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Esbjerg fB vs. Ruch Chorzow: Herzschlagfinale lässt Oberschlesien jubeln

Manchmal ist der Fußball grausam. Warum, das zeigte sich gestern wieder einmal in höchster Perfektion. Das Drehbuch der dritten Qualifikationsrunde zur Europa League 2013/2014 schreibt die 84. Minute. Tatort ist die mit 7.008 Zuschauern besetzte Blue Water Arena im dänischen Esbjerg, Heimstadion von Esbjerg fB. Nach dem 0:0 im Hinspiel steht es in der besagten 84. Minute 1:1 (Starzyński (13.) und Nielsen (29.)). Somit wäre Ruch Chorzów eine Runde weiter.

DänenDer dänische Erstligist ist permanent am Drücker, wobei zuvor reihenweise Großchancen vergeben wurden. Auch die absolute Stimmhoheit der über 500 Ruch-Kibice samt Freunden von Widzew Lodz und Elana Torun gerät kurzzeitig ins Wanken. Eine Flanke aus dem Halbfeld. Da taucht plötzlich Esbjergs Pusic im Strafraum auf, köpft und versetzt das komplette Stadion in einen kollektiven Jubelschrei! Fünf Minuten, geschlagene fünf Minuten mehr und der oberschlesische Verein Ruch Chorzów hätte die Playoffs zur Europa League erreicht.

Das gesamte Stadion steht, auch die in zwei Bussen und Privat-PKWs angereisten Polen zollen ihren Kämpfern auf dem Rasen den nötigen Respekt, indem sie einfach noch einmal lauter singen als zuvor – obwohl sie gerade mit angrenzender Sicherheit aus dem Wettbewerb ausgeschieden sind. Durch einige Verzögerungen in der hektischen Schlussphase zeigt der vierte offizielle fünf Minuten Nachspielzeit an.

RuchWer ein letztes Aufbäumen Chorzóws erwartet, wird zunächst enttäuscht. Ganze 15 Sekunden vor Ultimo gibt es dann doch noch einmal eine Ecke für Ruch. Es ist die 95. Minute. Was nun folgt ist Ekstase, Bitterkeit und für den neutralen Beobachter des Schauspiel der Beweis, wieso dieses simple Ballspiel doch so einzigartig ist.

Die Ecke kommt, Innenverteidiger Malinowski verlängert und der 37-jährige Surma köpft das 2:2. Es ist dieser Moment, diese Sekunde der Totenstille im ganzen Stadion, der den Fußball so grausam macht. Gleichzeitig ist er so schön, wenn man Spieler und Trainer Ruchs sowie den explodierenden Gästeblock betrachtet. Noch weit nach dem Spiel wird im leeren Stadion von Seiten Ruchs gefeiert.

Ruch Chorzów ist nach diesem filmreifen Herzschlagfinale – neben Legia Warschau, das nach der desaströsen Einwechslung eines gesperrten Spielers statt in der Champions League Qualifikation nun in der EL-Qualifikation antritt  – der einzig verbleibende Vertreter Polens in einem internationalen Wettbewerb; und Oberschlesien ist stolz auf seine Helden!

Fotos: Eric K.

> zur turus-Fotostrecke: Fußball in Dänemark

> zur turus-Fotostrecke: Fußball in Polen

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