Pokal-Knockout in letzter Minute: Cottbus besiegt Rathenow glücklich

R 26 März 2017
Pokal-Knockout in letzter Minute: Cottbus besiegt Rathenow glücklich

Landespokal-Spiele haben ihren besonderen Reiz – Teams und Fans können sich liga-übergreifend mit regionalen Konkurrenten messen und am Ende sogar mit der Qualifikation für die 1. Hauptrunde des DFB-Pokals belohnen. Zudem überbrücken die Ansetzungen sinnstiftend Länderspielpausen und mit Glück werden sie im Frühjahr an einem der ersten sonnendurchfluteten Tage des Jahres ausgetragen. So auch bei der Begegnung Optik Rathenow gegen Energie Cottbus im Halbfinale des Brandenburger Landespokals. Das Stadion Vogelgesang mit seinen zwei kleinen Haupttribünen und Grashügeln hinter den Toren liegt lauschig umgeben von Wald. Das einzige was diesem malerischen Anblick fehlte, waren saftgrüne Blätter an den Bäumen, aber dazu war es dann doch noch ein klein wenig zu früh.

Optik

Sportlich war dies eine interessante Begegnung, Optik Rathenow ist mit einem Spiel mehr knapp Tabellenführer der Oberliga NordostNord, Energie Cottbus ist Zweiter der Regionalliga Nordost, nicht mehr in Schlagweite des ersten aus Jena. In Cottbus muss ein junges Team erst noch zu einer Mannschaft reifen, da kann ein aufmüpfiger Gegner, der eine Liga weiter unten ganz oben mitspielt schnell zum Stolperstein werden.

Und einfach sollte es in der Tat nicht werden. Doch konnten die Cottbusser auf Unterstützung von den Rängen hoffen – etwa 600 der anwesenden 1.650 Fußballfreunde gehörten zum Gästeanhang und machten sich auch sogleich lautstark und ausdauernd bemerkbar, so schallte es unter anderem: „Wenn wir in der Gästekurve stehn...“ oder „Wir lieben Cottbus...“ 

Cottbus

Im Kontrast zu den kräftigen Lausitzer Stimmen stand ihr Vorsänger: hier ertönte es ab und an zwei Oktaven höher, die Jungs ließen einen Junior gewähren der sichtlich Spaß hatte. Ein echter Capo war nicht mitgereist. Zunächst versuchte sich das Nachwuchstalent noch auf dem Zaun sitzend, wo es aber von den Ordnern unter Protest der Gästefans heruntergebeten wurde.

Bei Optik wurde es je nach Spannungskurve etwas stimmgewaltiger, und das war im Laufe des Spiels gar nicht mal so selten: der Underdog spielte mindestens ebenbürtig und hatte auch die besseren Abschlüsse. Erst Mitte der ersten  Halbzeit wachte Cottbus etwas auf, und setzte um, was von den Rängen ertönte: „Attacke!“, „Immer vorwärts Energie!“ 

Aber das stachelte wiederum Optik an und plötzlich lag der Ball im Tor. Die Optik Fans ließen schon das Konfetti regnen, hatten den Blick wohl nicht beim Linienrichter und seiner empor gestreckten Fahne. „Der beste Mann bisher“, raunte ein Cottbusser Fan.

CB

Das Spiel wurde körperlicher, die Rathenower warfen alles hinein und der Unparteiische unterbrach den Spielfluss nur selten, was den einen oder anderen Cottbuser auf den bedrohlich wackelnden Zaun brachte. Die Wut über das eigene Team entlud sich zudem verbal an einem Ordner, eher der Schiri dann mal unumstritten pfiff: zur Halbzeit.

Die zweite Hälfte hatte lange Zeit deutlich weniger Aufreger. Erst nach einer Stunde stieg der Blutdruck noch mal auf beiden Seiten, als es nach einem vermeintlichen Foulspiel erst ein Gerangel und dann gelb für beide Beteiligten gab. Nun häuften sich plötzlich die Fouls, es ging hin und her, aber reserviert – Großchancen blieben Mangelware. Man merkte, um wie viel es hier ging.

CB

Beide Fangruppen konnten sich gegen Ende des Spiels auch noch auf eine Gemeinsamkeit einigen und trällerten: „Märkische Heide, Märkischer Sand“, doch statt des roten Adlers kreiste ein Rotmilan immer wieder über dem Gästeblock. Oder war es doch ein Cottbussard? Der musste wirklich sein.

„Aufwachen!“ brüllten die Gästeanhänger in der 86. Minute, als ein Optik-Schuss nur knapp sein Ziel verfehlte, und als der Ball nach einer Ecke schon wieder im Cottbusser Tor lag – schon wieder aber nicht zählte. Optik war „on fire“ in der Schlussphase aber Cottbus schlug eiskalt zu: in der 91. Minute ließ sich Benjamin Förster nicht zwei Mal bitten, nachdem der Rathenower Keeper einen Schuss nur abklatschen konnte. Drin das Ding, grenzenloser Jubel. Schluss. Himmerlhochjauchzend, zu Tode betrübt die Gefühlswelten der beiden Lager.

Rathenow

Und so siegten bei einigen kurzzeitig biergetränkte Emotionen über den Verstand und gab es einladende Gesten zum jeweils anderen Lager, doch Zäune wollten dann doch nicht überwunden werden und so konnten am Ende beide Fanlager ihre Mannschaft in Ruhe feiern oder zumindest trösten und abklatschen. 

Cottbus bekommt es im Finale nun mit Ligakonkurrent FSV Luckenwalde zu tun, der seine Aufgabe beim FC Strausberg souverän mit 3:1 bewältigte.

Text & Fotos: Felix

> zur turus-Fotostrecke: FC Energie Cottbus

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Spielergebnis:
0:1
Zuschauerzahl:
1.650

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