Chemnitzer FC vs. SG Dynamo Dresden: Himmelbau feiert ersten (Liga-)Derbysieg seit 2003

MB 05 April 2015
Chemnitzer FC vs. SG Dynamo Dresden: Himmelbau feiert ersten (Liga-)Derbysieg seit 2003

CFCBeim Hinspiel am 12. Spieltag war es noch ein echtes Spitzenspiel. Vor knapp 30.000 Zuschauern besiegte der Tabellenführer SG Dynamo Dresden die Himmelblauen aus Chemnitz mit 1:0. Den Treffer des Tages erzielte Sylvano Comvalius in der 86. Minute. Die Sportgemeinschaft auf Aufstiegskurs? Und auch der Chemnitzer FC war weiterhin gut im Geschäft. Bis einige Spieltage später der Einbruch erfolgte. Zuerst beim CFC, später auch bei der SGD. Während sich die Chemnitzer inzwischen sportlich halbwegs fangen konnten, schlitterten die Dresdner zuletzt von einer Niederlage zur nächsten. Bei der derzeitigen Verfassung kann man in Dresden froh sein, dass im ersten Saisondrittel solch ein gutes Punktepolster angelegt wurde. In den letzten zehn Partien - das Pokalspiel gegen Borussia Dortmund mit eingerechnet - gab es neun Niederlagen zu verschmerzen. Allein beim Kellerkind Jahn Regensburg konnte mit 3:2 gewonnen werden. Um so wichtiger nun der gestrige Auftritt im einstigen Karl-Marx-Stadt. Hier konnte einiges gut gemacht werden. Mit einem Sieg hätte die dynamische Seele besänftigt werden können. Um es gleich vorweg zu nehmen: Die Himmelblauen nutzten die Gunst der Stunde und schlugen die SG Dynamo problemlos mit 2:0. Die Bilanz der letzten zehn Partien konnte somit in den positiven Bereich gehievt werden.

SGDAls Auftakt des Ganzen gab es zu Beginn der mit Spannung erwarteten Partie eine große Choreo, welche die gesamte Hintertortribüne überspannte. „Unsere Wappen zeigen´s hier - Wir sind der König im Revier“ war weiß auf schwarz als untere Einrahmung zu lesen. In der Mitte ein Löwe, der das bereits angekratzte Dynamo-D in den Krallen hält. Links und rechts die Vereinslogos des Chemnitzer FC und des FC Karl-Marx-Stadt. Im Gästeblock gab es keine besonderen Aktionen, auf eine Choreo oder gar pyrotechnischen Einlagen wurde verzichtet. Ein Hingucker war indes das „Official SGD Hooligans“, das über dem Banner der Ultras Dynamo hängen durfte. Gestartet wurde im mit rund 1.600 Dresdnern gefüllten Gästeblock mit recht ansehnlichem Support, der jedoch aufgrund des Spielverlaufs verständlicherweise später stark abnahm.

DresdenZugelassen waren zu dem sächsischen Duell insgesamt 10.000 Zuschauer. Während die beiden Hintertortribünen komplett gefüllt waren, durfte die fast fertige Gegengerade rund zur Hälfte belegt werden. Auf der Seite der Haupttribüne befindet sich aktuell noch eine Baustelle. Vor stimmungsvoller Kulisse hatte nach knapp einer Viertelstunde Marvin Stefaniak die erste dicke Chance der Partie, doch sein Schuss ging links am Pfosten vorbei. Da wäre in der Tat mehr möglich gewesen. Der Ball wurde von der rechten Seite im Bogen rübergebracht und Stefaniak stand ziemlich allein vor dem Gehäuse. Allerdings blieb ihm nicht viel Zeit zum Abschluss und somit wurde überhastet der Abschluss gesucht. Wenig später gab Christian Fiel vor einem Freistoß dem Spielgerät ein sanftes Küsschen, doch auch das half nichts, der folgende Kopfball von Marco Hartmann war zu schwach und unplatziert.

CFCNur einen Augenblick später auf der Gegenseite! Ecke für die Himmelblauen von der rechten Seite. Der Ball wurde hoch reingebracht, mit dem Kopf verlängert und landete am zweiten Pfosten beim sträflich allein gelassenen Marc Endres, der diesen über die Linie drücken konnte. Zweiter Saisontreffer für den Abwehrspieler, der im Juli 2014 vom 1. FC Heidenheim zum CFC gewechselt war. Was für ein Jubel auf dem Rasen und den Rängen! Kollektives freudiges Ausrasten bei den knapp 8.500 Chemnitzern. Dem Heimpublikum war klar: Heute ging etwas! Die letzten vier Partien in Regionalliga, 3. Liga und DFB-Pokal hatte allesamt die SG Dynamo für sich entscheiden können. Den letzten himmelblauen Sieg im Ligabetrieb gab es am 01. Juni 2003. Damals erzielte Steve Rolleder in der Regionalliga-Partie vor 6.500 Zuschauern zwei Treffer, das Tor zum 3:0-Endstand machte Ersin Demir. Besser sah es im Landespokal aus. 2008 und 2010 gab es jeweils im Halbfinale einen Sieg der Chemnitzer zu verbuchen.

CFCNach der gestrigen befreienden 1:0-Führung machten die Chemnitzer weiter Druck und drängten zur Vorentscheidung. Eine dermaßen angeschlagene Sportgemeinschaft bekommt man schließlich nicht jeden Tag auf dem Silbertablett serviert. In der kommenden Saison könnte das Ganze wieder völlig anders aussehen. Kurioses dann in der 27. Minute. Der Chemnitzer Keeper Pentke schießt den Ball ins Seitenaus. Demzufolge Einwurf für die Gäste auf Höhe der Mittellinie. Doch anstatt etwas aus dieser Situation zu machen, ließ man sich den Ball abnehmen. Chemnitz wieder im Vorwärtsgang. Der Ball wurde über zwei Etappen schräg nach vorn gespielt und schon brachte der fix nach vorn eilende Tom Scheffel den Ball in den Strafraum rein. Zu schnell für die Abwehr der SG Dynamo, Anton Fink stand bereit und machte den Treffer von schräg links klar. 2:0 für den Chemnitzer FC, das schnupperte nach Vorentscheidung. Für Fink war es bereits der 14. Treffer in der laufenden Saison, insgesamt traf er bereits 56-mal für den CFC ins Schwarze. 

CFCUnd es ging weiter! Wenig später fast das 3:0, das jedoch vom heraus eilenden SGD-Keeper Wiegers verhindert werden konnte. Ärgerlich für Dresden: Wenig später hatte Comvalius die fette Möglichkeit zum 1:2-Anschlusstreffer, doch sein unplatzierter Schuss aus rund 16 Metern konnte problemlos abgewehrt werden. Es blieb zur Halbzeitpause beim Stand von 2:0 und auch in der zweiten Halbzeit sollten keinen weiteren Treffer mehr fallen. Problemlos konnten die Gastgeber die Führung über die Zeit bringen. Zu sehen gab es jedoch noch etwas - und zwar auf den Rängen. Im Heimblock wurden noch ein paar Spruchbänder präsentiert. So war zum einen zu lesen: „Seit wann versteht ihr was von Muschis?“ Zum anderen stand geschrieben: „Dynamos zum Spielen am Bahnhof kamen keine - Teller waschen sich nicht von alleine.“ Die gelb hervorgehobenen Buchstaben ergaben ein „Lehmann“. Das erstgenannte Spruchband nahm Bezug auf den beim Hinspiel im K Block präsentierten Spruch: "Chemcat, die sauberste Muschi in Karl-Marx-Stadt!" Und wer es nicht weiß: Die "Chemcat" ist keine chemische Katze, sondern die Chemnitzer Maskottchen-Miezekatze. Und zum Thema Lehmann: Es hat sich rumgesprochen, dass er beruflich kocht - und da es viele Teller abzuwaschen gibt, blieb anscheinend unter der Woche keine Zeit für eine Chemnitzer Nachtwanderung.

Zurück zum Sportlichen: Dank des 2:0-Sieges konnte sich der Chemnitzer FC in der Tabelle an der SG Dynamo Dresden vorbeischieben. Mit 43 Punkten ist der CFC auf Rang zehn zu finden, mit zwei Punkten weniger auf dem Konto befindet sich Dresden direkt dahinter. Während am kommenden Samstag die Sportgemeinschaft den Tabellenführer Arminia Bielefeld zu Gast hat, reisen die Chemnitzer zum SC Preußen Münster, der zuletzt überraschend deutlich mit 0:3 beim Halleschen FC verloren hatte. 

Fotos: Marcus Hengst

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der artikel ist mit aussergewöhnlicher sachkenntnis und hintergrundwissen geschrieben.auch sonst klasse!

F
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Scheiß Chemnitz!!!

S
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Lotti Karotti - alle Neune! Hauruck! Chemcat hat zugeschlagen!!! :-))))

G
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