Christian Beck lässt die „Blau-Weiße Einheitsfront“ dreimal jubeln

 
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MB 10 August 2016
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PaderbornEin Heimspiel gegen den SC Paderborn 07 unter der Woche? Klingt nicht nach einem Kracher. Allerdings bot das Heimspiel des 1. FC Magdeburg gegen die Ostwestfalen weitaus mehr als man vielleicht im Vorfeld vermutet hatte. Nach der empfindlichen 0:3-Auftaktniederlage gegen Fortuna Köln war völlig offen, wie die Blau-Weißen auf dem Platz nun zurecht kommen würden. Nervosität? Ein zerfahrenes Spiel? Und was den Gästeblock betrifft?! Diesbezüglich durfte wahrlich nicht allzu viel erwartet werden. Und ja, sehr zahlreich war die Fanszene des SC Paderborn 07 am gestrigen Dienstagabend nicht angereist. Allerdings traf hierbei die allseits bekannte Bezeichnung „klein aber fein“ durchaus zu. Rund 50 der insgesamt schätzungsweise 130 Fans standen geschlossen zusammen und sangen 90 Minuten lang durch. Auch wenn ihre Schlachtrufe und Gesänge sicherlich in der blau-weißen Festung untergingen, so war es hübsch anzusehen, wie ohne großes Gehabe, Gepose und Getue die Mannschaft unterstützt wurde. Erwähnenswert auch ein kleiner Nachwuchs-Ultras, der in der ersten Reihe stand und unermüdlich einen kleinen Doppelhalter hochhielt. 

FCMDavon ganz abgesehen wird es für die überschaubare schwarz-blaue Truppe ein unvergesslicher Abend geworden sein, denn das Heimpublikum legte wieder mächtig los und sang sich im Laufe des Spiels in einen wahren Rausch. Vielleicht tat die derbe Klatsche gegen die Kölner Südstädter gar nicht mal schlecht. Das allgemeine Publikum sicherheitshalber erden. Es dürfte klar sein, dass auch die 3. Liga kein Selbstläufer ist, auch wenn der 1. FCM in der vergangenen Saison zwischenzeitlich sogar an den Aufstiegsrängen geschnuppert hatte. Kein Spiel ist ein Selbstläufer, in jeder Partie müssen die viel zitierten 100 Prozent gegeben werden. Sowohl auf dem Rasen, als auch auf den Rängen. Und so wurden gegen Paderborn vor Anpfiff das „Heja FCM“ und das „Magdeburger Kind“ ordentlich in den Abendhimmel geschmettert. 

FCMEingeklatscht wurde sich in der ersten Spielminute. Laut hallte das „Fußballclub Magdeburg“ durch das Stadion. Nach 13 Minuten sprachen die Fans in Form eines Spruchbandes das derzeit größte Problem an. „1. FCM - eine Familie, aber drei Sektoren?“ Heiß diskutiert werden derzeit unter den Fans die Änderungen zu Beginn der Saison. Kein freier Zugang mehr von Block zu Block? Für Gegengeraden-Besucher kein Zugang mehr zu den Büdchen hinter dem Block U?! Positiv überrascht wurde man indes beim Blick auf den Gästeblock - was die bautechnischen Veränderungen betrifft. Es war zu erwarten, dass aus dem Stehplatzbereich über den Sommer ein Hochsicherheitskäfig wird. Allzu groß sind die Veränderungen jedoch nicht. Ins Auge fällt natürlich der neue Zaun, der im Sitzplatzbereich des Gästeblocks nun auf der Betonmauer thront. Steh- und Sitzplatzbereich verschmelzen nun optisch zu einem recht geräumigen Gästeblock. Das Theater um etwaige Ticketkontingente dürfte nun ein Ende haben. Und ja, schaut man sich deutschland- oder gar europaweit um, so kann sich dieser Gästeblock sehen lassen. Sagen wir es mal so: Es wurde das Beste aus dem Möglichen gemacht. Sicherlich hätte man aus Sicht der Gästefans gleich sämtliche Sitzschalen entfernen und den Zaun zwischen Stehplatz- und Sitzbereich entfernen können. Kommt vielleicht eines Tages noch.

FCMNun aber zum Spiel. Bei recht frischen, herbstlich anmutendenTemperaturen entwickelte sich auf dem Rasen eine flotte Partie. Zu den ersten guten Möglichkeiten kamen die Gäste aus Ostwestfalen. Nach einer Viertelstunde verpasste Tim Sebastian nach einem Freistoß knapp, wenig später konnte FCM-Keeper Glinker einen Kopfball von Sebastian problemlos schnappen. Die Magdeburger waren nun wachgerüttelt. Ein Gang zugelegt - und ab ging die Post! Farrona Pulido stürmte bei einem Konter mit dem Ball voran und passte diesen auf Christian Beck. Zack! Aus beachtlicher Entfernung brachte Beck das Spielgerät links unten unter. Das hatte gepasst, denn soeben hatte das gesamte Stadion die Schals hochgehoben und die blau-weiße Einigkeit beschworen. Der Knoten war geplatzt, der erste Saisontreffer durfte bejubelt werden. Und es ging weiter! Der 1. FC Magdeburg war nun am Drücker. Nur sechs Minuten nach dem 1:0 folgte bereits das 2:0. Nach einer langen Hereingabe von Brandt brachte Löhmannsröben einen Kopfball auf das Paderborner Gehäuse. SCP-Torwart Kruse konnte zwar parieren, doch der Ball gelangte zu Beck, der geistesgegenwärtig den Ball über die Linie schob.

FCMWährend des Treffers war im Block U ein weiteres Spruchband in Vorbereitung, kurze Zeit später wurde es schließlich hochgehalten: „Clubfans sind keine Zirkustiere!“ Eine Aussage mit doppeltem Sinn. Zum einen benötigen FCM-Fans keine Käfighaltung, zum anderen sind die Magdeburger Fans kein hübsches Entertainment, mit dem sich der Verein nach Bedarf schmücken kann. Vielmehr sollen Fans, Verein und Mannschaft eine blau-weiße Familie, eine Einheit bilden. Auf dem Rasen konnte der 1. FC Magdeburg die 2:0-Führung problemlos mit zum Pausentee in die Kabinen nehmen. Der SC Paderborn gab sich jedoch noch nicht auf und erhöhte den Druck. Dadurch ergab sich indes mehr Raum für den Gastgeber. Nach einer Stunde dann fast der dritte Treffer von Christian Beck, doch zwei gute Möglichkeiten konnten nicht genutzt werden. 

FCMEin drittes Spruchband hatte der Block U parat. „Einheitsfront statt Sektorentrennung!“ Was Einheitsfront bedeutet, durfte in der Folge auf den Rängen bewundert werden. Wieder einmal gab es eine quasi 100%-ige Mitmachquote. „Fußballclub Magdeburg - 1. FCM, hej!“ ertönte es minutenlang im Wechsel aus sämtlichen Blöcken. Und ja, auch Christian Beck machte vor den knapp 16.000 Zuschauern noch ein Törchen. Als kurz vor Schluss Schiedsrichter Frank Willenborg auf den Punkt zeigte, trat Beck an und haute den Ball zentral in die Maschen. 3:0 für den 1. FCM. Das 0:3 gegen die Kölner war nun egalisiert. Nach Abpfiff wurde die Mannschaft gebührend gefeiert. Aber auch der Paderborner Anhang ließ den Kopf nicht hängen und sprach seinem Team Mut zu. Klar ist, auch in der 3. Liga hängen für den einstigen Bundesligisten die Trauben recht hoch.

In Magdeburg sind Mannschaft und Fans nun auf Betriebstemperatur. Die kommenden Aufgaben können kommen, die da sind: Auswärtsspiel in Osnabrück, das mit Spannung erwartete DFB-Pokalspiel gegen Eintracht Frankfurt, Heimspiel gegen den MSV Duisburg und dann das durchaus brisante Nachholspiel beim FSV Zwickau in dessen neuem Stadion. 

Fotos: Marco Bertram

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Inhalt über Klub(s):
Spielergebnis:
3:0
Zuschauerzahl:
15.896
Gästefans
130

Ligen

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3. Liga
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