Sanfrecce Hiroshima FC vs. Gamba Osaka: Die drei Pfeile des Samurai

Autor: Red.Sport     veröffentlicht am 30 Mai 2018    
 
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Figuren vor dem Stadion
Foto: Marcel Hartmann

Der Name Hiroshima ist wohl jedem ein Begriff. Das Erste was einem Zu Hiroshima einfällt, ist wohl unweigerlich der erste Atombombenabwurf am 06.08.1945 durch die USA, der nicht nur die Stadt nahezu dem Erdboden gleich machte, sondern auch rund 170.000 Menschen unter Berücksichtigung der Spätfolgen tötete. Hiroshima lebt! Das ist das positive Fazit des Besuchs dieser Stadt. Es gibt auch heutzutage einiges zu sehen, wenngleich Historisches natürlich kaum noch zu finden ist.

Der Pokal sollte es möglich machen, auch dem „Big Arch“, dem Stadion Hiroshimas einen Besuch abzustatten. Wenn jemand nach einem besonderen Stadion in Japan fragen würde, es würde wohl oft dieser Name fallen. Denn diesen Namen trägt es nicht ohne Grund. Die große, überdachte Haupttribüne sieht eben aus wie ein großer Bogen. Seit 1992 besitzt die Stadt diesen einprägsamen Bau, der einst für den AFC Asian Cup im gleichen Jahr erbaut wurde. Nun ist er die Heimat des Fußball-Erstligisten Sanfrecce Hiroshima. 

 

Auch hier ist die Namensgebung recht interessant. Ein im 16. Jahrhundert lebender Samurai namens Mori Motonari soll seine drei Söhne aufgefordert haben jeweils einen Pfeil zu zerbrechen, was allen dreien gelang. Anschließend sollte jeder der Söhne drei Pfeile mit einem Mal zerbrechen, was wiederum keinem gelang. Seit diesem Tag zieren nicht nur das Wappen des sogenannten Mori-Clans drei Pfeile, sondern auch im Vereinswappen Hiroshimas kann man diese drei Pfeile wiederfinden. Darüber hinaus gelten sie  in Japan auch als Symbol dafür, dass man mit vereinten Kräften mehr zu bewegen vermag als allein. Im übertragenen Sinne wird hier auf den Teamgeist abgezielt. Daraus entstand letztlich der Name „Sanfrecce“. „San“, das japanische Wort für die Zahl Drei und „frecce“, das italienische Wort für Pfeil. 

 

Der im Vergleich zum Kaiserpokal recht unattraktive J-League-Pokal, sollte letztlich einen Spielbesuch in Hiroshima ermöglichen. Entsprechend der Zuschauerzahlen aus vergangenen Pokalspielen, ließ sich bereits frühzeitig erahnen, dass die Hoffnung auf ein volles Stadion wohl nur wilde Träumerei sei. Wie auch in einigen europäischen Ländern, scheint insbesondere der Pokal kein sehr angesehenes Format zu sein. Der Meister von 2012, 2013 und 2015 traf mit Gamba Osaka, auf einen alten Bekannten. ;) Der Besuch bei Gamba lag zu diesem Zeitpunkt schließlich erst eine Woche zurück. 

 

Eine Sache merkte man recht schnell. Bei kaltem Wind, ist das Stadion nicht unbedingt der schönste Aufenthaltsort. Das war schon fast auf deutschen Spätherbst- oder Frühjahrsniveau. Der Blick ins weite Rund wirkte nicht wirklich erwärmend. Im Gästeblock tummelten sich nur 250 Blau-Schwarze und im insgesamt 50.000 Menschen fassenden Stadion, waren es nur 7.083 Besucher. Exakt 10 weniger als beim Zweitligaspiel in Kyoto, über welches bereits berichtet wurde.

 

Dafür konnte das Spiel gefallen. Schnell führte Hiroshima 2:0 und konnte das Ergebnis auch in die Pause mitnehmen, doch dann kam Gamba völlig verändert aus der Kabine. Da muss der Trainer wohl mit Sushiverbot gedroht haben, anders kann man sich diesen Wandel kaum erklären. ;) Auf jeden Fall schaffte es der Gast tatsächlich, die Partie bis zur 70. Minute zu drehen und dieses Ergebnis clever zu verteidigen.

Aus fantechnischer Sicht war die Veranstaltung leider auch etwas behäbig. Das liegt sicherlich zum einen an der fehlenden Masse, aber wohl auch an der allgemeinen Unattraktivität des umfangreich gestalteten J-League-Pokals. Beide Seiten lehnten sich auch nicht zurück, aber es war offensichtlich hinsichtlich der Lautstärke nicht mehr herauszuholen. Die wenigen Gäste beschränkten sich daher auf Singsang und das Schwenken einiger Fahnen, während die Heimseite zusätzlich mit einer sehr gut beflaggten Kurve glänzen konnte und auch die schon einige Male gesehenen Spannbänder wurden genutzt. 

 

Dennoch alles etwas verhaltener, als bisher im Ligabetrieb gesehen. Es ist aber auch nicht ganz so leicht in eine solch offene Riesenschüssel eine gute Stimmung zu bekommen, wenn der Schall in nahezu alle Himmelsrichtungen gehen kann und auch der Wind sein Übriges tut. In einem Ligaspiel, hätte es im Big Arch sicherlich mehr auf die Ohren gegeben. Aber wie sagt man so schön: „Man muss die Feste feiern wie sie fallen“ und am Ende überwog dann doch die Freude, dass es mit dem Spielbesuch in dieser tollen und besuchenswerten Stadt geklappt hat.

Bericht: Marcel Hartmann

Fotos: Marcel Hartmann

> Impressionen vom japanischen Fußball

Spielergebnis:
2:3
Zuschauerzahl:
7.083
Gästefans
250
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