Valletta FC vs. FK Kukësi: Albanische Party auf Malta - Weiterkommen in Minute 84 gesichert

 
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MB 19 Juli 2018
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Erst als Shoqëria Sportive Kosova und KS Kosova, dann ab 1958 als Klubi Sportiv Përparimi („Sportklub Fortschritt“) wurde in der albanischen 17.000-Einwohner-Stadt Kukës der Ball rollen gelassen. Große sportliche Erfolge gab es kaum zu verzeichnen. In den Jahren 1977 und 1982 durfte jeweils der Aufstieg von der dritten in die zweite albanische Liga gefeiert werden. Ein Schnitt gemacht wurde 2010. Neuer Name, neues Glück. Als Futboll Klub Kukësi gelang innerhalb von zwei Jahren der Durchmarsch von der dritten Liga in das albanische Fußballoberhaus. Nachdem in der Premierensaison gleich mal eben Rang zwei erobert wurde, durfte sogleich in der Europa League gespielt werden. In den drei Qualifikationsrunden wurden FC Flora Tallinn, FK Sarajevo und Metalurh Donezk aus dem Weg geräumt, erst in der Playoff-Runde war Schluss. Trabzonspor war eine Nummer zu groß. Einen Rekord hatte der FK Kukësi dennoch aufgestellt. Drei Runden im Europapokal überstanden - das hatte zuvor noch kein albanischer Fußballverein geschafft! Hitzig zu ging es im Sommer 2015, als wieder die dritte Qualifikationsrunde erreicht wurde. Beim Heimspiel gegen Legia Warszawa wurde ein Gästespieler in der 51. Minute von einem geworfenen Stein getroffen. Die Partie wurde beim Stand von 1:2 abgebrochen und mit 3:0 für Legia gewertet. Zuvor ist es auch auf den Rängen ein wenig hitzig geworden, als beide Seiten versucht hatten, sich in der Pufferzone einen Schlagabtausch zu liefern. 

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In der folgenden Spielzeit 2016/17 wurde in der ersten Qualifikationsrunde der Europa League der FK Rudar Pljevlja mit 1:1 und 1:0 bezwungen, in der zweiten Runde kam es zum Aufeinandertreffen mit Austria Wien. Das Heimspiel wurde mit 0:1, das Auswärtsspiel mit 1:4 verloren. Im Mai 2017 konnte schließlich ein großer sportlicher Erfolg gefeiert werden. Rang eins in der Kampionati shqiptar - der FK Kukësi wurde erstmals albanischer Meister. Partizani Tirana und der amtierende Meister Skenderbeu Korce wurden auf die Plätze zwei und drei verwiesen. In der CL-Qualifikation scheiterte man jedoch an Sheriff Tiraspol (0:1, 2:1). 

In der zurückliegenden Saison wurde der FK Kukësi Vizemeister hinter Skenderbeu Korce. Da Skenderbeu Korce jedoch aufgrund von Spielmanipulationen für zehn Jahre vom Europapokal ausgeschlossen wurde, darf der FK Kukësi in der CL-Qualifikation sein Glück versuchen. Gegner in der ersten Runde: Der maltesische Vertreter FC Valletta, der bereits 23-mal Meister und 13-mal Pokalsieger wurde. Bereits 1963/64 war der FC Valletta in der Vorrunde des Europapokals der Landesmeister dabei. Gegen Dukla Prag war damals jedoch gleich Schluss (0:6 und 0:2). Es dauerte bis 1999/2000, bis endlich einmal eine Qualifikationsrunde überstanden wurde. Auswärts bei Barry Town ein 0:0, daheim ein 3:2 - der erste Erfolg auf europäischer Bühne. Gegen Rapid Wien war dann jedoch nichts zu holen (0:3 und 0:2).

In der Folgezeit konnte der FC Valletta ein paar weitere Male die erste Qualifikationsrunde der Europa League und Champions League überstehen. Keflavík ÍF, SP Tre Fiori, SP La Fiorita, B36 Tórshavn und SS Folgore/Falciano waren jeweils machbar. In Runde zwei war jedoch immer Schluss. Nun also das Duell mit FK Kukësi. Es war das zweite Mal, dass der FC Valletta einen albanischen Vertreter zugelost bekam. 2002 hatten es die Malteser in der ersten Runde des UEFA Intertoto Cup mit KS Teuta Durrës zu tun. Daheim ein 1:2, auswärts ein 0:0 - das genügte nicht zum Weiterkommen.

Ein torloses Remis gab es auch im Hinspiel beim FK Kukësi zu sehen. Völlig offene Sache demzufolge beim Rückspiel im MFA Centenary Stadium, das sich in Ta' Qali befindet und eine Gesamtkapazität von 3.000 Zuschauern hat. Die Ränge der überdachten Haupttribüne waren beim Einlaufen der beiden Mannschaften recht ordentlich gefüllt, rund 1.200 Fußballfreunde hatten sich eingefunden. Unter ihnen zahlreiche Anhänger des FK Kukësi. Arme kreuzen und laute Gesänge anstimmen! Aber auch auf Heimseite versuchten sich etliche Fans rund um die Ultras Beltin mit dem Support. 

Und nein, es wurde keine laue Sommernummer. Es wurde spannend. Es wurde laut. In der 67. Minute konnte der argentinische Mittelfeldspieler Santiago Malano den FC Valletta mit 1:0 in Führung bringen. Großer Jubel auf dem Kunstrasenplatz und den Rängen. Traubenbildung am Spielfeldrand, geballte Fäuste oben am Geländer der Tribüne. Ein voller Bierbecher schlug auf. Los jetzt hier, die nächste Runde war zum Greifen nahe. Doch diese wollten mit aller Gewalt auch die albanischen Gäste erreichen. In der 84. Minute machte der georgische Spieler Irakli Dzaria den Ausgleich zum 1:1 klar. Frenetischer Jubel nun auf Seiten der albanischen Gäste. Das Unentschieden wurde über die Zeit gebracht, in der nächsten Runde hat es der FK Kukësi mit Qarabağ Ağdam aus Aserbaidschan zu tun.

Fotos: Sachseninformer

> zur turus-Fotostrecke: Fußball auf Malta

Spielergebnis:
1:1
Zuschauerzahl:
1.200

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