Lasst euch das Wort „Trainingslager“ einmal auf der Zunge zergehen. Wir alle waren schon einmal in einem Lager. Neben Trainingslagern für Sportler waren viele von uns auch im Pionierlager, im Betriebsferienlager, in einem ZV-Lager oder in einem Lager für Erholung und Arbeit. Das Wort „Lager“ bedeutet Aufbewahrung von Material oder auch behelfsmäßiger Schlafplatz (z.B. Zeltlager).
Das hätte sicherlich auch sehr schön ausgesehen, wenn die Hansa-Mannschaft und das Team in Neuruppin gezeltet hätten. Mein erstes Trainingslager mit dem F.C. Hansa Rostock haben wir im Sommer 1991 im Zelt verbracht. Mit eigenem Trabant ging es als Bundesligaaufsteiger nach Wingst-Cadenberge.

Wir waren nur vier Hansafans und fuhren zu den Testspielen einfach dem Hansa-Bus hinterher. Unser Trainer war damals Uwe Reinders. Die einheimischen Fans bei den Vorbereitungsspielen luden uns oft zu Bratwurst und Bier ein, denn sie waren neugierig auf Hansafans aus dem anderen Teil Deutschlands.
Ein paar mehr Hansafans waren wir in Trappenkamp. Unter Frank Pagelsdorf wurde hier das Trainingslager mehrfach aufgeschlagen. Wir stellten unsere Zelte einfach direkt am Trainingsplatz auf. Nach einem Freundschaftsspiel hatten wir abends „Post“ am Zelt gefunden: „Die Gemeinde Trappenkamp fordert Sie hiermit auf, das illegale Zelten zu unterlassen, denn sonst werden 5.000 DM Strafe fällig.“
Die Trainingslager waren einfach klasse, die Spieler und Trainer waren locker drauf und wir „Viecher Rostock“ gehörten einfach dazu.

Das erste internationale Trainingslager war dann 1995 in Chiclana de la Frontera. Mit vier Fans sind wir nach Spanien geflogen. Den Standort des Hotels hatten wir uns vorher erfragt. Es waren noch die Zeiten ohne Internet oder Handys, sodass man nicht vorher planen konnte. Für 55 DM die Nacht kamen wir hier unter. PM Diestel fiel vom Pferd und Herbert Maronn bat um einen Zimmerwechsel, da wir doch etwas laut feierten, aber das sind andere Geschichten. Die Trainingslager von Bad Gleichenberg in Österreich über Portugal bis nach Dubai folgten dann später.

Dank der Ferien passte für uns das diesjährige Trainingslager von Hansa in der Fontanestadt. Unser Lieblingsverein war bereits zum vierten Mal in Neuruppin. Es sind nur rund 170 Kilometer und die Bedingungen vor Ort wie das Stadion zum Trainieren und das Hotel mit Therme direkt am Ruppiner See waren hervorragend.

Hansa hatte einen eigenen Bereich für die Hauptmahlzeiten und in der ersten Etage des Hotels war ein offener Treffpunkt mit Billardtisch, Snack und Kaffeeautomaten eingerichtet. Dazu rundeten herrliche Außenanlagen mit Blick zum See und die fantastische Therme mit Schwimmbad, mehreren Außenbädern, Saunen und Schwimmzugang zum See, das Lager ab.

Mein Sohn und ich hatten uns hier auch mit einquartiert. Natürlich lief man oft Spielern, Betreuern oder Verantwortlichen über den Weg, sodass auch geplaudert wurde.
Beispielsweise erzählte ich Ronny Maul von früheren Trainingslagern und kam auf Dubai zu sprechen. Tatsächlich war Ronny damals als Spieler auch dabei und zeigte mir ein Handyfoto aus Dubai, als bekannte Hansa-Spieler eine Wasserpfeife probierten.

Im Neuruppiner Volksparkstadion bestritt Hansa auch zwei Freundschaftsspiele. Das erste Spiel gegen Hvidovre endete 2:2. Am letzten Tag im Trainingslager gab es noch einen 3:0-Sieg gegen das einstige KKW Greifswald.

Gespielt wurde über zweimal 45 Minuten und einmal 30 Minuten. Fast 700 Zuschauer schauten sich das Spiel an. Es war schön anzusehen, wie viel Freude die Kinder aus Neuruppin und Umgebung hatten. Es wurden Hände gestreckt, mit Handy gefilmt, Fotos gemacht und Unterschriften eingeholt. Hier sind die Hansafans von morgen.

Nach dem Spiel ging es für die Mannschaft noch auf den Ruppiner See zum Abschlussabend. Es gab zwei Geburtstage zu feiern (Dirkner und Dietze) und Alkohol war erlaubt.

Am Donnerstag früh um 11:00 Uhr fuhr der Bus zurück ins freie Wochenende. Wir „zugten“ auch nach Rostock zurück und sind gerne wieder im „Lager nach Neuruppin“ im nächsten Jahr dabei Ahoi Heiko

In eigener Sache: Egal, ob im Trainingslager, im Sportlager oder im Ferienlager – eine passende Lektüre für die Freizeit am Strand, an einem See, am Lagerfeuer oder abends auf der Luftmatratze darf gern dabei sein. Noch sind einige Exemplare vom 512-seitigen Hansa Rostock-Buch „Kaperfahrten II – 65 Grad Kurs Ost-Nordost“ auf Lager.
Infos: www.marco-bertram.de
Direkter Kontakt bezüglich Bestellung, Fragen oder möglicher Lesungen: marco.bertram@gmx.de



