Fußballverband Niederrhein: Landespokal-Auslosung wird zur Farce

Heute und morgen finden die Spiele der zweiten Runde des DFB-Pokals statt und am morgigen Mittwoch nach dem letzten Spiel direkt die Auslosung zum Achtelfinale. Man stelle sich nun vor, der DFB würde kurz vor der Auslosung einfach den Modus nach Lust und Laune ändern und die vermeintlichen Topklubs in den einen Topf und die vermeintlich Schwächeren in den anderen (sowie bei der Ziehung der ersten DFB-Pokalrunde), so dass es immer wieder zu einem Top-Finale kommen würde. Dazu würde der Fußballbund den Finalort erst bestimmen, wenn das Finale feststeht. Gibt’s nicht? Gibt es doch und zwar im Landesverband Niederrhein und bei der Auslosung zum Viertelfinale.

Qualifiziert hatten sich die Teams MSV Duisburg (3. Liga), Rot-Weiss Essen, Rot Weiß Oberhausen, Wuppertaler SV (alle drei Regionalliga) TuRU Düsseldorf, SpVg Schonnebeck und SC Düsseldorf-West (alle Oberliga) und nicht wenige Fans freuten sich schon auf ein attraktives Derby mit hohem Zuschaueraufkommen. Es kam aber anders am gestrigen Montagabend. Denn kurzfristig wurden die Klubs nicht aus einem Lostopf gezogen, sondern aus zwei. In dem einen befanden sich die Oberligisten, in dem anderen die „Topklubs“.

So kommt es zu den Partien:

SpVg Schonnebeck – Rot-Weiss Essen

SC Düsseldorf-West – Wuppertaler SV

TuRU Düsseldorf – MSV Duisburg

VfB Hilden – Rot-Weiß Oberhausen

Vor allem bei den vermeintlich „kleinen“ Klubs regte sich noch während der Auslosung Unmut, wurde ihnen doch die sportliche Chance verbaut, vielleicht einmal in die Hauptrunde des DFB-Pokals einzuziehen. Denn die möglicherweise winkenden Mehreinnahmen würden durch den organisatorischen Mehraufwand (Sicherheitsauflagen) fast „aufgefressen“. Die Zuschauereinnahmen sind dabei auch nicht garantiert. So kamen beispielsweise „nur“ 1.500 Zuschauer zur Partie Rot-Weiss Essen gegen Sportfreunde Baumberg an die Hafenstraße.

Warum die Auslosung kurzfristig so gestaltet wurde, ist für die Fans offensichtlich. In Foren und Kommentarspalten häufen sich die Beschwerden. So meinten einige, der Verband hoffe mit der Auslosung auf attraktive Halbfinalspiele, um diese entsprechend besser für eine TV-Übertragung vermarkten und so auch die Verbandseinnahmen steigern zu können. Der Verband behält sich nach eigenen Aussagen eine individuelle Gestaltung des Auslosungsverfahrens immer vor, erklärte der Vorsitzende des Fußballausschusses des Fußballverband Niederrhein (FVN) in einem Interview mit dem Sportmagazin „Reviersport“. Dies scheint auch für die Bekanntgabe des Finalspielort zu gelten. In der vergangenen Saison regte sich der Unmut gegen den Verband, da dieser den Ort (Essen) erst bekanntgab, als das Finale RWE gegen den Wuppertaler SV feststand.

Klar, auch im DFB Pokal setzte sich in den vergangenen Jahren kaum ein „kleiner“ Klub mehr durch, auch wenn nur die erste Runde in einem „Zweitopf-Verfahren“ ausgelost wird. Ein Topf scheint in der ersten Runde auch nicht sinnvoll, vor allem aufgrund der weiten Anreise der unterklassigen Klubs und deren Hoffnung auf das große Los. Auch im Europapokal und bei WM / EM gibt es mehrere Töpfe, aber auch hier ist das Ziehungsverfahren vorher klar. Und so sollte es im Landespokal ebenfalls eine transparente Regelung geben und keine nach Gutdünken, die die Fans verschreckt, aber das scheint auch in anderen Landesverbänden Gang und Gäbe.

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5 Gedanken zu „Fußballverband Niederrhein: Landespokal-Auslosung wird zur Farce“

  1. Am Besten wäre eine Pokalreform wie in England oder Frankreich wo theoretisch 20.000 Mannschaften in jeder Saison teilnehmen könnten und nicht wie bei uns wo es im Schlimmsten Fall 2 Jahre bis zur DFB-Pokal Teilnahme dauert (Kreispokal, Landespokal)

  2. Der Finalort Essen wurde gewählt, weil der Verband gut an den Einnahmen verdiente: Zuschauer, Catering etc. Und so wird es wieder laufen.
    Ratet mal wo gespielt wird, wenn es zu einem Halbfinale WSV – RWE kommen sollte?

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