Wenn der FC Erzgebirge Aue in einem Pflichtspiel auf den Chemnitzer FC trifft, dann klingt das erstmal ganz stark nach Sachsenpokal. Ziemlich häufig gastierten die Erzgebirgler in den vergangenen Jahren in der ehemaligen Karl-Marx-Stadion.

Im Jahre 2023 fegte der CFC im Viertelfinale über Aue hinweg, 2025 folgte die Revanche in lila-weiß. Jeweils über 14.000 Zuschauer machten diese Party zu einem absoluten Zuschauermagneten und vor allem Werbung für den sächsischen Fußball. Ob sich dies auch in der kommenden Saison so widerspiegelt, wird man sehen. Erstmals in der Vereinsgeschichte werden die Auer den Weg in die Viertklassigkeit antreten.

Auch wenn rechnerisch noch ein paar Optionen bestehen, so hat sich bereits jeder damit abgefunden. Auf welche Mannschaften man dort trifft, dürfte bekannt sein. Eine Liga voller Tradition, voller Derbys. Für noch mehr Brisanz sorgten die Schlagzeilen der vergangenen Monate. Mittlerweile dürfte wirklich jeder fußballbegeisterten Person die Geschichte rund um den Fahnenklau unter die Augen gekommen sein. Seitdem wurde es ziemlich ruhig in der Fanszene des FC Erzgebirge.

Der Support wurde wieder bereits seit Längerem wieder aufgenommen, die Zäune blieben indes weitestgehend leer. Umso überraschender nun der Support im Gästeblock an der Gellertstraße. Ich persönlich habe bereits viele Spiele mit Beteiligung der Veilchen live erleben dürfen, war meistens aber eher enttäuscht. Am Mittwochabend zeigten sie sich allerdings von ihrer absolut besten Seite und verwandelten die Pokalschlacht in einem akustisches Heimspiel. Lautstark, melodisch – Optisch einzig und allein von Schals begleitet. Hat uns sehr gefallen. Ebenfalls gefallen hat uns natürlich die Choreo der Chemnitzer.

Beim Erblicken der Hochzieh-Elemente wusste man sofort Bescheid – Es wird reichlich gezündelt. Erinnerungen wurden wach eine fast schon vergessene Choreo an der noch nicht umgebauten Gellertstraße. Die Augen wurden allerdings auch danach weiterhin auf die Fanszenen gerichtet, da das Spiel ehrlich gesagt nur wenige Highlights zu bieten hatte und man schon noch damit liebäugelte, dass vielleicht sogar die Chemnitzer an die Auer Fahnen gekommen wären.

Es wirkte unrealistisch, aber möglich ist ja alles. Der stets vermummte Mob aus Cottbus tat sein übriges. Passiert ist es allerdings nicht. Potentielle Ausschreitungen blieben somit auch aus.

Den zweiten Anlauf könnte es dann im Pokalfinale geben. In der Schlussphase setzte sich der Gast aus Aue mit 2:0 durch. Marcel Bär erzählte beide Tore und verwandelte den Gästeblock in eine nasse Jubeltraube. Fast schon britisch flogen dutzende volle Bierbecher in Richtung des Rasens und sorgten für ein sehr ansprechendes Bild. Am „Tag der Amateure“ muss Aue nach Zwickau reisen und könnte spätestens dort wieder in den Anblick der eigenen Ultrafahnen kommen. Wir sind gespannt.

Fotos: Max Wieler
