Immer hart am Wind kreuzen! Rückblick auf eine aufregende Saison von Hansa Rostock

Autor: Marco Bertram     veröffentlicht am 14 Mai 2018    
 
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Der FCH zu Gast in Chemnitz
Foto: Sachseninformer

Wir wissen alle: Die Zeit rennt und rennt. Fünf, sechs Jahre sind mal eben schneller vorüber als einem wahrlich lieb sein kann. Wie jetzt, die Rostocker Demo in Hamburg-Altona ist jetzt bereits über sechs Jahre her? Da wir in unserem Magazin regelmäßig Rückblicke an den Stichtagen (vor 9, 8, 7, 6, 5 Jahren…) machen, wird einem das noch bewusster. Och nö, krass, dieses Spiel war 2012? Es war der 22. April 2012, als ich mit Tobi nach Hamburg gedüst war, um die blau-weiß-rote Fandemo zu begleiten. Am Millerntor unterlag der F.C. Hansa Rostock dem FC St. Pauli mit 0:3. Der Gästeblock blieb weitgehend leer, und auch in der Heimkurve gab es Lücken, da die aktive Fanszene während des Spiels vor dem Stadion blieb. Eine Woche später spielte Hansa beim 1. FC Union Berlin. Es war eigentlich meine Aufgabe, vor Ort in der Alten Försterei zu sein, doch da was dazwischen kam, übergab ich erstmals Tobi den Staffelstab. Du schaffst das schon! Tat er auch. Auf dem Rasen mussten sich die Rostocker indes mit 4:5 geschlagen geben. Es war zum Heulen. Nach zehn Minuten hatte der FCH bereits mit 2:0 geführt. Die Eisernen drehten das Spiel, doch Hansa kam immer wieder ran. In der 54. Minute machte Mintal das 4:4. Hoffnung. Ein Sieg musste her. Göhlert machte dann in der 69. Minute das 5:4 für den 1. FC Union. Dabei blieb es auch. Hansa Rostock war abgestiegen. Dennoch strömten am letzten Spieltag über 14.000 Zuschauer ins Ostseestadion, um die Partie gegen Greuther Fürth zu sehen. In der 90. Minute sicherte Mintal mit seinem Treffer zum 2:2 der Kogge einen Trostpunkt. Fürth stieg damals als Tabellenführer auf, Fortuna Düsseldorf spielte in der Relegation gegen Hertha BSC. Als Tabellendrittletzter hatte auch der Karlsruher SC eine Relegation zu bestehen, was sie jedoch nicht taten. Gemeinsam mit Hansa ging es runter in Liga drei.

hansa

Na gut, dachte man sich. Der Rostocker Abstieg in die 3. Liga am Ende der Spielzeit 2009/10 hatte keine eklatanten Folgen. Bereits in der Folgesaison durfte als Tabellenzweiter die Wiederkehr in die 2. Bundesliga gefeiert werden. Meine Berichterstattung hatte ich passend dazu weiter ausgebaut. Während es 2009 bis 2011 aus familiären Gründen (das erste Kind kam auf die Welt) vor allem im Berlin-Brandenburger Raum zum Fußball ging, gab es ab 2011/12 die gesamte nordostdeutsche Palette. Für den F.C. Hansa Rostock wurde es damals eine sehr unruhige Zweitligasaison - vor allem, was die Rückrunde betraf. Zwischen der Fanszene und der Vereinsführung war das Tischtuch zerschnitten, die Südtribüne wurde geschlossen. Das Heimspiel gegen den FC Erzgebirge Aue am 25. März 2012 hatte sich bei mir eingebrannt. Im Eckblock 27A hielten die aktiven Fans Spruchbänder hoch: „Südtribüne geschlossen, Stadion halb voll, Stimmung zum kotzen - ist es das, was sie wollen?!“ Für mich persönlich war es ein Schlüsselspiel. Ich weiß noch ganz genau, wie ich auf der Pressetribüne saß und melancholisch auf die Ränge und den Rasen schaute. Mir wurde klar, wie sehr mir der Verein und seine Fans am Herzen liegen. In Zukunft wollte ich wieder regelmäßiger bei den Spielen des FCH sein. Und wenn ich nicht kann, sollte halt ein anderer für uns übernehmen.

Hansa

Einen Monat später war die Fahrt nach Hamburg-Altona, fünf Wochen später folgte das bittere 4:5 bei den Eisernen. Der Verein stand mit dem Rücken zur Wand. „Rostock sagt ja!“, war auf einem weißen Stoff am Zaun des Gästeblocks zu lesen. Auf Spruchbändern stand zudem geschrieben: „Am 9.5. JA zum F.C. Hansa! Denn der Verein gehört zu dieser Stadt! Bürgerschaftsentscheid PRO Hansa!!! Infos zu den Demos unter www.suptras.de“. Der Verein konnte schließlich - nicht zuletzt aufgrund der beeindruckenden Mobilmachung der Hansa-Fans - gerettet werden, doch in wirklich ruhige Gewässer schipperte die Kogge nicht. Es blieb unruhig, teilweise wurde es sogar arg stürmisch.

Hansa

Hart am Wind segeln - das kenne ich aus eigener Erfahrung. Niemals aufgeben! Trotz übelster Wetterlage und brechender Wellen den Kurs halten! Zumindest versuchen, ihn zu halten! Um es noch mal auf den Punkt zu bringen: 2012 stieg Hansa zum zweiten Mal in die 3. Liga ab. Eine schnelle Wiederkehr in Liga zwei sollte nicht mehr gelingen. Bereits die sechste Saison hintereinander spielte der F.C. Hansa Rostock nun in der 3. Liga. Eine siebte wird nun 2018/19 folgen. Nun hätte man als Außenstehender denken mögen, nun gut, wahrscheinlich ist Hansa ein-, zweimal knapp am Aufstieg vorbeigeschrammt. Denkste! Die Abschlussplatzierungen sprechen eine andere Sprache. Die da wären: 12, 13, 17, 10 und 15. Der aktuelle Rang 6 hebt sich somit komplett ab. Und dies sollte man - bei all der zwischenzeitlichen Trauer über den verpassten Aufstieg - nicht vergessen.

Hansa

Wer erinnert sich nicht mit einem Schaudern an den 23. Mai 2015?! Ja, jeder Hansa-Fan weiß es. Allerdings heben sich immer wieder die Augenbrauen, wenn man sich das sportliche Geschehen am letzten Spieltag der Saison 2014/15 anschaut. Mit 1:2 musste sich Rostock in Dresden geschlagen geben. Rostock wäre somit abgestiegen, wenn nicht zeitgleich der FC Rot-Weiß Erfurt, für den es sportlich um nichts mehr ging, die SpVgg Unterhaching mit 1:0 bezwungen hätte. Knapper konnte am Absturz in die Regionalliga nicht vorbeigeschlittert werden. Und der drohende Absturz kam ja nicht ganz plötzlich. Bereits kurz vor der Winterpause wurde es arg desaströs. Mit Grauen erinnere ich mich an das 1:4 (das noch geschmeichelt war) in Erfurt am 13.12.2014. Es regnete, die Fahnen wurden abgenommen, Weltuntergangsstimmung. Über die unfassbare - man konnte es kaum fassen, dass es noch schlimmer gehen würde - 0:4-Klatsche gegen Holstein Kiel berichtete damals meine Kollegin Mia. Was nur noch half? Neuen Teamgeist schaffen im Trainingslager. Und in der Tat wurde es sportlich ein wenig besser, denkbar knapp wurde es am letzten Spieltag trotzdem.

Hansa

Mund abputzen. Segel setzen. Auch in der Folgesaison 2015/16 gab es kein Durchatmen, quasi kein Zurücklehnen. Im Frühjahr 2016 manövrierte Hansa wieder in gefährlichen Gewässern. Der Vorsprung zur Abstiegszone betrug zwei Punkte. Als jedoch am 19. März 2016 bei Tabellenführer SG Dynamo Dresden ein Punkt in letzter Minute gerettet wurde, war zu spüren, die Mannschaft würde nichts anbrennen lassen. In der 87. Minute brachte Andrich die SG Dynamo mit 2:1 in Führung. Was für ein Jubel im Gästeblock, als Ahlschwede in der 90. Minute das 2:2 erzielte! Ein Punkt, der wog wie ein fetter Sieg. Für mich in der jüngeren Vergangenheit ganz klar eines der - ja sagen wir es so - geilsten Spiele!

Greifenbande

„Dieses Mal seid Ihr fällig!“, erklärte mein Chemnitzer Kollege ein Jahr später. Am letzten Spieltag musste der F.C. Hansa Rostock bei den Himmelblauen antreten. Ich war heilfroh, dass es auf der Fischerwiese am 20. Mai 2017 zu keinem „Endspiel“ kam. Hansa war bereits gerettet, die 0:2-Niederlage konnte demnach verschmerzt werden. Aber dennoch: Die Ausbeute war enttäuschend. Man vergisst ja immer so schnell, weil wie eingangs erwähnt die Zeit so schnell rennt. Nach dem 10. Spieltag der Saison 2016/17 war der F.C. Hansa mit 16 Punkten auf Rang sieben zu finden. Der Rückstand auf die Plätze zwei und drei betrug gerade mal ein mageres Pünktchen. Klar und deutlich mit 3:0 hatte Rostock zuletzt beim SC Paderborn gewonnen. Los jetzt hier! Nach dem folgenden 1:2 daheim gegen den VfL Osnabrück winkten die meisten wieder ab. Aufstieg? Never! Vergiss es! Hauptsache nicht absteigen! In den folgenden 28 Spieltagen wurden gerade mal 29 Punkte gesammelt. Mit dieser Quote wäre Hansa in die Regionalligalliga hinuntergerasselt. Allein dem guten Saisonstart war es letztendlich zu verdanken, dass die Sache nicht in die Hose ging.

Wieder auf ein Neues! Auf in die Saison 2017/18! Was erwartet wurde? Gute Frage! Wer mag in Rostock nach all den dürren, an den Nerven rüttelnden Spielzeiten wagen zu sagen: Ja, klar, in dieser Saison packt es der FCH! Aufstieg jetzt! Ohne wenn und aber! Und dann auf nach Hamburg und den FC St. Pauli weghauen! Auf dem Platz, versteht sich. *schmunzel*.

erfurt

Das Auftaktspiel: Zu Gast bei den Sportfreunden Lotte, die in der Vorsaison als Aufsteiger eine passable Leistung gezeigt hatten. Und schau an, geht doch! Mit 2:0 konnte Hansa bei Lotte gewinnen, den zweiten Treffer erzielte Henning kurz vor Schluss aus 50 Metern Entfernung. Nachdem es daheim vor 12.500 Zuschauern gegen die SG Sonnenhof Großaspach ein torloses Remis gab, führte die Reise nach Erfurt. Dort hieß es mal wieder: „Polizei und Stacheldraht, 1965 Meter im Quadrat…“ An den Zaunkronen der Pufferbereiche wurde NATO-Stacheldraht befestigt. Ich weilte zu jenem Zeitpunkt in Polen, betrachtete die mir zugeschickten Fotos und spürte, wie sich Wut in meinem Innern breit machte. Alter! Da wird ein Stadion in eine moderne Arena umgebaut, und da fällt denen nichts besseres ein, als Stacheldraht einzusetzen?! Na immerhin, Rostock konnte die Partie mit 1:0 für sich entscheiden. Hüsing erzielte den Treffer mit dem Kopf nach knapp einer halben Stunde.

Hansa

Ich war noch immer in Polen, als es im Ostseestadion zum Pokalkracher Hansa Rostock vs. Hertha BSC kam. „Der Rausch, die durchgehenden Gäule, der böse Kater danach“, lautete der Titel des Berichtes zu diesem Spiel. In der Liga folgte nach einem 1:2 daheim gegen Meppen auswärts ein klarer 3:0-Sieg in Würzburg. Wieder einmal wurde das alte Problem erkennbar: Auswärts wird aktuell erfolgreicher gespielt als daheim. Nur gefühlt? Neeee! Der Beweis ist erdrückend: 2016/17 lag Hansa in der Heimtabelle auf dem letzten Platz! Gerade mal vier Siege konnten in 19 Partien eingefahren werden. Auswärts gab es dagegen eine ausgeglichene Bilanz, demzufolge war Hansa in der Auswärtstabelle auf einem guten sechsten Platz zu finden. Allerdings war es in der Spielzeit 2015/16 andersherum. 2014/15 war Rostock dagegen wieder zu Hause schlechter als auswärts. Wobei „schlechter“ den Rang der jeweiligen Tabelle betrifft, denn äußerst mau war die Leistung auch auswärts. Und in der zurückliegenden Saison - insgesamt betrachtet? Im Laufe der Spielzeit hatte sich das etwas angetaktet. Neun Siege in 19 Heimspielen waren am Ende dann halt doch zu wenig, um ganz oben mitspielen zu können.

FCH

Zurück zum neunten Spieltag. Rucksack gepackt! Auf in die Börde! Der FCH war zu Gast beim 1. FC Magdeburg, der bereits zu jenem Saisonzeitpunkt kaum zu schlagen war. Vor beeindruckender Kulisse - beide Fanlager lieferten sich ein grandioses Gesangduell - konnte der 1. FCM einen 2:0-Sieg einfahren. Es handelte sich bereits um den sechsten Sieg im siebten Spiel. Bei Hansa waren es zu jenem Zeitpunkt elf Punkte. Und es wollte einfach nicht so recht vorwärts gehen. 0:0 gegen Werder Bremen II, 1:1 gegen den FSV Zwickau. Nicht Baum, nicht Borke.

 FCH

Dann eben mal big points am Freitagabend beim Tabellenführer SC Paderborn! Warum auch nicht?! Es ging zur Sache! Ein Platzverweis für Paderborn und zwei Platzverweise für Rostock sprechen für sich. Den Siegtreffer des Gastgebers erzielte Srbeny in der 88. Minute. Verdammt ärgerlich aus Sicht des FCH! Nach einem 1:0 gegen Aalen führte die Reise schließlich ins Paradies. Im Gepäck reichlich Fisch für die Fans des FC Carl Zeiss Jena. „Petri heil!“, hieß es auf einem Spruchband - und schon flogen die teilweise in Plastiktüten verpackten Fisch im hohen Bogen in Richtung Innenraum und Heimkurve. Wenig zu lachen gab es indes, was die Leistung auf dem Platz betraf. Diese war dürftig, verdient verlor der F.C. Hansa mit 0:1.

Hansa

Na gut, 16 Punkte in 12 Spielen. Wer da noch an einen Aufstiegskampf geglaubt hatte, wurde für bekloppt erklärt. Der Rückstand betrug bereits elf Punkte. Ein Tuckern und Dümpeln im ruhigen Gewässer des Mittelfeldes? Nein, so segelt keine Kogge! Es muss gekreuzt werden! Dabei kann halt mal auch ne Sandbank erwischt, andererseits aber auch mal hübsches Neuland entdeckt werden. 3:0 an einem Freitagabend in Unterhaching - dieser Sieg überzeugte wahrlich. Umso enttäuschender war das folgende 0:3 im Ostseestadion gegen den Karlsruher SC. Die Mannschaft spielte gar nicht sooooo schlecht, doch die Dinger müssen vorn einfach rein. So ist das nun mal. Wie es geht, hatte die überaus effektiv spielende KSC-Mannschaft gezeigt.

Hansa

Nächstes Spiel: Mal wieder Freitagabend ein Auswärtsspiel. Dieses Mal beim SV Wehen Wiesbaden. Und da war er wieder, der viel beschworene Zusammenhalt. Mit Leidenschaft und dem nötigen Quentchen Glück konnte der F.C. Hansa Rostock in Wiesbaden mit 1:0 gewinnen und somit Anschluss an die Spitzenplätze der 3. Liga halten. An zentraler Stelle des Gästeblocks hing eine extra zum runden Geburtstag angefertigte Zaunfahne der „Reisegruppe Ungemütlich“, die einst im Jahr 2007 ins Leben gerufen wurde.

hansa

Im folgenden Heimspiel platzte endlich mal der Offensivknoten. „Blau-weiß-roter Wahnsinn: Hansa Rostock siegt gegen Fortuna Köln mit 5:3“, lautete die Überschrift des Berichtes vom 26. November 2017. Als dann auch noch - wieder an einem Freitagabend - mit 2:0 beim Halleschen FC gewonnen wurde, keimte sie wieder auf - die Hoffnung, dass endlich nach oben hin mal was gehen könnte. Und siehe da, nach dem 3:1-Sieg gegen den Chemnitzer FC waren es plötzlich nur noch zwei Punkte Rückstand auf Rang drei. Gegen Lotte vor der Winterpause noch ein Sieg, und das Überwintern auf dem Relegationsplatz wäre drin gewesen, da Wehen Wiesbaden in Jena verloren hatte. Daraus wurde nichts. Gut gespielt, mit 0:3 verloren. Wahrlich bitter, aber Kritik war kaum zu hören. Kann passieren, nach der Winterpause wird weitergeschaut.

Hansa

Ende Januar 2018 wurde Erfurt mit 3:1 bezwungen, auswärts folgte bei einsetzendem Schneefall ein 2:0 in Meppen. Nach dem 0:2 bei Preußen Münster folgte schließlich das richtungsweisende Spitzenspiel gegen den 1. FC Magdeburg. Endlich einmal wieder ausverkaufte Ränge - und passend dazu gelang den Rostockern der erste Sieg seit dem 25. November 1990! Henning erzielte in der 28. Minute den Treffer des Tages, und das Ostseestadion stand Kopf. Das Wort „Aufstieg“ wurde wieder in den Mund genommen. Der Rückstand auf den Relegationsplatz betrug nur noch ein Pünktchen. Relegation gegen den FC St. Pauli! Das wäre was! Und dann den „Kiezclub“ in die 3. Liga ballern! „Ja, das wäre genial!“, erklärte ein guter Kumpel. „Doch dürfte ich nicht mit im Gästeblock des Millerntores stehen. Es geht einfach nicht. St. Pauli! Ich kann dann einfach nicht anders. Du weißt schon…“

Hansa

Aber gut, noch würde reichlich Wasser die Warnow entlangfließen. Mal von Spieltag zu Spieltag schauen. Alle nach Bremen! Hatten die Magdeburger bereits den Oberrang des Bremer Weserstadions in beeindruckender Weise gefüllt, so brachen die Rostocker am Freitag, den 02. März, den Rekord. Vor insgesamt 5.600 Zuschauern ging Hansa nach einer halben Stunde mit 1:0 in Führung. Weitere Chancen konnten nicht verwertet werden, aus der Kalten konnte Werder II in der 73. Minute ausgleichen. Ein Punkt beim Kellerkind? Zu wenig! Unter der Woche - wieder wurde im Gästeblock ein große Pyroshow gezeigt - musste im Anschluss eine 0:1-Niederlage beim FSV Zwickau verschmerzt werden.

Zwigge

Der Rückstand zur Aufstiegszone wuchs wieder an. Als dann nach 2:0-Führung gegen den SC Paderborn mit 2:3 verloren wurde (die Gegentreffer fielen in der 52., 86. und 90.+1. Minute), zerplatzte der Traum vom Aufstieg endgültig. Ich war an jenem Nachmittag im Berliner Umland wandern (Anika hatte den Bericht übernommen) und schaute in der Halbzeit auf die Zwischenstände. Später gab es im Wald keinen Empfang mehr, aber ich ging ganz klar von einem Sieg aus. Umso größer der Schock, als mich trotz des schlechten Empfangs eine SMS erreichte. „So ein Mist!!!!“ Wohl wahr. Der Abend war gelaufen.

Hansa

Gelaufen war auch die Saison. Mit Anstand sollten nun die weiteren Spiele über die Bühne gebracht werden. Nach der positiven Serie folgte nun nach dem Spiel gegen Magdeburg eine Serie ohne Sieg. Immerhin gab es einige Remis. Wieder hieß es: Weder Baum noch Borke. Hinzu kamen Probleme mit Polizei und Ordner. Sowohl in Osnabrück als auch bei Fortuna Köln wurden die Banner abgenommen, etliche Fans verließen das Stadion. Während auswärts in Osnabrück gar keine Stimmung mehr aufkam, sorgte im Kölner Südstadion der „Feuerlöschermann“ für Erheiterung, so dass es dann doch noch lachende Gesichter zu sehen gab.

Feuerlöschermann

Den Abschluss der zurückliegenden Saison bildeten das Heimspiel gegen den Halleschen FC und das Auswärtsspiel beim Chemnitzer FC. Gegen den HFC kamen 17.100 Zuschauer ins Ostseestadion, und auf der Südtribüne wurde eine überaus schmucke Choreo präsentiert. Auf dem Rasen gab es einen überzeugenden 4:2-Sieg zu sehen. Mit über 2.000 Fans ging es schließlich am vergangenen Samstag nach Chemnitz. Für die Himmelblauen hieß es Abschied nehmen, es war das vorerst letzte Spiel in der 3. Liga. In der Regionalliga Nordost muss ein Neuanfang in Angriff genommen werden, zu dieser Thematik wird es von unserem Chemnitzer Autor noch einen separaten Bericht geben.

Hansa

Noch einmal alles geben im letzten Spiel! Gut gefüllte Ränge (9.197 Zuschauer), gut aufgelegte Fanlager. Keine schlechte Sache für ein Spiel, bei dem es sportlich quasi um nichts mehr ging. Blauen Rauch gab es zu Beginn der Partie auf Heimseite. „Aufstieg, Abstieg, Neuanfang - Was bleibt ist der 12 Mann!!!“, war in großen Buchstaben zu lesen. Wahre Worte! Wer bleibt denn wirklich bei solch einem sportlichen Abstieg an Bord? Vor allem auswärts die aktiven Fans, die bei Wind und Wetter für ihren Verein sich gerade machen! Genau jene Fans, auf die beim Einsatz von Rauch und Feuer allzu gern verbal eingeprügelt wird. Aber selbstverständlich freuen sich Verein und Mannschaft, wenn die „sogenannten Fans“ dann auswärts in Auerbach und bei Viktoria Berlin im Gästeblock stehen und ihre Spieler anfeuern.

Hansa

Im Rostocker Block gab es zum späteren Zeitpunkt ebenfalls Rauch zu sehen. Zuerst wurde es langen Bahnen ein „1965“ und anschließend ein „ACAB“ gebildet (das Drehen des einen Bandes erwies sich als gar nicht so einfach), dann nebelten die weißen und blauen Rauchtöpfe den Gästebereich ein. Grund zum Jubeln hatten die mitgereisten Hansa-Fans bereits nach vier Minuten, als Breier den 1:0-Führungstreffer erzielen konnte. In einer abwechslungsreichen Partie bestimmten die Chemnitzer nach der Halbzeitpause für eine Viertelstunde das Geschehen, dann nahmen wieder die Rostocker das Heft in die Hand.

Hansa

Der Sieg des F.C. Hansa schien nun eine klare Sache, doch in der Nachspielzeit hämmerte plötzlich Slavov den Ball zum 1:1 in die Maschen. Punkteteilung in Chemnitz. Aus Rostocker Sicht passte es zur Saison. Irgendwie zwischen Baum und Borke, unter dem Strich aber auf jeden Fall eine sehr unterhaltsame Saison. Nicht 0815. Es wurde viel gekreuzt. Es gab viele Emotionen. Und am Ende kann nun noch gegen Mecklenburg Schwerin der Landespokal geholt werden!

Hansa

Und dann? Auf ein Neues! Was soll´s! Wieder 3. Liga! Der Trost? Die neuen (alten) Gegner. SV Waldhof Mannheim oder KFC Uerdingen 05? Auf diese Auswärtstouren hat doch jeder Bock drauf! TSV 1860 München oder 1. FC Saarbrücken? Immer gern gesehene Gegner! 1. FC Kaiserslautern und Eintracht Braunschweig?! Das klingt ja nun wirklich nicht nach ödem Drittligaalltag! Hoch kommen könnte zudem der FC Energie Cottbus. Über einen Abstieg des FC Erzgebirge Aue würde ich mich aufgrund der krassen Fehlentscheidungen in Darmstadt eher nicht freuen. Sollen die mal ruhig oben bleiben, der KSC als Gegner ist schließlich auch immer eine feine Sache. Gilt nun noch abzuwarten, wie - wieder einmal - die Mannschaft des F.C. Hansa Rostock umgebaut wird. Diesbezügliche Konstanz scheint in der Gegenwart vielerorts Fehlanzeige zu sein. Ein Kommen und Gehen - und das Hoffen, dass es wieder passt…

Hansa

Persönliches Dankeschön: An dieser Stelle ein fettes Dankeschön an alle Freunde und Fotografen, die uns regelmäßig mit Fotos aushelfen / versorgen! Einen lieben Dank auch an unsere beiden Autorinnen Anika und Mia, die ebenfalls regelmäßig über die Spiele des F.C. Hansa berichteten / berichten! :-)

Fotos: Sachseninformer, Marco Bertram, Tobi, P. Schoedler, Fußballfotografie, Dennis Rosemund, Anika, René Z., Tom

> zur turus-Fotostrecke: F.C. Hansa Rostock

> zur turus-Fotostrecke: Chemnitzer FC

Inhalt über Klub(s):
Spielergebnis:
1:1
Zuschauerzahl:
9.197
Gästefans
2500

Ligen

Inhalt über Liga
3. Liga
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