, in geschlossene Räume und in Busse. Will das gar nicht weiter auswalzen.
Sehr selten kommt nach solch einer Angelegenheit wirklich Licht in die Angelegenheit. Das Spiel TeBe – BFC Dynamo im Dezember 2008 ist ein Paradebeispiel. Erst wurde nur von Randale gesprochen, dann wendete sich das Blatt und schnell wurde klar, dass es sich um einen nicht gerechtfertigten, viel zu hart geführten Polizeieinsatz gehandelt hatte. Inklusive Faustschläge ins Gesicht.
Was RB Leipzig betrifft: Ich fahre am 24. April gern nach Leipzig und schaue mir das Spiel gegen Darmstadt 98 an – vorausgesetzt, die Gästefans reisen zahlreich an und boykottieren nicht diese Partie. Vor Ort am Gästeeinlass werde ich mir dann ein Bild machen, wie das Ganze inzwischen funktioniert. Und wenn es mir erlaubt wird, gehe ich mit meiner Pressekarte auch mit in den Gästeblock. Ich werde das mit dem Verein und dem Darmstädter Fanprojekt vorher absprechen.
Mit besten Grüßen
Marco Bertram
turus.net
Hallo Bertram, ich war in keinerlei Funktion tätig, war jegendlich auf Wanderschaft und habe nur meine Sichtweise wiedergegeben. War wie beschrieben zur besagten Zeit vor Ort und da war kein Andrang vorm Gästesektor D zu sehen. Bereue jetzt schon das Wort Alkohol mit ins Spiel gebracht zu haben, wusste nicht das dies so hochgepuscht wird, wollte mich nur als neutrale Person darstellen. Für mich liest sich das alles ziemlich überzogen und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen das die Polizisten ihren Job rieskieren, um sich mit wildfremden Personen herumzuprügeln. Dies müsste doch auch den Autor dieses Artikels klar sein.
PS: Wenn was wahres dran ist, werden diese Personen ( Polizei, Sicherheitspersonal, Rettungsdienst) zur Rechenschaft gezogen. Dann bekommt der Artikel fünf Sterne und eine Entschuldigung von mir. In diesen Sinne allen noch ein schönes Wochenende.
***** -> für euch
Richtig. Wenn 5.000 Gästefans anreisen, wird es immer einen Prozentsatz an gewaltsuchenden Anhängern geben. Das steht sicherlich nicht zur Debatte. Das wird auch turus so sehen. Die Frage ist doch: Wie kann man sich optimal auf solch eine Situation vorbereiten. Nach dem Spiel gegen den F.C. Hansa sollte man doch einiges gelernt haben. Und wie oft soll noch drauf hingewiesen werden, dass bei Kontrollen Pyrotechnik gefunden wurde? Das wird bei jedem Spiel passieren. Von der Nagelfeile über CS-Gas bis hin zum Signalstift. Natürlich muss es Kontrollen geben. Der Rahmen ist entscheidend. Das Wie. In welcher Form. Und munteres Draufhauen mit Knüppel hat noch zur Befriedigung beigetragen.
VG Mirko
Wo die über 4.300 St. Pauli Gästefans in Leipzig waren gab es nicht solche massiven Ausseinandersetzung mit Ordnern und der Polizei. Just saying…
Und was im Artikel leider auch nicht steht das einige Pyrotechnik gefunden wurde, was letztendlich die Leibesvisitation, die durchgeführt wurden, gewissermaßen rechtfertigt. Damit will ich nicht sagen das die Organisation perfekt war, da gibt es bestimmt noch Verbesserungsmöglichkeiten für die Zukunft. Jedoch haben auch leider einige Nürnberger Chaoten nicht zu einem zivilisierten Ablauf beigetragen.
Na, dann wird es jetzt Zeit, dass ich mich auch mal kurz melde.
Damit wir in der Diskussion vorankommen, wäre es nützlich, wenn der „Guest“ uns erzählt, in welcher Position (räumlich gemeint und als Funktion) er am besagten Nachmittag am Gästeeinlass stand. Selbstverständlich wäre auch eine Schilderung des Gesehenen hilfreich. Ich hatte mich noch einmal beim Nürnberger Fanprojekt erkundigt: Also Bier hatten sie während ihrer Arbeit nicht getrunken. Ihr Wahrnehmungsvermögen war somit voll und ganz vorhanden.
Mit besten Grüßen Marco Bertram
turus.net
Hallo Jonathan, ich laber doch keinen Müll, kann doch nur Kommentare schreiben. Nein das ist keine Kampagne für die Red Bull Arena. Ich möchte mich auch nicht über den Verein unterhalten, machen schon so viele, mit mehr oder weniger sinnvollen Kommentaren. Habe nie geschrieben das ich ein „Fan“ bin und bügeln kann ich nicht. Ich liebe Fussball und hasse Gewalt. Um diese zu unterbinden bracht es nun einmal härtere Strafen.
Was für dusselige Kommentare von diesem „guest“. Entfernt sich immer mehr vom Thema und labert nur noch Müll. Soll das eine PR-Kampagne für die Red Bull Arena sein? Die Begrifflichkeiten „Chaoten“ und „Strafmaß“ verraten, dass der „guest“ kein Fan ist, der mit am Einlass war, sondern jemand, der hier was weg bügeln möchte. Netter Versuch, „guest“. Mehr nicht!
Bisher habe ich auch noch nie von Konzertbesuchern Beschwerden über den Ordnerdienst in der Arena Leipzig gehört. Das Problem ist doch das es immer wieder einzelne Chaoten geben wird, dagegen kann man nur vorgehen indem das Strafmaß für solche endlich angepasst wird.
Der Ordnerdienst der Leipziger Arena ist wahrlich bekannt dafür entspannt und stressfrei zu sein. Und die polizeilichen Einsatzkräfte sind auch die Ruhe weg. Aber bei deiner Argumentation zufolge müsste es intensive Körperkontrollen geben, weil es halt immer welche gibt, die Pyrotechnik reinschmuggeln wollen. Lass dann die Zelte aufbauen. Kollektivstrafe für alle. Genau, was DFL und viele Medien schon 2012 forderten. Und auch das Pfefferspray sollte auch in Zukunft immer hübsch in die Masse gehalten werden.
Also ich war auch Augenzeuge am Einlassdienst…. Was mir hier in dem Bericht fehlt, sind die Hinweise, dass unzählige verbotene Gegenstände, waffen und Pyromaterial sichergestellt wurde. Und wo … eben genau unter den T-Shirts und eben in Schuhen. Richtig dass diese Gäste dann auch des Stadions verwiesen wurden …. Die Medaille hat immer 2 Seiten. Jeder Gast, der Kooperativ war, kam schnell und ungestresst ins Stadion. Die Fanbeauftragten sollten also zuerst in den eigenen Reihen suchen, bevor sie auf andere schießen. Aber das is ja zu schwer.
Mal den „guest“ gefragt. Alles klar bei dir? Du willst also indirekt behaupten, die beiden Mitarbeiter des Fanprojektes hatten Alkohol im Blut und haben das alles erstunken und erlogen. So kann man da natürlich auch rangehen. Und eins sollte dir im Laufe der vergangenen Jahre schon klar sein: Medien „springen“ generell nicht allzu gern auf, wenn es unbequem wird und nicht auf die allgemeine Linie passt. Schau dir doch mal die Berichte über das Münchner Derby an oder auch das Berliner Derby. Die 110-Pressemeldung wird fleißig copy paste übernommen. Fertig. Für dich ist Rauch auch Krawalle und in deinen Augen lagen in Berlin gewiss auch 112 verletzte Polizisten am Wegesrand und den Stufen des Stadions. Ist schon alles klar!
Schönen Gruß noch
Wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen. War selber vor Ort und derartige Vorfälle konnte ich nicht feststellen. Vielleicht auch weil ich kein Alkohol im Blut hatte. Zum Glück sichert sich die Polizei mit eigenen Videoaufnahmen immer ab. Schon komisch das immer so viel Schlimmes beschrieben wird und es nie Bilder als Beweis gibt, und das in der heutigen Zeit wo jeder ein Handy hat.Von Schlangen vorm Gäste Einlass konnte 12.32 Uhr nicht die Rede sein, war Menschenleer. Meistens erkennt man auch das ein Artikel nicht so der Wahrheit entspricht, wenn andere Medien nicht auf den Zug aufspringen.
Hat Tradition bei RB. Hier ein Bericht von 2011:
http://www.lvz-online.de/gestaltete-specials/knipser/rb-leipzig/plauen-schockiert-ueber-ordnereinsatz-beim-regionalligaspiel-rb-will-aufarbeiten/r-rb-leipzig-a-84573.html
@miale:
Willste uns auf nen Arm nehmen? Willkommen bei RasenBallsport? Nicht dein Ernst, oder? Für dich sind Schuhe ausziehen und T-Shirt schon normaler Fußballtag? Schön für dich. Für uns nicht. So nen Mist muss ich mir nicht gefallen lassen. Was heißt, da kennt die Polizei nix? Reinprügeln in die Masse ist gerechtfertigt? Und Reizgas in die Masse ebenso? Hakt es bei dir? Irgendeinen Schaden im Geäst? Schön, dass Knüppeln und Pfeffer sprühen schon gesellschaftsgängig sind. Und die Türsteherkanten an der Bullenarena auch, die richtig Bock auf Keile haben. Nee, du, lass mal stecken. Gibt Städte und Vereine, wo das anders abläuft! Bei Sonnenhof-Großaspach zum Bleistift. da waren selbst Dresden und Rostock völlig handzahm.
Schönen Gruß noch!
Alle Fans der gegnerischen Mannschaften sind herzlich willkommen.
Und sieht man auf vergangene Spiele, ist nachvollziehbar das Ordner genauere Personenkontrollen durchführen müssen.
Was in den anderen Spielstätten genauso gehandhabt wird.
Leider gab es unter den Nürnberger Fans auch Mitläufer die nicht nur ihre Mannschaft anfeuern wollten. Da kennt die Polizei nix. Und das nicht nur in Leipzig. Nur wird bei RBL schon aus Prinzip anders berichtet.
Selbstverständlich werden die beiden vom Fanprojekt etwas überspitzt und von der Emotion geleitet geschrieben haben. Das Gesamtverhalten der Beamten und Ordner in Leipzig ist jedoch immer – um es auch mal gelinde auszudrücken – unter aller Sau.
Das Video vom Hansa-Gastpiel bei den Bullen ist in der Tat krass…
Dieser Ordner, der hübsch grinst und ordentlich zulangt. Könnte man richtig Hass kriegen. Passt zu diesem scheiß Leipziger Drecksverein.
Sehr guter Artikel! Mir kommt es so vor,als ob Herr M. aus dem Ösiland da einige Taler rollen lassen….Ich erinnere mich an unser Spiel dort,es war sage und schreibe 1 einziger Eingang offen! Ordner wie auf Speed und auf Schlägereien aus und eine Polizei,die willkürlich Pfefferspray durch den Zaun sprüte und alles was gegen RedBull gesprochen hat,wurde am Eingang konfisziert! Hat man da was von in den Medien gehört?
Hier ein paar Auschnitte von damals…
https://youtu.be/7g68n1hYkxQ
Unterschwellige oder offene Provokation, den Fans das Auswärtsspiel madig machen… das Schema ist doch eindeutig zu erkennen. Weg mit den Fans, die nur den billigen Stehplatzpreis bezahlen wollen und sich womöglich auch noch kritisch zu Wort melden. 10%-Regel? Der gebe ich noch 2-3 Jahre. Dann werden es 5% und dann gibt’s irgendwann nur noch Sitzplätze für Gäste. Dann doch lieber Klatschpappen für Omi, Opi, Mutti, Pappi und Sohnemann….
Danke!!!
einfach nur traurig