Hauch von Champions League: VSG Altglienicke unterliegt Werder Bremen nur knapp

R 13 Juli 2016
 
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Hauch von Champions League: VSG Altglienicke unterliegt Werder Bremen nur knapp

TuscheZiemlich genau drei Jahre ist es her, dass die Volkssport Gemeinschaft Altglienicke ein Testspiel gegen die Bundesligisten von Hertha BSC bestritt. Wenige Wochen vorher holte ein gewisser Claudio Pizarro mit seinem damaligem Arbeitgeber, dem FC Bayern, den Champions- League-Titel. Was beide Ereignisse miteinander zu tun haben? Nichts! Jedenfalls nicht bis zu dieser Woche. Denn nun, gute 1.000 Tage später durfte sich ebenjener Claudio Pizarro seinen heimlichen Lebenstraum erfüllen und endlich einmal auf dem Fritz-Lesch-Sportplatz auflaufen. Schließlich hat die VSG Altlgienicke auch im Sommer 2016 mit Pizarros jetzigem Verein, dem SV Werder Bremen, wieder einmal einen wahren Hochkaräter an Land gezogen bzw. nach Adlershof gelotst. 

BrunneNicht wenige rieben sich die Augen, als es im Frühling hieß, dass die VSG den traditions-  und ruhmreichen SV Werder testen werde. Als in der Sommerpause auch noch die Ex-Profis Björn Brunnemann (ehemals Union, St. Pauli, Rot-Weiß Erfurt und BFC Dynamo) sowie der in Köpenick immer noch unglaublich beliebte Torsten Mattuschka (früher Union und Energie Cottbus) in Altglienicke unterschrieben, untermauerte der Oberligaauftsteiger seine großen Ambitionen. Keine Frage: Die wenig lukrative Oberliga soll für den Berliner Meister nur eine Zwischenstation sein. „In Treptow-Köpenick ist Platz für zwei große Vereine“ hört man seit einiger Zeit immer öfter im Südosten Berlins.

Das Wort Aufstieg nimmt im VSG-Umfeld zwar (noch) keiner in den Mund. Zumindest nicht offiziell. Insgeheim dürften aber viele auf einen Durchmarsch der Blau-Weißen hoffen.Durchmarschieren, soviel war am Dienstagabend klar, werde man gegen die Bundesligatruppe aus Bremen nicht. Überhaupt lag das Hauptaugenmerk gewiss darauf, eine hohe Niederlage wie einst gegen Hertha (0:12) zu verhindern, auch wenn die heutige VSG-Mannschaft deutlich weiter ist als sie es vor drei Jahren war.

SVWDas zumindest ist das Fazit des Tests gegen den SV Werder. Die Bremer, die derzeit ein Trainingslager in Neuruppin absolvieren, spielten in den ersten 45 Minuten nahezu in Bestbesetzung. Neben Kapitän Clemens Fritz (22-facher deutscher Nationalspieler), Luca Caldirola und Fin Bartels bot Werder-Coach Viktor Skripnik auch den Titelsammler Pizarro auf. Der brauchte allerdings 35 Minuten, ehe er – in Szene gesetzt von Bartels – das erste Mal gefährlich wurde. Sein Schuss ging aber knapp am Gehäuse vom starken VSG-Keeper Rickert vorbei. Neun Minuten später machte es sein Kollege Fallou Diagne (Neuzugang von Stade Rennes) besser, als er einen Kainz-Freistoß aus dem Halbfeld per Kopf einnetzte. Eine schmeichelhafte Führung für den Bundesligisten, denn zuvor hatten die Altglienicker die eine oder andere gute Gelegenheit in Führung zu gehen. 

Nach dem Seitenwechsel und zahlreichen Änderungen in der Skripnik-Truppe belohnte sich die VSG aber doch. Nach einer Ecke von Torsten „Tusche“ Mattuschka köpfte Abwehrchef Louis Stüwe zum Ausgleich ein – nicht unverdient. Wenige Minuten später hätte VSG-Knipser Patrick Kroll beinahe den Führungstreffer erzielt. Sein Schuss nach toller Tusche-Vorlage ging aber daneben. 

SVWSo kam es in der 64. Minute, wie es kommen musste. Der spielfreudige bosnische Nationalspieler Izet Hajrovic nutzte eine Unstimmigkeit in der Berliner Abwehr zum 1:2 für die Hansestädter. Bei diesem Ergebnis blieb es schließlich – auch zur Freude von Werder-Co-Trainer Torsten Frings und seinem Geschäftsführer Sport, Frank Baumann. Dabei hätten die Altglienicker ein Remis durchaus verdient gehabt. Davon, dass sie erst vor elf Tagen das Training aufgenommen hatten, war jedenfalls nichts zu spüren. Zweikämpfe waren zwar Mangelware in diesem Test, aber die eine oder andere gefällige Kombination des Oberligisten konnten die 3.600 Zuschauer doch bestaunen.

SVWAuf den „Rängen“ jedenfalls erspielte sich das Team von Trainer Dennis Kutrieb, das im Sommer auch Christian Preiß vom BFC Dynamo loseisen konnte, einige Sympathien. Die VSG-Schützen waren nach dem Abpfiff jedenfalls bei den Autogramm- und Selfie-Jägern genauso beliebt wie die Profis aus Bremen. Tusche nahm sich sogar mehr als eine Stunde Zeit für Interviews, Fotos und fürs Signieren von Trikots, Schals und Fahnen.   

Optisch dominierte aber – nicht nur dank des schönen Rasens – die Farbe Grün. Anders als vor drei Jahren hatte das aber nichts mit übertriebener Polizeipräsenz zu tun, sondern mit den vielen Bremen-Fans (etwa zwei Drittel der Zuschauer hielten es mit den Bremern), die es natürlich auch im Schmelztiegel Berlin gibt. 

TuscheSo ging am Ender ein toller Event für Groß und Klein in die Altlgienicker und die Adlershofer Geschichtsbücher ein, der dank Pizarro ein Hauch von Champions League umwehte. Die Sprechchöre, mit denen der Peruaner beim Auslaufen begleitet wurde, wurden allerdings von einem Gesang übertönt. Denn viele Locals mit rot-weißen T-Shirts huldigten ihrer Ikone bei jedem Eck- und Freistoß mit dem Klassiker: „Torsten Mattuschka, du bist der beste Mann, Torsten Mattuschka, du kannst was keiner kann…“  

Eines konnte aber offenbar auch Torsten Mattuschka nicht ändern. Zum Kummer der Zuschauer floss bereits wenige Minuten nach Spielende kein Bier mehr durch die Schläuche der Getränke-Wagen. Die angrenzenden Biergärten wird’s gefreut haben.

Text & Fotos: Matthias Dehmel

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Spielergebnis:
1:2
Zuschauerzahl:
3.600

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