1. FC Union Berlin vs. VfL Bochum: Kreilach sorgt kurz vor Schluss für Erleichterung

MB 09 Februar 2015
1. FC Union Berlin vs. VfL Bochum: Kreilach sorgt kurz vor Schluss für Erleichterung

UnionEin tödlicher Unfall, die plötzliche Diagnose einer schweren Krankheit - solche Momente lassen den Fußball weit, ganz weit in den Hintergrund rücken. Kürzlich erschütterte die Nachricht über den Union-Spieler Benjamin Köhler nicht nur die Köpenicker Fußballwelt. Bösartiger Lymphdrüsenkrebs. Ein Schock. Wer denkt da noch an Fußball? Andererseits muss auch der Fußballalltag weiter gehen. Für den Verein, für die Fans. Nur einen Tag, nachdem die Diagnose die Runde gemacht hatte, verlängerte der 1. FC Union Berlin den auslaufenden Vertrag bis 2016. Ein klares Zeichen. Ein Bekenntnis: Benny, wir sind für dich da! Beim zurückliegenden Heimspiel gegen den VfL Bochum machten Mannschaft und Fans dem schwer erkrankten Spieler Mut.

Benny„7 - eine Zahl für Zuversicht und Glück. Kämpfe Benny und komm zurück!“ war auf einem Spruchband auf der Waldseite des Stadions An der Alten Försterei zu lesen. Auf dem Rasen hielten zudem sämtliche Spieler eine Botschaft in der Hand: „Eisern bleiben Benny!“ Alle hatten sich fix ein weißes T-Shirt mit der Nummer 7 übergestreift. Das Erfreuliche am Ganzen: Schiedsrichter Michael Weiner ließ nach vorheriger Absprache das Spiel in der 7. Minute kurz für diese Aktion unterbrechen. Bei all den mitunter überaus steifen Regeln des DFB eine überaus tolle Angelegenheit. Gänsehaut bei Zuschauern und Spielern.

Ende der 90er Jahre hatte Köhler bei der U19 von Hertha BSC seine Karriere gestartet. Über die U23 kam er schließlich in die erste Mannschaft der Hertha. Von Juli 2001 bis Ende Juni 2002 wurde er an den MSV Duisburg ausgeliehen, es folgte eine Saison im Hertha-Trikot. Nach einem Jahr bei Rot-Weiss Essen wechselte er zu Eintracht Frankfurt, bei der er von 2004 bis Anfang 2013 unter Vertrag stand. Nach einem halben Jahr beim 1. FC Kaiserslautern kam Benjamin Köhler schließlich zum 1. FC Union Berlin. In der laufenden Saison kam er in der 2. Bundesliga bereits 18-mal zum Einsatz. Bei diesen erzielte er zwei Treffer und bereitete viermal ein Tor vor. 

BochumOhne Benny ging es nun am Samstag gegen den Tabellennachbarn aus dem Ruhrgebiet ran. 19.015 Zuschauer hatten den Weg in die Alte Försterei gefunden. Gut gefüllt war auch der Gästeblock, in dem die VfL-Fans eine Choreo präsentierten. „Verein für Leibesübungen“ war weiß auf blau in Großbuchstaben zu lesen. Dazu wurde hunderte Mal „BOCHUM“ hochgehalten. Die Gästefans gaben ihr bestmögliches und ihre Anreise schien sich gelohnt zu haben. In der ersten halben Stunde bestimmten die Bochumer das Spiel, kamen jedoch aufgrund der kompakten Abwehrarbeit der Eisernen kaum zu echten Möglichkeiten. Nachdem die Gastgeber in der 28. Minute nach einer Ecke die fette Möglichkeit zur Führung hatten (Damir Kreilach schlug den Ball weiter über das Tor), schlug der VfL Bochum vier Minuten später zu. Ebenso nach einer Ecke, diese wurde kurz ausgeführt, kam Selim Gündüz zum Schuss und setzte den Ball aus gut und gern 25 Metern links unten ins Netz. Ein wirklich sehenswerter Treffer. Und sehenswert war auch der emotionale Jubel von Gündüz. 

BochumUnd wieder wurde es bei einer Ecke gefährlich. Dieses Mal wieder auf der anderen Seite. Parensen hatte die getretene Ecke verlängert, Kreilach setzte das Spielgerät mit dem Kopf über die Latte. Der Kroate hatte kurz vor dem Pausentee noch eine Möglichkeit. Der direkte Freistoß konnte jedoch von VfL-Keeper Michael Esser abgewehrt werden. Direkt nach dem Pausentee hatten die Gäste die Chance auf 2:0 zu erhöhen, doch der stramme Schuss von links ging am Gehäuse vorbei. Es ging Schlag auf Schlag. In der 50. Minute legte Kreilach den Ball rüber zu Martin Kobylanski und dieser schlenzte mit dem linken Fuß in toller Manier zum 1:1 ein. Abgesehen von punktuellen Akzenten der Bochumer bestimmten nun die Eisernen die Partie und drängten zur Führung. Es wurde aus Sicht der Berliner ein Spiel mit grandiosem Ausgang. Vier Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit fing Union auf Höhe der Mittellinie den Ball ab und brachte diesen nach vorn in Richtung Strafraum. Ehe sich die VfL-Abwehr versah, wurde der Ball zu Kreilach gelupft, der plötzlich allein vor Torwart Esser stand. Kurz geschaut und rein das Ding. 2:1 für den 1. FC Union Berlin! Hoch gingen die Blicke und Hände in Richtung Haupttribüne, wo von einer Loge aus der erkrankte Benny Köhler das Spielgeschehen verfolgte. Ein Spiel wie aus dem Drehbuch. Eine Partie, die in vielerlei Hinsicht Mut machen kann.

Am Ende blieb es beim 2:1-Erfolg des 1. FC Union, der mit ausgeglichener Bilanz in der Zweitligatabelle auf Rang acht vorrückte. Ein Plätzchen höher steht RasenBallsport Leipzig mit gerade einmal zwei Pünktchen mehr auf dem Konto. Wer hätte das vor einigen Wochen noch gedacht? Die Mannschaft von Trainer Norbert Düwel hat nach dem schweren Saisonstart den Weg zurück in die Erfolgsspur gefunden. Vier Siege und ein Unentschieden aus den letzten sechs Partien. Das kann sich wahrlich sehen lassen! Weiter geht´s für die Eisernen am kommenden Sonntag in Nürnberg, der VfL Bochum, der in den letzten zehn Partien nur einen einzigen Sieg einfahren konnte - empfängt bereits am Freitagabend Eintracht Braunschweig.

Fotos: Felix

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Inhalt über Klub(s):
Spielergebnis:
2:1
Zuschauerzahl:
19.015
Gästefans
1000

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2. Bundesliga
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