Ostern in Polen - Fußball und Kultur. Teil 1: Polonus Kazimierz Biskupi

Autor: Michael     veröffentlicht am 11 April 2018    
 
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turus Fotostrecke
Zu Ostern in einer polnischen Kirche
Foto: Michael

Sind Gästefans erlaubt? Spielen sie auch wirklich dort? Was lohnt sich noch in der Gegend? Das sind so die Fragen, die mich auch noch heute immer wieder erreichen. Dem mit Arroganz gegenübertreten ist nicht meine Art. Die Stadionwelt ist groß, die Welt der Sprachen ebenso. Man kann nicht alles wissen, aber man kann alles erfragen. Wir können das Spiel mit Begegnungen in Polen in letzter Zeit einfach einmal durchspielen. Dabei sei aber noch darauf verwiesen, dass ein erfolgreiches Beobachten der Bewegung abseits des Platzes hätte auch möglich sein können, aber auf einem Dorf zum gefühlt hundertsten Mal dieselben Lieder von einem unmotivierten Pöbel zu hören, muss nicht unbedingt sein. Jetzt geht es noch einmal kurz zum Anfang des Textes. 

Polen

Im Raum stand die Frage, ob Fans aus Sosnowiec nach Katowice fahren dürfen. Die Suchbegriffe für diesen Bereich lauten in der Regel immer gleich. Wir suchen die Fahrt nach Katowice, dann geben wir „wyjazd do“ ein – also „Fahrt nach“ + Stadtnamen. Die andere Richtung ist einfacher. Häufig haben wir folgende Vokabeln: zakaz (Verbot), bez kibiców (ohne Fans), zamknąć sektor dla gości (den Gästeblock schließen). Schließlich tauchten diese dann ab dem 28.3. in zwei Statements auf – einmal auf der Seite der Ultras, einmal auf der Seite der Fanvereinigung in Sosnowiec. Am Ende wollte die Wojewodschaft keine Fans aus Sosnowiec in Katowice haben. Wer darauf spekulierte, wurde also spätestens am 28.3. enttäuscht. Normalerweise gibt es aber gut sichtbare Ankündigungsplakate.

Körbchen

Spekuliert hatte ich auch Ostern auf einen Besuch bei Tur Turek (ein alter Zweitligist zwischen Poznań und Łódź), was aber nicht mehr zu schaffen war. Es war nach vielen Jahren mal wieder Zeit für ein „Überraschungsei”. Einfach mal nicht schauen, was einen erwartet. Die Wahl viel in Liga sechs auf Polunos Kazimierz Biskupi. Das Navi ist zu alt, weshalb auch die Straße gefunden werden musste. Wir kennen aus der DSF-Groundhopping-Reportage noch den alten Stadioninstinkt. Und schon stand ich drin. Was sich die Planer beim Bau der Anlage dachten ist heute nur noch schwer zu rekonstruieren. Platz und „Tribüne” trennen 100 Meter. Der kleine Fauxpass fiel dann doch wohl irgendwann auf, weshalb dort nun fünf Gestelle mit Sitzen stehen.

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Der eine verdreht die Augen, der andere runzelt die Stirn, egal. Stadionliebhaber, die einmal durch Altlüdersdorf mussten, werden Platz hier schon zu schätzen wissen. Der Name Polonus geht übrigens auf einen Astronom des 17. Jahrhunderts zurück, der dort in der lebte. Gefühlt so lange spielt auch schon Aufstiegsaspirant Kazimierz Biskupi in der Landesliga Konin. Die Info findet man ebenfalls bei 90minut. Eine schwache Vereins-Homepage und einen Facebook-Auftritt gibt es auch. Der Schenkelklopfer ist gewiss bei der Angabe der Stadionkapazität – 100 Sitzplätze, Stehplätze unbegrenzt. Regnerisches, windiges Schmuddelwetter ließen die Minuten zu Stunden werden.

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Ein schwacher 2:1-Heimsieg von Polonus Kazimierz Biskupi über Sparta Orzechowo war am Ende zu verzeichnen, den nur wenige bis zum Ende des Spiels auch miterlebten. Es war bitterkalt. Schon der Vortag war ziemlich kalt, dennoch pilgerten erwartungsgemäß viele bis zum späten Abend in die Kirchen, um am Sonntag wieder dort mit einem Körbchen zu erscheinen. Perfektes Osterwetter sieht wahrlich anders aus. In Deutschland soll es wohl eine Katastrophe gewesen sein. Wenigstens erwärmte die kleine Truppe, die „Gieksa, Gieksa“ (Gieksa – Kosename für GKS) sang das Rund mit etwas Atmosphäre.

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Fotos: Michael

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