F.C. Hansa Rostock vs. Hallescher FC: Verbalgefechte und verdienter Gästesieg

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MB 06 September 2014
F.C. Hansa Rostock vs. Hallescher FC: Verbalgefechte und verdienter Gästesieg

HFCDie Fahrt der Hallenser Reisegemeinschaft hoch an die Küste verlief die letzten Male immer wieder alles andere als reibungslos. So fühlten sich bei der vergangenen Anreise nicht wenige HFC-Fans wie in einem Viehwaggon – und davon ganz abgesehen erreichte ein Großteil der Anhängerschaft erst in der Halbzeitpause das Stadion. Dieses Mal war nicht mal klar, ob man überhaupt die Hansestadt Rostock erreichen würde, denn am Samstagvormittag legte ein landesweiter Streik diverse Bahnstrecken lahm. Welche Linien genau betroffen sein würden, gab die Gewerkschaft der Lokomotivführer im Vorfeld nicht bekannt. Überraschungspaket zum Wochenende – und das nicht nur für Fußballfans.

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HFCMorgenstund hat Gold im Mund. Bereits in aller Herrgottsfrühe standen die Hallenser Fußballfreunde auf und setzten sich bereits weit vor 5 Uhr in den Regionalexpress. Gerüchte kursierten. Diesen Zug würde man wohl durchfahren lassen, auch wenn ab sechs Uhr der Streik beginnen würde. Tat er aber nicht. Zwangspause am Bahnhof Berlin-Südkreuz. Rund zwei Stunden Aufenthalt, ein Bahnsteigwechsel inklusive. Aber! Schnell sickerte die Nachricht durch: Die Hallenser erreichen mit einigen befreundeten Fans des 1. FC Lok Leipzig gegen 12 Uhr Rostock. High Noon in der Hansestadt, der Polizeihelikopter kreiste bereits über Stadionareal und Innenstadt.

HansaAm Rostocker Fanhaus schlürften indes etliche Rostocker gemütlich ein Bierchen und schoben sich eine Bratwurst rein. Pläuschchen halten. Heute werde das nicht so wild. Die Saalefront werde gewiss die Füße still halten und dem verhassten HFC-Vorstand nicht weitere Steilvorlagen liefern. Und Apropos Bier. Bereits im Vorfeld wurde bekanntgegeben, dass es dieses Mal im Gästeblock keine Verkaufsstände geben werde. Kein Bier. Keine Frikadellen. Einfach nichts. Nachdem es beim letzten Auftritt arg gescheppert hatte, blieben dieses Mal die Klappen unten.

LokWas den Gästeblock betrifft, so wurde von 800 verkauften Tickets gesprochen. Optisch sah es zwischen 600 und 700 aus, doch aufgrund der Breite des Blocks ist die Anzahl der angereisten Fans in Rostock stets schwer einzuschätzen. Fakt ist, dass auch etliche Lok-Fans ihr Plätzchen in erster Reihe eingenommen hatten und sich lautstark am Support beteiligt hatten. Insgesamt waren es 9.500 Zuschauer, die den Weg ins Rostocker Stadion auf sich genommen hatten. Zwar war die Südtribüne wie immer gut gefüllt, doch auf den anderen Rängen klafften große Lücken. Dass die 10.000er Marke nicht geknackt wurde, lag an einem einzigen Punkt: Das grottenschlechte 1:3 gegen Aufsteiger SG Sonnenhof Großaspach. 8.000 Rostocker waren an jenem Dienstagabend restlos bedient. Und das zurecht. Dass beim heutigen Spiel gegen den HFC die Südtribüne von Beginn an so gut aufgelegt war, lag sicherlich am 2:0-Sieg beim 1. FSV Mainz 05 II, als an einem Freitagabend der Gästeblock rockte und die Mannschaft auf dem Rasen guten Einsatz zeigte.

HansaZum Spiel gegen Halle kann man aus Rostocker Sicht nur eins sagen: Auf den Rängen hui, auf dem Rasen pfui. Die Mannschaft zeigte eine extrem schwache Leistung – und das vor allen Dingen in der Offensive. An den eigenen Fans lag es nicht, denn diese zogen den Support mit hoher Beteiligungsquote bis zur 90. Minute durch. Erst in der Nachspielzeit verstummte die Südtribüne und man hörte nur die feiernden HFC-Fans. Dem Halleschen FC genügte ein durchschnittlicher Auftritt, um beim F.C. Hansa drei Punkte einzufahren. Den Treffer des Tages erzielte Akaki Gogia im zweiten Spielabschnitt und als Hansa in der Schlussphase etwas nach vorne drückte, hätten die Gäste gut und gern auf 2:0 oder gar 3:0 erhöhen können.

HansaGern würde ich mehr zum Geschehen auf dem Rasen schreiben, doch was nutzt es, wenn der F.C. Hansa nicht eine einzige wirklich hochkarätige Tormöglichkeit erspielte? Ohne Frage, das Geschehen auf den Rängen war weitaus spannender! So lieferten sich in der Halbzeitpause ein paar Rostocker Old-School-Hools von der Gegengerade aus ein paar Verbalgefechte mit den Hallensern und versuchten diese aus der Reserve zu locken. Ein paar jüngere HFC-Fans hingen an der Plexiglaswand und ein älterer Hallenser zeigte eindrucksvoll, dass er sein Bein noch durchaus heben kann. Und zwar auf Schulterhöhe. Alles kein Problem, denn etwas weiter unten saß ja eine ganze Batterie Zivilpolizisten.

HFCDer Einsatz von Pyrotechnik blieb dieses Mal aus und auch zu Auseinandersetzungen kam es nicht. Zwar liefen nach Abpfiff ein paar Rostocker auf der Südtribüne in Richtung Pufferzone, doch auf Gästeseite blieb es bei einem kleinen Zaunsturm und einem detonierenden Böller. Jede Seite gab der anderen noch ein paar „gute Worte“ mit auf den Weg, wenig später konnte der Fußballnachmittag in aller Ruhe ausklingen gelassen werden. Recht schmecken mochte das Bier den Rostockern jedoch nicht. Daheim sieglos im Jahr 2014. Das muss man sich mal vorstellen. Auch im 14. Anlauf gelang kein Heimsieg – und das bei solch einer großartigen Unterstützung von der Süd aus.

SuptrasAcht Punkte aus acht Partien – das ist die magere Ausbeute der laufenden Saison. Während die SG Dynamo Dresden und der Chemnitzer FC in der 3. Liga derzeit oben gut dabei sind, dümpelt der F.C. Hansa in den Niederungen herum. In einer Woche müssen die Rostocker bei den Himmelblauen des CFC ran – wenn es auch dort eine Niederlage setzt, winkt die Abstiegszone. Und gegen Bielefeld darf mit einer Zuschauerzahl von 7.000 gerechnet werden – trotz auch dann gut gefüllter Südtribüne ...

Fotos: Marco Bertram

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Spielergebnis:
0:1
Zuschauerzahl:
9.500
Gästefans
700

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Wieder so eine grauenhafte Saison. Und dabei hat sie gerade mal begonnen. Und schon ist klar, das wird nüscht. Manno!!!

M
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