FC St. Pauli: Wird das Feld nun von hinten aufgerollt?

MB 12 Februar 2015
FC St. Pauli: Wird das Feld nun von hinten aufgerollt?

ZündungDer FC St. Pauli auf Rang 18. Klingt bitter. Ist bitter. Ein Pünktchen nur bis zum rettenden Ufer. Klingt machbar. Dürfte machbar sein. So sehen das auch die Fans, die am vergangenen Samstag zahlreich nach Sandhausen gedüst waren. 582 Straßenkilometer mussten von Hamburg aus zurückgelegt werden. Der Gästebereich des Hardtwaldstadion sah allerdings aus, als würde sich Sandhausen mal eben ein Stündchen Autofahrt vom St. Pauli-Kiez befinden. Wahrlich ein mächtiger Mob war angereist, insgesamt 7.364 Zuschauer hatten sich auf den Rängen eingefunden. Mehr sogar als im November letzten Jahres gegen den 1. FC Nürnberg (beide Städte trennen 220 km), als 6.436 Fußballfreunde einen 2:1-Sieg gegen den Club zu sehen bekamen. „Wir glauben an Euch!“ war braun auf weiß im gut gefüllten Gästeblock zu lesen. 

FabiNachdem zu Beginn der ersten Halbzeit die Fans ein Trauerband gebildet hatten und am Zaun „Fabi - in ewiger Freundschaft! USP“ zu lesen war, gab es im zweiten Spielabschnitt eine weitere Botschaft. „Wir sind auf Zündung“. Dazu eine kleine Blockfahne mit St. Pauli-Emblem und Totenkopf, unter der die Vorbereitungen für die folgende Pyro-Aktion getroffen wurden. Rund 20-mal leuchtete es anschließend rot auf. Ein Weckruf für die Mannschaft, die unbedingt mehr zeigen musste, um nach dem 3:1-Sieg gegen den VfR Aalen weitere drei Punkte einfahren zu können. Davor blieb St. Pauli neun Spiele sieglos. Am 04. Oktober 2014 hatten die Braun-Weißen einen klaren 3:0-Sieg gegen die Eisernen aus Berlin-Köpenick einfahren können. Damals stand der 1. FC Union Berlin auf dem letzten Platz und der FC St. Pauli war im Mittelfeld zu finden. Vier Monate später ist es genau umgekehrt.

SandhausenDer Sieg in Sandhausen wollte nicht gelingen. Beide Teams hatten extrem wenig Tormöglichkeiten, immerhin 3:2 nach Chancen hatten die Hamburger nach 90 Minuten geführt. Eine intensive Partie sieht anders aus. Das spiegelte sich auch in Karten wider. Einen gelben Karton bekamen die Sandhausener, den Jungs aus St. Pauli wurde gar keine Karte gezeigt. Dabei fing die Partie aus Sicht der Gäste mal gar nicht schlecht an. Nach einem Schuss über das Gehäuse hatte Ante Budimir in der neunten Minute allein vor dem Tor stehend die Möglichkeit, den Führungstreffer zu erzielen. Der verkorkste Abschluss ließ den Ball jedoch links am Tor vorbeitrudeln. Dass St. Pauli-Trainer Ewald Lienen dies auf seinem berühmten Zettel vermerkte, dürfte klar wie Kloßbrühe sein. 

PauliHandlungsbedarf sah auch sein Gegenüber Alois Schwartz, der bereits nach nicht einmal einer halben Stunde den ersten Wechsel vornahm. Steven Zellner kam beim SV Sandhausen für Alexander Bieler in die Partie. Es nutzte nichts, Sandhausen gelang in den ersten 45 Minuten nicht ein einziger Torschuss. Und das gegen das Team mit den mit Abstand meisten Gegentoren (39). Im zweiten Spielabschnitt ging es etwas ruppiger zur Sache, doch Schiedsrichter Thorsten Schriever ließ seine Karten in der Tasche. Sandhausen probierte nun in der Offensive mehr, doch gerade einmal zwei Tormöglichkeiten sprangen heraus. Am Ende blieb es beim 0:0, über das der FC St. Pauli gar nicht mal so unglücklich schien. Punkt ist Punkt. Nun am kommenden Montag ein Sieg gegen die SpVgg Greuther Fürth und ein Satz nach oben könnte gelingen. Auswärts konnte Fürth bislang in dieser Saison nur ein einziges Mal einen Dreier einfahren. Da dürfte aus Sicht der selbst ernannten Kiezkicker was gehen.

PauliDie Stimmung nach Abpfiff in Sandhausen war nicht die schlechteste. Geschlossen kam die Mannschaft an den Zaun und bedankte sich bei den zahlreich angereisten Fans für die tolle Unterstützung. Und schaut man sich die Statistiken genauer an, kann man nur verwundert die Augen reiben. Seit sage und schreibe 546 Minuten sind die Spieler mit dem Kleeblatt auf der Brust ohne eigenen Treffer! Am 24. November 2014 traf Fürth beim 3:3 gegen Fortuna Düsseldorf zuletzt ins Schwarze! Wer aber denkt, Fürth hatte seitdem mächtig die Hucke vollgekriegt, irrt sich. Viermal hatte Fürth seitdem 0:0 gespielt, zweimal wurde knapp mit 0:1 verloren. Das schreit ja regelrecht nach einem torlosen Remis am kommenden Montagabend, möge man da meinen. Allerdings hatten der FC St. Pauli zuletzt gegen Aalen gezeigt, dass vorn durchaus was möglich ist. Und hätte der Kroate Ante Budimir in Sandhausen getroffen, stünde der FC St. Pauli womöglich auf Rang 15 und nicht am Schwanz der Tabelle. 

PauliSei wie es sei. Die meisten Fans sehen der Sache recht optimistisch entgegen. Ein Großteil rechnet mit einem knappen Sieg. Und ja, in der jetzigen Situation dürfe es auch mal ein geschundener Elfmeter sein, ist im Forum zu lesen. Es müsse ja keine Absicht sein, schließlich könne man auf dem derzeitigen Acker schon mal im Strafraum ins Straucheln kommen. Und ist die Partie gegen Fürth über die Bühne gebracht, wartet in der Woche darauf das Kellerduell beim TSV 1860 München, der derzeit Rang 16 belegt. Wiederum eine Woche später steigt daheim am Millerntor ein weiteres Kellerduell. Zu Gast ist dann der FC Erzgebirge Aue, der zuletzt etwas überraschend RasenBallsport Leipzig bezwingen konnte.

Fotos: Arne Amberg

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Bitter das 1860 und St. Pauli gegen den Abstieg spielen, während Ingolstadt ziemlich sicher als dritter Klub mit VW Einfluss ganz oben spielen wird.

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