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Himmelblauer Höhenflug hält an: Chemnitz siegt in der Filmstadt

 
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R 06 August 2018
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Der Saison-Auftakt hielt für den Chemnitzer FC eine englische Woche bereit – und aus dieser gingen die Himmelblauen mit neun Punkten heraus. Nach Heimsiegen gegen Fürstenwalde und den BFC Dynamo konnte ebenso das erste Auswärtsspiel gewonnen werden. Beim SV Babelsberg 03 siegte der CFC mit 2:1. Frahn und Bozic erzielten vor 2.247 Zuschauern im „Karl-Liebknecht-Stadion“ die Treffer. 

Brisantes Duell in der Filmstadt


Es wird selten so heiß gegessen, wie es gekocht wird, sagt bekanntlich ein Sprichwort – und eben das durften die Polizei und Sicherheitskräfte nach dem brisanten Duell zwischen dem SV Babelsberg 03 und dem Chemnitzer FC konstatieren. Eine strikte Fantrennung sowie zeitweise gesperrte bildeten die Vorsichtsmaßnahmen, um das Hochsicherheitsspiel abzusichern. Aus Chemnitz – so die Kalkulation – rechnete man mit 500 Anhängern, sowie weiterhin mit der Anwesenheit von Vertretern aus der Fanszene von Energie Cottbus. Zudem wurde mit der Aussage, „dass große Teile der Chemnitzer Fanszene als rechtsextremistisch eingestuft werden“, zusätzlich Öl ins Feuer gegossen. Die Babelsberger Fans werden bekanntermaßen dem linken Klientel zugeordnet – und diese eröffneten das Spiel mit einem kleinen Intro. Am Zaun hing der Spruch „Unsere Fahne, sie weht“ und darüber eine entsprechende Fahne, hinter der es anschließend einen blau-weißen Konfetti-Regen gab. Im Gästeblock wurden wenige Fahnen geschwenkt, dafür viel Schals gezeigt.

 

Taktische Ausrichtung bestimmt Startformation


Im Vergleich zum 2:0-Heimerfolg gegen den BFC Dynamo veränderte CFC-Chef Bergner sein Team auf einer Position – und das hatte taktische Gründe. BFC-Torschütze Milde ersetzte Bozic, sodass die Himmelblauen einen Systemwechsel durchführten und im ersten Durchgang entsprechend im 4-2-3-1 auftraten.

Frahn agierte bei seinem Ex-Verein, für den er in 89 Spielen 45 Treffer erzielen konnte, als einzige Spitze. Bevor er jedoch zu seiner ersten Möglichkeiten kommen sollte, musste Jakubov zwei gute Chancen der mutig auftretenden Gastgeber vereiteln. In der 14. Minute wurde Garcia im Strafraum von den Beinen geholt. Den fälligen Elfmeter – und solche Geschichten schreibt nur der Fußball – führte Frahn sicher aus. Sein Schuss schlug unhaltbar im Winkel ein. Während der Gästeblock eskalierte, übte sich der Torschütze an seiner alten Wirkungsstätte aus Respekt zurückhaltend. 

 

Ausgleich nach Stellungsfehler


Die 2.247 Zuschauer im „Karl-Liebknecht-Stadion“ erlebten bei extrem heißen Temperaturen ein unterhaltsames Spiel mit Chancen auf beiden Seiten. Die Gastgeber, welche das erste Saisonspiel mit 2:1 bei Germania Halberstadt für sich entscheiden konnten, glichen in der 32. Minute aus. Nach erneutem Stellungsfehler von Hoheneder traf der ehemalige Cottbusser Nattermann. Sein Schuss aus spitzem Winkel schlug für Jakubov unhaltbar unter der Latte ein. Die Gastgeber feierten den Ausgleistreffer intensiv und mit der legendären Olsenbande-Musik. Zuvor scheiterte Garcia mit einem Schlenzer von der Strafraumgrenze am Babelsberger Schlussmann.

 

Kurskorrektur zur Pause


Zur zweiten Halbzeit stand dann die himmelblaue Elf auf dem Rasen, die auch gegen den BFC begonnen hatte. Für Milde kam folglich Bozic, wodurch die taktische Ausrichtung wieder zu einem 4-4-2 verändert wurde. Es sollte aber bis zur 84. Minute dauern, ehe sich dieser Wechsel final auszahlte. Zuvor hatte Bozic bereits eine gute Gelegenheit ausgelassen. Bei der zweiten wiederum schlug er nach mustergültiger Frahn-Vorlage eiskalt zu und markierte damit – wie schon gegen Fürstenwald – das Siegtor. Kurz vor Schluss vergab der Stürmer noch eine weitere Chance. 

 

Zuvor mussten beide Mannschaften den warmen Temperaturen Tribut zollen, ernstzunehmende Chancen – mit Aufnahme der von Bozic – waren in der zweiten Halbzeit entsprechend Mangelware. Am Ende blieb es bei 2:1-Auswärtssieg, der von den himmelblauen Fans und Spielern ausgiebig bejubelt wurde. Die angereisten 500 Chemnitzer Anhänger sorgten hinter der Fahne „eingetragener Verein seit 1990“ nahezu die gesamte Partie über für gute Stimmung.

 

Ein Auftakt nach Maß


Der Chemnitzer FC schließt den Saisonauftakt und die damit verbundene englische Woche mit drei Siegen und als Spitzenreiter ab. Drei Dreier in Folge gab es zuletzt in der Spielzeit 2014/2015. Das aktuelle Erfolgserlebnis scheint zu lauten: früh und spät jeweils treffen. Bei allen drei Spielen fiel der Führungstreffer in der Anfangsviertelstunde und der letzte zehn Minuten vor Schluss. Als nächstes wartet der FC Rot-Weiß Erfurt im „Steigerwaldstadion“ auf die Himmelblauen.  

 

Hochsicherheitsspiel bleibt friedlich


Sowohl vor als auch nach dem Spiel gab es außerhalb des „Karl-Liebknecht-Stadions“ keinerlei große Zwischenfälle, sodass die Polizei ein positives Fazit zieht. Im Stadion wiederum wurde zu Spielbeginn von einem auf dem Zaun stehenden die schwarz-weiß-rote Reichskriegsflagge gehisst, worauf aus dem Babelsberger Ultra-Block ein „Cottbuser Arschlöcher“ entgegnet wurde. Eine weitere Person zeigte dazu den Hitlergruß. Bei beiden soll es sich um Fans aus Cottbus handeln. Zur Pause verließen die Anhänger aus der Lausitz geschlossen das Stadion, sodass sie das einzige Spruchband der Babelsberger nicht sahen. Diese versuchten mit „Wir machen aus euren Hateful Eighty-Eight die Gayparade!“ zu provozieren, jedoch blieb das vom Gästeblock unkommentiert. Insgesamt sicherten 300 Einsatzkräfte aus Brandenburg und eine Reiterstaffel das brisante Spiel ab. Dazu standen zwei Wasserwerfer bereit, die aber nicht zum Einsatz kamen.

Bericht: Marcus Hengst

Fotos: Fokus Fischerwiese

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1:2

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G
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Immer wieder diese Ekel aus Kotzbus und Chmenitz...

K
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