Jä hüt znacht: Der FC Basel demontiert den ärgsten Verfolger GC Zürich

 
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MB 18 Februar 2016
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FCBMit einem Sieg gegen den Tabellenführer FC Basel hätte sich der Grasshopper Club Zürich, der bereits im Jahr 1898 den ersten Meistertitel feiern durfte, die theoretische Möglichkeit offen gehalten, nach dem letzten Erfolg im Frühjahr 2003 eventuell in diesem Jahr den 28. Titel in der Schweizer Meisterschaft zu holen. Ein Sieg gegen die Basler - und der Rückstand wäre auf neun Punkte geschmolzen. Klar, auch diese neun Punkte hätten sich die Jungs aus Basel nicht weiter wegschmelzen lassen. Aber man weiß ja nie. Vielleicht rauben die EC-Partien gegen St. Etienne doch mehr Kraft als man denkt, und schon sind in der Liga mal fix zwei, drei Spiele in Folge remis gespielt. Wovon wir hier allerdings sprechen ist das „hätte“. Der FC Basel hatte nämlich am vergangenen Sonntag seine Vormachtstellung mit aller Deutlichkeit demonstriert. Auswärts wurde beim Verfolger in Zürich mit 4:0 gewonnen. Aus die Maus. Der Meistertitel geht zu 99%-iger Wahrscheinlichkeit wieder nach Basel!

GCZDer Anblick war aus Sicht eines deutschen Fußballfreundes wieder etwas gewöhnungsbedürftig. Spitzenspiel im Stadion Letzigrund, doch richtig gefüllt waren eigentlich nur die beiden Fankurven. Insgesamt wollten 9.500 Zuschauer diese Partie sehen. „TROTZ EXIL GCZ A JEDEM SPIEL“ war weiß auf blau vor der Heimkurve zu lesen. In der Kurve wurde kompakt in der Mitte gestanden, die äußeren Bereiche wurden von blauen Planen überdeckt. In der Gästekurve standen die Basler indes im oberen Bereich. Unten wurde mit Zetteln / Pappen ein großes „LEGG LOS“ ausgelegt. Dazu ein bisschen Pyro - das Spiel konnte beginnen. 

BaselDie Hoffnung der Heimfans auf einen Überraschungssieg währte wohl nur 20 Minuten. Den ersten Gegentreffer von Michael Lang in der 12. Minute in Form eines straffen Kopfballs nach einer von links getretenen Ecke - Keeper und Hintermannschaft des GCZ wirkten wie Statisten - hätte man vielleicht noch verdauen können. Das 0:2 machte dann jedoch klar: Hier war nichts zu holen. Gegen den FC Basel war kein Kraut gewachsen. Wieder war es eine Ecke - dieses Mal von rechts hereingebracht -, die zum Gegentreffer führte. Die Zürcher bekamen den Ball nicht raus, schließlich war Marek Suchy zur Stelle und brachte den Ball, der noch abgefälscht wurde, unter.

BaselBitter wurde es für den Gastgeber in der zweiten Halbzeit. In der 54. Minute stürmte der FC Basel nach vorn. Über zwei Stationen gelangte dabei das Spielgerät von der linken Außenbahn rüber zu Michael Lang. Dieser eilte mit dem Ball unbedrängt in den Strafraum und zog mit voller Wucht ab. Zack! 3:0 für den FC Basel. Torhüter Joel Mall konnte sich gar nicht so schnell strecken. Lässig sprang Michael Lang über die Werbebande und ließ sich von den mitgereisten Fans feiern. „Fußball kann ganz einfach sein …“, erklärte der Sprecher des SRF. Wohl wahr, das sah aus wie aus dem Lehrbuch. Oder besser gesagt: Wie beim Training. 

BaselDen Schlusspunkt setzten die Basler in der Nachspielzeit. Ebenso völlig frei stehend schoss Luca Zuffi das 4:0. Ach herrje, spielte der GCZ überhaupt noch mit? Vier Gegentreffer gegen den Tabellenführer - das kann schon mal passieren. Aber der gelassene Freiraum und die fehlende Gegenwehr - das war schon bitter! Und die Gästefans? Diese legten die roten, blauen und gelben Zettel um. Aus „LEGG LOS“ wurde „E GOOL“ und schließlich ein „JÄ HÜT ZNACHT“. 

Fotos: Arne Amberg

> zur turus-Fotostrecke: Fußball in der Schweiz

Spielergebnis:
0:4
Zuschauerzahl:
9.500
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