FC St. Gallen vs. FC Basel: St. Gallener schenken Ultras Sieg zum Jubiläum

LB 06 Oktober 2014
 
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FC St. Gallen vs. FC Basel: St. Gallener schenken Ultras Sieg zum Jubiläum

St. GallenAm 4. Oktober 2014 gastierte der amtierende Meister der Super League beim FC St. Gallen in der AFG Arena. Der Spatenstich für die 19.568 Zuschauer fassende Arena sowie für die ums Stadion gebaute Shopping Arena erfolgte am 14. September 2005. Die Kosten für den kompletten Neubau beliefen sich mal eben auf 340 Millionen Franken, was in etwa 220 Millionen Euro entspricht. Es ist das erste Stadion in der Schweiz gewesen, welches vollständig nach einem kommerziellen Unternehmen benannt wurde. Offiziell eröffnet wurde es am 5. Juli 2008, als der FC St. Gallen auf eine Legendenauswahl traf. Der heutige Spieltag stand für die Gastgeber unter einen besonderen Stern. Denn die Hauptgruppe aus St. Gallen, die den Namen „Green Power“ trägt feierte ihr 10-jähriges Jubiläum und wollte eben diesem Jubiläum einen würdigen Rahmen bereiten. 

FC BaselDas Stadion war mit knapp 17.000 Zuschauer ebenso würdig gefüllt, jedoch nicht vollends ausverkauft. Unter ihnen waren etwa 700 Fans aus Basel, welche geschlossen mit dem Sonderzug angereist waren. Bereits vor Anpfiff zeigten die Anhänger auf den Rängen lauthals, was sie voneinander hielten. Brachiale Hassgesänge von beiden Seiten hallten durch das Rund. Pünktlich zum Anpfiff der Partie enthüllte die Heimseite eine Green Power Zaunfahne, welche vor der gesamten Tribüne prangte. Zeitgleich wurde die gesamte Hintertortribüne mit Folien in ein strahlendes Grün versetzt. Eine Blockfahne mit dem Symbol der Gruppe wurde ebenfalls hochzogen. Unter lauten Gesängen und Applaus auf den Rängen wurden um die Blockfahne 10 Fackeln angerissen. Wenig später wurde hinter dem Stadion dann noch eine Batterie gezündet, die das gesamte Bild mehr als nur abrundete.

St. gallenIm Gästeblock dagegen wurden mehrere Fahnen im Block verteilt und Konfetti sowie Luftschlangen in den Vereinsfarben in die Luft geworfen. Dies gab ebenso ein vernünftiges Bild ab. Die Partie startete vom fußballerischen Niveau ähnlich gut wie das Niveau auf den Rängen war. In der zehnten Minute wurde schließlich das eigentliche Banner von „Green Power“ über die Tapete mit derselben Aufschrift von der Choreo gehisst. Dies wurde ebenfalls wieder mittels Fackeln untermalt. Es gab zwar wenige große Chancen auf beiden Seiten jedoch sahen die erschienenen Zuschauer eine temporeiche und starke Partie. Die beste Chance der ersten Hälfte hatte Yannis Tafer nach etwa 30 Minuten. Er setzte sich gegen zwei der Verteidiger durch und verpasste den Treffer nur haarscharf. Brenzlig wurde es auf der anderen Seite vor allem in der Nachspielzeit der Partie. Embolo scheiterte zunächst mit einem schönen Lupfer am glänzend agierenden Herzog und auch der Nachschuss von Thrier landete nicht im Netz, sondern in den Armen des Torwarts. So ging es torlos aber unter Applaus in die Pause.

St. GallenDas Intro der zweiten Hälfte fiel dann noch imposanter als das der ersten Hälfte aus. Bereits in der Pause wurde eine Vielzahl an Fahnen im Block verteilt, was schon auf eine Aktion seitens der Leute um Green Power schließen ließ. Damit war jedoch nicht genug und es wurde eine Blockfahne über die gesamte Tribüne enthüllt, auf der ihr Gruppen-Logo, das ihrer Freunde der Szene E aus Reutlingen sowie viele weitere Symbole gemalt waren, die sie über das Gruppenbestehen begleiteten. So zierte die Blockfahne unter anderen ihre Fortbewegungsmittel, Fackeln, Rauchtöpfe, Trommel, Megaphon und viele weitere Symbole. Vor dem Block wurde währenddessen das nächste Spruchband enthüllt mit der Aufschrift „im Zeichen von Wille, Stolz und Euphorie“. Als die Blockfahne dann runterging, war ein riesiges Meer aus grün-weißen Fahnen zu sehen und das nächste Spruchband mit der Aufschrift „Ultras sterben nie“ zierte fortan den Block. Dieses wunderbare Bild wurde mit allerhand Rauch in Grün-Weiß sowie Fackeln aus Sicht der Ultras perfekt gemacht.

St. GallenDas Spiel war währenddessen schon lange wieder im Gange und es zeigte sich ein ähnliches Bild wie in Hälfte eins. In der 56. Minute fiel ein Treffer für die Gäste aus Basel, ausgerechnet durch den ehemaligen St. Gallener Davide Callá. Nach einer missglückten Abseitsfalle und einer perfekten Hereingabe erzielte er den Treffer. Es hallten ein lauter Torjubel sowie Gesänge der Heimseite „Ausgerechnet dieser Judas“ durch das Stadion. Seine Krokodilstränen und der anschließende unrühmliche Abgang nach dem Abstieg werden ihm bis heute viele Fans nicht verziehen haben. Vor allem, weil der Verein ihm nach seiner schweren Verletzung nicht fallen ließ. Ausgerechnet Callás erzielte in der 77. Minute wieder einen Treffer, welcher jedoch aufgrund einee Abseitsstellung zurecht aberkannt wurde. St. Gallen wollte unbedingt den Ausgleich und warfen alles nach vorne. Der Meister aus Basel ließ der Heimmannschaft hierfür auch viel Platz zum Kombinieren. Um das Spiel weiter anzukurbeln, wechselte der Trainer in der 60. Minute zwei neue Spieler ein. Das fruchtete beinahe bereits vier Minuten später, doch der eingewechselte Cavusevic traf nach einen Kopfball nur die Latte.

Der nächste Wechsel folgte in der 80. Minute und ab da an drückten die St. Gallener richtig nach vorne. Mathys spielte den Ball zur Mitte auf Rodriguez, der den Ball wunderbar mit der Brust annahm und auf Cavusevic weiterleitete. Dieser versenkte den Ball in der Drehung ins untere rechte Eck. Somit waren alle eingewechselten Spieler am Tor beteiligt. Und dass ausgerechnet Cavusevic den Treffer erzielte zum Ausgleich, ist Ironie des Schicksals. Denn er wurde ähnlich wie Callá nach seiner langen Verletzung nicht fallen gelassen. In der Nachspielzeit erzielte Bunjaku dann per Fernschuss nach einer Ecke das 2:1 aus Sicht der Heimseite. Das Stadion war komplett am Toben und der Stachel der Wut saß bei den mitgereisten Fans tief. Viele von ihnen kletterten auf den Zaun, aber nicht darüber hinaus. Auf der Gegenseite feierten die Fans und ihr Team noch lange über den Abpfiff hinaus. Am kommenden Wochenende finden die Länderspiele statt und somit haben beide Teams ein spielfreies Wochenende, bevor es am 18. und 19. Oktober wieder zur Sache geht.

Text & Fotos: Lucas Ba.

Zur turus-Fotostrecke: Fußball in der Schweiz

Inhalt über Klub(s):
Spielergebnis:
2:1
Zuschauerzahl:
16.366
Gästefans
700
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War alles dabei was den Fussball ausmacht.

R
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Mit den Namen harperts noch ein bisschen. Und das 2:1 war wohl eher ein Abstauber wie ein Fernschuss. Ansonsten beste Unterhaltung!

Btw: Calla du Hure!!!

G
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Glückwunsch nach Sankt Gallen!

R
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