„Dieser Verein macht mich fertig!“, schrieb Mia mal in einem sehr fetzigen Bericht, doch dazu später mehr! Da drehte der F.C. Hansa Rostock in Verl das Spiel mit einem Doppelschlag in der 54. und 58. Minute Dank der Treffer von Kinsombi und Holten – was feierten wir beim Wirt des Vertrauens vor dem Fernseher frenetisch ab! – und dann konnte daheim im Ostseestadion vor voller Kulisse gegen den SSV Ulm 1846 ganz geschmeidig mit 5:1 nachgelegt werden! Na denn man tau! Auf in die heiße Schlussphase der Drittliga-Saison 2025/26!

Zusammen mit meinem turus-Kollegen und langjährigen Freund aus Essen schauten wir vor einer Woche beim Oberliga-Duell 1. FC Frankfurt (Oder) vs. Brandenburger SC Süd 05 vorbei, und immer wieder fiel mein Blick aufs Handy. Hansa-Ticker an und geschaut, was sich auswärts in Schweinfurt tut. Bereits nach der ersten torlosen ersten Halbzeit wurde ich innerlich verdammt unruhig. Schnell den Knoten platzen lassen und ein, zwei Tore vorlegen. Sicher ist sicher. Der Schiedsrichter kann schließlich immer mal auf dumme Ideen kommen und einen Elfer für Schweinfurt zeigen. Minute um Minute verstrich. Es blieb in der Ferne beim 0:0. Unfassbar!

Am Tag darauf verrichtete mein turus-Kollege beim Spitzenspiel FC Energie Cottbus vs. Rot-Weiss Essen im Stadion der Freundschaft seine Arbeit und ich schaute mir als Zuschauer das Ganze von den Rängen an. Vor Anpfiff wurde ich von einigen RWE- und Energie-Fans gefragt, für wen ich sein würde bzw. was besser für Hansa wäre. Gute Frage! So fein Rang zwei auch ist, ich spekulierte man eher mit Rang drei und bevorzugte ganz leicht einen Essener Auswärtssieg. Ich kam allerdings aus dem Staunen nicht mehr raus, als die Lausitzer in der Schlussviertelstunde mal eben die Partie von 1:3 auf 5:3 drehten. Während um mich herum im Block P alle abfeierten, schaute ich stumm auf den Rasen. Gut, mal schauen. So oder so müsste Hansa erstmal seine eigenen Hausaufgaben erledigen!

Am vergangenen Samstag erledigte ich meine Arbeit beim Brandenburger Derby und bekam zu sehen, wie vor über 3.000 Zuschauern der BSC Süd 05 verdient den Stadtrivalen BSG Stahl Brandenburg mit 5:2 verhaute. Auch dort schaute ich immer wieder aufs Handy und mir verschlug es völlig die Sprache, als ich den Spielstand 0:4 sah. Mich schockiert beim Fußball nach all den vielen Jahren nicht mehr allzu viel, doch ein 0:4 gegen Jahn Regensburg ließ mich rat- und sprachlos werden. Im Normalfall hätte ich mir mal gleich zwei, drei Bier reingekübelt, doch war die Versorgungslage im dortigen Stadion eine Katastrophe.

Lohn sich überhaupt noch ein weiterer Blick auf den Ticker? Ich konnte nicht anders – ich MUSSTE immer wieder gucken. Und dann das. Zitat Hansa-Ticker: „Spielstand 2:4. Eine Riesenchance nach der anderen für den FCH! Im Stadion brechen alle Dämme!“ Alter Schalter! Ich grinste und hoffte. Ich ließ mir von einem befreundeten Fotografen einen Bierbecher durch den Zaun reichen, um wenigstens ein Schlückchen Bier trinken zu können. Riesenchance für Krauß. Mensch, das wäre ein Ding, wenn Hansa noch was reißen könnte. Daraus wurde aber nix und ich haute mir auf einem nahen Spielplatz ein paar Kannen Bier rein. Das war echt zu übel!

Am Sonntag brutzelte ich gerade was in der Küche, als der Blick immer wieder auf den Live-Ticker der Partie Rot-Weiss Essen vs. 1. FC Saarbrücken fiel. RWE führte früh mit 1:0. Hätten die Essener gewonnen, wäre es das wirklich gewesen. Die Jungs aus „Ost-Frankreich“ hauten allerdings einiges in die Waagschale und konnten das Spiel drehen. Essen hatte am Ende der Partie eine Großchance nach der anderen, doch am Ende setzte es die zweite Niederlage in Folge. Bekanntlich hatte bereits am Freitag auch der MSV Duisburg verloren – bei Alemannia Aachen.

Und damit wären wir beim Punkt. Der F.C. Hansa Rostock muss am kommenden Samstag nach Aachen! Ich weiß, in den sozialen Medien schrieben gefühlt 99 Prozent der Hansa-Fans ihre Mannschaft bereits ab. Aus und vorbei! Die Saison sei gelaufen! Ich sehe das definitiv nicht so – egal, wie desaströs die Mannschaft gegen Regensburg auch gespielt haben mag. Ich haue einen ganzen Sack Münzen ins beliebte Phrasenschwein! Das Spiel fängt immer bei Null an, das Spiel hat 90 Minuten – und Rot-Weiss Essen hat die Hosen voll und muss auswärts beim VfB Stuttgart II ran. Mit Hansa Rostock rechnet quasi niemand mehr. Hansa Rostock hat nix mehr zu verlieren. Als Trainer würde ich ganz genau in die Gesichter schauen und nur die Spieler aufstellen, die wirklich Bock haben. Und wenn es teils Spieler aus der zweiten Reihe sind.

Am Sonntag spielen der MSV Duisburg und der FC Energie Cottbus gegeneinander. Ich sagte ja, es geht – wenn überhaupt – nur noch um Rang drei. Vielleicht ziehen die Cottbuser jetzt durch und gewinnen an der Wedau. Mit einem eigenen Sieg in Aachen wäre man somit schon mal auf Platz vier. Bislang sechsmal traten die Rostocker seit 2005/06 bei Alemannia Aachen an. Einmal konnte ein Auswärtssieg eingefahren werden – und zwar vor 13 Jahren am 12. April 2013. Was damals passierte, spottete im positiven Sinn jeder Beschreibung und wurde von unserer Autorin Mia B. in Form eines emotionalen Berichts festgehalten. Abgedruckt wurde dieser im 512-seitigen Buch „Kaperfahrten – Mit der Kogge durch stürmische See“.
„Und dann plötzlich passiert, womit wirklich KEINER im Stadion rechnen konnte. …“, schrieb Mia in diesem Bericht. Lassen wir das Ganze noch einmal Revue passieren und auf eine Zeitreise gehen. Um die Sache rund zu machen, beginnen wir jedoch mit einem Kapitel über ein Rostocker Auswärtsspiel im alten Tivoli-Stadion. Zwar ging damals vor 20 Jahren die Partie mit 2:3 verloren, doch dürfte auch diese Zeitreise munden. Somit übergebe ich das Wort an Michael F. und Mia B. und glaube an ein weiteres Wunder in Aachen. Auf geht’s Hansa, kämpfen und siegen!

Noch einmal auf den alten Tivoli
von Michael Fritsche
Der Aachener Tivoli galt damals als Legende, als Tempel, gar als Heiligtum. Ich las schon in den 1990ern über dieses Stadion und wollte es unbedingt mal sehen.
Bereits damals war klar, dass ein Stadion nach dem anderen einer Arena weichen würde. Im Fall Aachen war es also auch nur eine Frage der Zeit, wann die Bagger anrücken würden. 2011 sollte es dann leider soweit sein. Nicht nur für mich war es das erste Spiel auf dem Tivoli. Noch nie zuvor hatte Hansa dort gespielt. Als Student wollte ich Geld sparen, weshalb ich mich zwecks Anreise an das Fanprojekt des F.C. Hansa wandte. Ein gewisser Axel Klingbeil, auch Boulette genannt, organisierte mir damals das Ticket für den Fanbus. Den Axel behalte ich schon deshalb auf Ewigkeit in bester Erinnerung. Mit ihm verließ ein echter Pfundskerl diese triste Welt.

Dieser Märztag im Jahr 2006 war ziemlich kalt. Überpünktlich stellte ich mein Auto in einem Plattenbauviertel ab und lief zum Bahnhof, wo der Treffpunkt war. Komplett ausverkauft war der Bus nicht. Von Rostock nach Aachen ist es ein gutes Stück, im Prinzip einmal quer durch die Republik. Zwei Arbeitstage würden dafür draufgehen, da es ein Montagsspiel war. Mir konnte es damals egal sein, da ich eh Semesterferien hatte. Ein Freund meines Vaters meinte ein paar Tage später, dass es schon ziemlich zwielichtige Gestalten sein müssen, die solche Fahrten mitmachen können. Ja, ja. Ich war jedenfalls dabei und hatte einen Doppelsitz für mich. Der Bus fuhr los, und mein Kopf lehnte sich an die Scheibe.
An die Fahrt habe ich daher kaum Erinnerungen. Die Besatzung war kunterbunt gemischt – Kutten, Normalos, Ultra-Orientierte und ich. Ich erinnere mich nur an zwei ziemlich dicke junge Männer mit je einer Tüte Proviant an Bord. An Tankstellen ging es ziemlich ruhig zu. Von anderen Fangruppen war ich da mehr Theater gewohnt. Ich will damit nur ausdrücken, dass nirgendwo geplündert wurde. Irgendwann erreichte die Reisegruppe dann die Kaiserstadt Aachen. Natürlich gab es keine Gelegenheit für eine touristische Tour durch die Stadt. So wurde die Zeit vor dem Anstoß einfach vergammelt.
Ich machte auch keine Anstalten, irgendwo in den Heimbereich zu gelangen. Wozu? Da wäre ich noch einsamer gewesen. Auch zu den Rostockern hielt ich Abstand. Ich war einfach geduldeter Gast. Im Prinzip nahm da sowieso niemand Notiz von mir.
Der Abend war kalt. Warm ums Herz wurde es mir, als die Akteure den Rasen betraten und im Heimsektor Wunderkerzen gezündet wurden. Das war sie nun … die „unbeschreibliche“ Tivoli-Atmosphäre! Ich würde sie als Legende bezeichnen, mich dabei aber eher auf die negative Bedeutung beziehen. Ob nun die Mikrofone passend an den Sektor gestellt wurden, oder die Alemannia-Fans an diesem Montagabend nur einen schlechten Tag erwischt haben – wer weiß?

Der Gästeblock zog aber gut durch. Der Spielverlauf lud auch zum Unterstützen ein. Die Saison war eh mit Platz 10 und nur zwei Punkten vor dem ersten Abstiegsplatz wieder eine Zitterpartie, die aber noch gut ausging – im Gegensatz zum Auswärtsspiel in Aachen. Alemannia spielte damals im Europa-Pokal, stieg später auf und hatte eine starke Mannschaft. Zwei unterschiedliche Welten trafen aufeinander. Hansa kam als Absteiger aus der 1. Bundesliga und musste sich erst wieder fangen.
In der Aachener Mannschaft spielten an diesem Tag unter anderen Schlaudraff, Klitzpera, Ebbers, Rösler, Reghecampf, Fiel, Eric Meijer – das war schon ein gutes Potenzial mit echten Haudegen. Hansa setzte Schober, Tim Sebastian, Prica, einen gewissen Herrn Rydlewicz und Enrico Kern ein. Rostock hielt auch tapfer dagegen. Es war entgegen dem knappen 3:2 dennoch kein offener Schlagabtausch zwischen den Mannen um Dieter Hecking auf der einen und Frank Pagelsdorf auf der anderen Seite.
Vor über 17.000 Zuschauern, davon 600 aus Rostock, versorgte Reghecampf in der vierten Minute Ebbers mit einer Muster-Flanke, die Ebbers dankbar annahm und per Kopf versenkte. Hansa ließ sich nicht beeindrucken und glich durch Rathgeb umgehend aus (12.). Goldfuß Reghecampf hob dann einen Freistoß unhaltbar für Schober über die Mauer (20.).
Mit dem Pausenpfiff klingelte es zum 3:1. Alemannia war besser und aggressiver. Auf den Rängen Hansa. Ein Mann warf seinen Bierbecher in Richtung Nachbarblock und wurde sofort von der Polizei mitgenommen. Das Tempo ließ dann nach, und Hansens 2:3-Anschlusstreffer war nur noch schlichte Kosmetik, da Hansa keine andere zwingende Chance mehr hatte. Die Mannschaft bedankte sich für die Unterstützung, die Fahnen wurden eingepackt und sich zum Abmarsch gerüstet.

Dieser war zwar kein Spießrutenlauf, dennoch wurden wir von den Aachenern blöd begafft und bepöbelt. Hinter der Polizeikette wurden Zwerge zu Riesen. Reaktionen des Gästemobs wurden sofort unterbunden, indem die paar Sportlichen von der Polizei in den Bus gedrückt wurden. „Verpisst Euch endlich, Ihr scheiß Ostler!“, war wohl so eine Art Gruß für die Rückreise. Mit einem Polizeiauto davor und einem dahinter wurden wir durch dunkle Straßen geleitet.
Ein Knall! Aber der Halt blieb aus! Der Bus wurde aus dem Dunkeln heraus angegriffen. Ein Stein verursachte eine Beule. Damit war dann der Punkt „Dritte Halbzeit“ auch abgehakt. Über die nächtlichen Autobahnen fahrend erreichten wir dann Dienstag pünktlich zum Arbeitsbeginn wieder die Hansestadt. Sport frei!
Als Hansa Rostock in Aachen vor Freude komplett ausrastete!
von Mia. B
Blau-Weiß-Rote Ekstase. Man schrieb den 12. April 2013, als der F.C. Hansa Rostock bei Alemannia Aachen antreten musste. Die Lage war bei beiden Vereinen damals alles andere als goldig. Doch während Alemannia mit 23 Punkten bereits auf dem letzten Tabellenplatz festhing, schlingerte die Kogge noch knapp über der roten Linie. Ein Sieg auf dem Tivoli – und die Sache würde wieder etwas besser aussehen. Allerdings ließ die 0:2-Niederlage gegen Arminia Bielefeld in der Woche zuvor den Hansa-Fans die Haare ausreißen.
Es war mal wieder zum Mäusemelken. Stand es zur Pause vor 9.000 Zuschauern im Ostseestadion (damals noch DKB-Arena) noch 0:0, so klingelte es direkt nach der Pause im eigenen Gehäuse. Nach einer Stunde stand es 0:2 – und die Zuschauer waren restlos bedient.

Jetzt erst recht! Alle nach Aachen! Und das an einem Freitag! Also dann! Man stelle sich das noch einmal vor. Vor 13 Jahren … Samstagmorgen. Du wachst mit einem fetten Grinsen im Gesicht auf. Immer noch musst du vereinzelten Leuten erzählen, was da gestern passiert ist. Was passiert war?
Zwei Tage vorher, Donnerstagmorgen. Du sitzt auf Arbeit, völlig entschlossen, am nächsten Tag nicht wieder deine gesammelten Überstunden für eine erneute unsägliche Leistung deiner Mannschaft zu opfern. Zu groß ist immer noch der Frust, der sich nach dem Auftritt am vergangenen Wochenende angestaut hat! Plötzlich bekommst du eine Nachricht von Andy: „Ich fahr morgen doch. Hab auch schon paar andere, die mitfahren. Mit dir wäre das Auto voll“. So überzeugt, wie du gerade noch warst, garantiert nicht nach Aachen zu fahren …

Du zögerst keine Sekunde, schießt zu deiner Chefin gehst und fragst, ob du morgen Mittag abhauen kannst. Am Freitag gehtʼs dann los. Knapp 530 Kilometer, selbst ohne Verkehr gute fünf Stunden Fahrt. Und das Ganze, denkst du, für eine erneute, ganz bittere Niederlage. So richtig Hoffnung hat irgendwie keiner der 600 Leute, die sich auf den Weg machen. Der einzige kleine Lichtblick, der Optimismus durchschimmern lässt, ist eine Raststätte auf dem Weg: „SIEGERLAND“. Ihr seid euch trotz allem Pessimismus einig, dass das eure Anlaufstation für die Rückfahrt wird!
Du kommst gerade so pünktlich zum Anpfiff ins Stadion. Deine Mannschaft spielt gar nicht so schlecht, erarbeitet sich ein, zwei nennenswerte Chancen und geht sogar in Führung. Doch dann passiert mit deiner Mannschaft erstmal nichts mehr. Stattdessen drehen die eigentlich schon als Absteiger feststehenden Gastgeber auf. Ein KOPFBALL aus 20 Metern und ein Freistoß sorgen für den Rückstand zur Pause.

Hinter dem Gästeblock purer Frust. Es fällt ein Satz, der dir endgültig klar macht, was hier gerade passiert: „Wenn du hier heute verlierst, steigst du ab!“ Bähm! Der hat gesessen. Genau so warʼs tatsächlich auch, nur hast duʼs bis zu diesem Moment erfolgreich verdrängt. Immer noch bedrückt von dieser Aussage gehst du wieder in den Block und musst mit ansehen, wie deine Jungs sofort nach Wiederanpfiff das 1:3 fressen. Das war’s. Ende.
Aus. Micky Maus. Wärst du doch lieber konsequent geblieben! Hättest dich nicht überreden lassen, mitzufahren. So wirklich Stimmung ist nicht mehr im Block, als einer der jungen Wilden aus dem eigenen Nachwuchs deines Vereins einfach mal drauf h.lt und den Anschlusstreffer zum 2:3 erzielt. Die Freude über dieses Tor hält sich in Grenzen. Keiner glaubt daran, dass dieser Treffer irgendwas auslösen könnte. Aber es hat was ausgelöst! Kurz darauf liegt die Kugel schon wieder im Tor vor dem Gästeblock. Ausgleich.

Der Block verschiebt sich mal eben um eine Reihe nach vorn und du bist heilfroh, dass dich dein Nebenmann festhält. Und dann plötzlich passiert, womit wirklich KEINER im Stadion rechnen konnte. Fast vom Anstoß weg verliert Aachen den Ball, kommt dann in der Abwehr überhaupt nicht klar, und auf einmal liegt der Ball wieder im Tor. Im Gästeblock hauen 600 Leute einen Torjubel raus, den Du dein ganzes Leben lang nicht mehr vergessen wirst. Wenn unerwartete pure Freude auf absolute Erleichterung trifft, dann passiert eben genau das. Es ist einfach nur Wahnsinn, und selbst du, sonst immer sofort mit dem Gedanken „jetzt müssen wir das nur noch über die Zeit bringen“ brauchst ein paar Minuten, um wieder runterzukommen.
Aber deine Mannschaft kämpft, schlägt Bälle hinten raus und verteidigt so die wertvollen drei Punkte. Als der Abpfiff im Gästeblock wahrgenommen wird, ist es, als hätte deine Elf das fünfte Tor geschossen. Noch lange nach Abpfiff stehst du mit deinen Freunden zusammen und versuchst zu begreifen, was gerade passiert ist. Es sollte eins dieser Spiele gewesen sein, für das du auch 13 Jahre später keinen Spielbericht beim Kicker suchen wirst. Der Ablauf, die Torschützen, der Jubel- einfach alles wird für immer im Kopf bleiben!

Mit den Worten „DIESER VEREIN MACHT MICH FERTIG!“ setzt du dich über eine Stunde nach Spielende ins Auto und trittst den Heimweg an. Natürlich mit einem kleinen Zwischenstopp, der bereits auf der Hinfahrt ausgemacht wurde.
Nachtrag: Der Torschütze des 4:3-Siegtreffers heißt Ondrej Smetana! „Smetana“ bedeutet im Polnischen und auch im Russischen „Schmand“ oder „Sahne“ – keine Frage, das war wirklich allererste Sahne! 🙂
Fotos: Aumi, Michael, Marco Bertram, Jens, Jochen S.

In eigener Sache: Mit dem Diamant-Drahtesel zum Heimspiel im Sommer 1973, im Herbst 1989 auf eigene Faust nach Ostrava, mit dem Hirschbeutel nach Eisenhüttenstadt, von Lok Stendal über KKW Greifswald zu Hansa, von der Radio-Legende zum Stadionsprecher, Interviews mit Goran Markov, Mülly, Dick Turpin, „Udopia Zwickau“ und Heiko Neubert, der Aufstieg 2021 – die ganze blau-weiß-rote Palette! Noch sind Exemplare vom 512-seitigen Hansa-Wälzer „Kaperfahrten II – 65 Grad Kurs Nordost“ zu haben. Auf Wunsch mit persönlicher Widmung. Bei Interesse, einfach direkt beim Herausgeber & Autor Marco Bertram melden: marco.bertram@gmx.de
Weitere Infos: www.marco-bertram.de



Das gestrige Spiel in Greifswald war schwach, aber immerhin zu Null gespielt. Schauen wir mal!
Hoffentlich gewinnt Aachen.