Testspiel: Hertha BSC und Erzgebirge Aue trennen sich 1:1

MD 11 Oktober 2014
Testspiel: Hertha BSC und Erzgebirge Aue trennen sich 1:1

Hertha5 Jahre ist es her, dass eine junge Truppe mit einem furiosen Turnier den Beginn einer tollen Ära feierte. Deutschlands U21-Nationalmannschaft gewann die Fußball-Europameisterschaft in Schweden derart souverän, dass jenen, die die Zukunft des deutschen Fußballs mit Skepsis betrachteten, getrost die Expertise abgesprochen werden konnte. Mit von der Partie damals unter anderen: Manuel Neuer, Mats Hummels, Jerome Boateng, Änis Ben-Hatira und – man mag es kaum glauben – Sandro Wagner. Heute unterscheiden sich Neuer, Hummels und Boateng von ihren damaligen Kollegen Wagner und Ben-Hatira vor allem in einem: Während erstere nach der U-21-EM erst so richtig in ihre Karriere starteten, ging es für die beiden letztgenannten weniger glorreich weiter. Ben-Hatira entschied sich bald für die A-Nationalmannschaft Tunesiens und Wagner... Nun ja, Wagner ist ein Kapitel für sich.

HerthaAn diesem Länderspiel-Wochenende lagen zudem noch mehrere hundert Kilometer Luftlinie zwischen den frischgebackenen Weltmeistern und den Talenten von einst. Schließlich müssen die Adlerträger in Warschau einen wichtigen Schritt machen, um ihre nächste Mission erfüllen, nämlich die Qualifikation für die EM 2016 in Frankreich. Wagner und Ben-Hatira hingegen durften mit ihrer Hertha in einem lockeren Testspiel gegen den FC Erzgebirge Aue (ehemals Wismut Aue) antreten. Klar wäre Warschau schöner gewesen. Aber es gibt gewiss schlimmere Freitagsaktivitäten als einen Test gegen die Sachsen.

Ort des Geschehens: das schöne Amateur-Stadion von Hertha BSC, in dem die Zuschauer nur einige Zentimeter von der Seitenauslinie trennen. Im Schatten des mächtigen Olympiastadions begannen die Teams lauffreudiger als zu erwarten gewesen wäre. So bekamen die 920 Zuschauer „für umme“ eine abwechslungs- und temporeiche Anfangsphase zu sehen, in der vor allem Aue zu überraschen wussten.

HerthaSo ging Wismut nicht ganz unverdient in der 16. Minute durch Dorian Diring, der wie seine Mannschaftskameraden Oliver Schröder und Solomon Okoronkwo einst bei der Hertha unter Vertrag stand, in Führung. Nach dem Tor war das Spiel von vielen Fehlern geprägt. Auffallend war, dass sich kein Spieler aus der zweiten Garde der Hausherren in den Vordergrund spielen konnte. Plattenhardt blieb nach vorne hin blass und hinten anfällig; Niemeyer fiel durch Fehlpässe und schwache Zweikampfführung auf; auch Hegeler hatte keinen guten Tag erwischt. Sandro Wagner hingegen war die Lust am Spielen anzumerken, bisweilen zeigte er auch spielerisch gute Ansätze – dabei blieb es aber auch meist. Schade für ihn, dass er bei seinem vermeintlichen Ausgleichstreffer im Abseits stand.

Beim Spielstand von 0:1 ging es dann in die Kabinen und die Zuschauer konnten sich dem Geschehen auf der Haupttribüne widmen, wo zahlreiche Hertha-Profis und solche, die es mal waren, bestaunt werden konnten. Neben Thomas Kraft und Johannes van den Berg zeigte sich der gut gelaunte, aber immer noch auf Krücken laufende Sebastian Langkamp den Fans. Von der alten Garde waren unter anderem Michael Preetz, Hendrik Herzog, Ante Covic und der legendäre Axel Kruse anwesend.

RonnyMit Antreiber Ronny, der den glücklosen Stocker ersetzte, trat die Alte Dame in der zweiten Hälfte gefährlicher auf, ohne aber zwingender zu werden. Dem fleißigen Ben-Hatira fehlte bei seinen zwei Hereingaben von rechts, die auch als Schüsse interpretiert werden konnten, nicht nur Glück. Als aber bei den Gästen in der Schlussphase die Kräfte zu schwinden schienen schlug Hertha doch noch zu. Nach einem tollen Pass von Ronny umspielte Wagner Aues Keeper Kirschbaum und netzte locker ein. Wer? Richtig, Wagner. Seinen Robodance performte der Hühne zwar nicht. Die Mienen auf den Rängen hellten sich aber trotzdem auf. Wenig später war dann auch Schluss. Man trennte sich schiedlich-friedlich mit 1:1.

Im Anschluss bedankten sich die Hertha-Profis artig bei den zahlreichen Fans für ihr Kommen in dem sie fleißig Autogramme schrieben und für Fotos bereitstanden. Der eine oder andere Zuschauer – auch aus Aue war eine Handvoll zugegen – gönnte sich noch 'ne Curry oder 'ne Boulette zu Preisen, wie sie bei Hertha-Punktspielen schon lange nicht mehr existieren und beim netten Plausch mit Ben-Hatira, Ronny und Co. ging es Richtung Kabinentrakt an der Hans-Braun-Straße.
Es ist zu spüren gewesen, dass sich ein Großteil der Anhänger nach dem Spiel wünschte, jede Länderspielpause würde für solch einen netten Anlass genutzt werden. Änis Ben-Hatira und Sandro Wagner dürften das anders gesehen haben. Spätestens Samstagabend vor der Glotze.

Fotos: Matthias Dehmel

> zur turus-Fotostrecke: Hertha BSC

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