FC Viktoria 1889 vs. SV Tasmania Berlin: Favoritensieg vor überaus passabler Kulisse

MB 05 Juni 2014
FC Viktoria 1889 vs. SV Tasmania Berlin: Favoritensieg vor überaus passabler Kulisse

Mum ViktoriaDas Finale des Berliner Pilsner Pokals war am Mittwochabend längst angepfiffen, da strömten noch immer Zuschauer auf die Ränge des Jahn-Sportparks. Nicht dass mal eben 10.000 Fans das weite Rund füllten, doch für ein Finale ohne echten Zuschauermagneten wurde es eine wirklich passable Kulisse. Links und rechts der Haupttribüne mussten die geöffneten Bereiche erweitert werden. Die Partie zwischen Viktoria 1889 und dem SV Tasmania zog recht gut und kam beim Berliner Fußballpublikum durchaus positiv an. Kein Vergleich zur mageren Resonanz (1.237 Zuschauer) vor zwei Jahren beim Finale SC Gatow vs. Berliner AK 07. Dieses Mal waren es knapp 3.500 Fußballfreunde, welche die Haupttribünenseite ordentlich füllten.

PokalVon der Anzahl her dürfte es Halbe-Halbe gewesen sein, was die jeweilige Anzahl der Unterstützer betraf. Optisch wussten die Anhänger des Regionalligisten FC Viktoria 1889 – mit kleiner Choreo und Spruchbändern – mehr zu überzeugen. Akustisch konnte jedoch – und das vor allen Dingen während der überaus hitzigen Schlussphase – die Anhängerschaft des Sechstligisten SV Tasmania Berlin klare Vorteile für sich verbuchen. Neben den eingefleischten Fans und Vereinsmitgliedern der beiden Finalisten konnte zahlreiche Anhänger diverser anderer Klubs ausgemacht werden. Babelsberger, Tebe-Fans, Fußballfreunde des 1. FC Union und des BFC Dynamo und sogar des FC Hansa Rostock – allesamt schauten sich friedlich das Pokalfinale an, wobei die meisten neutralen Zuschauer eher dem Underdog die Daumen drückten. Tasmania Berlin gegen Eintracht Frankfurt? Dieses Wiedersehen nach über 48 Jahren – am 30. April 1966 standen sich die beiden Vereine am 31. Bundesligaspieltag im Berliner Olympiastadion gegenüber – wünschte sich der eine oder andere Sportsfreund sehr.

TasDass der Berliner Pokalsieg und somit der Einzug in den DFB-Pokal für den SV Tasmania trotz des Klassenunterschiedes im Rahmen des Möglichen sein würde, war vor dem Finale kein Geheimnis. Zum einen kickte Tasmania im Halbfinale den Regionalligisten Berliner AK raus, zum anderen spielten die Jungs aus Neukölln eine beeindruckende Rückrunde in der Berlin-Liga. In dieser ist der Aufstieg in die Oberliga noch möglich, falls Tabellenführer Hertha Zehlendorf noch Federn lässt. Und von Beginn zeigte Tasmania am gestrigen Abend, dass der Pott geholt werden soll. Ohne Furcht ging es zur Sache – und siehe da, die besseren Torchancen hatte in der ersten Halbzeit der Sechstligist! „Wie geil ist Tas denn?“, war passenderweise auf einem angehängten Spruchband zu lesen. In der 20. Minute prüfte Waled Enani den Viktoria-Keeper Marcus Rickert mit einem satten Schuss. Nur vier Minuten später die nächste fette Möglichkeit für den Außenseiter, doch auch dieses Mal war Rickert auf dem Posten.

JSPNachdem Tasmania nach 27 Minuten über die linke Seite kommend noch eine gute Chance hatte, schlug drei Minuten später der Regionalligist zu. Eine Ecke, ein präziser Kopfball von Murat Doymus an den Innenpfosten, 1:0 für Viktoria. Tasmania ließ sich jedoch nicht beirren und hatte kurz vor der Pause die riesige Möglichkeit zum Ausgleich. Zu Beginn des zweiten Spielabschnitts fehlte ganz klar der Schwung. Viktoria spielte seine Routine aus und kam in der 66. Minute zum 2:0, Torschütze war Tim Lensinger. Nun schien das Ganze unspektakulär und etwas müde enden zu wollen. Doch weit gefehlt! Schlagartig kam Würze in die Partie! Und zwar eine ordentliche Portion! Zuerst zeigte der Schiedsrichter in der 77. Minute auf den Punkt und Tasmania-Spieler Salvatore Rogoli konnte per Elfer auf 1:2 verkürzen.

ViktoriaIm Anschluss wurde es auf dem Rasen immer ruppiger. Tasmania drückte auf den Ausgleich, dabei ging es mächtig zur Sache und Viktoria-Kapitän Ümit Ergirdi ließ sich zu einer Tätlichkeit hinreißen. Gerangel und Gewusel auf dem Platz. Trainer und Betreuer rannten auf den Platz. Die Tasmania-Fans feuerten ihr Team an, Tasmania-Trainer Abu Nije war nun richtig auf Betriebstemperatur. So sehr, dass mal eben ein Viktoria-Spieler an der Außenlinie sein Bein zu spüren bekam. Die logische Folge: Er wurde in die Katakomben geschickt. Von den Tasmania-Fans wurde er indes frenetisch gefeiert. Noch war die Partie nicht zu Ende. Noch einmal kam Tasmania. Nach einer Ecke ging ein Kopfball über die Latte, unmittelbar vor Schluss lenkte der Viktoria-Keeper den Ball über das Tor. Der Ausgleich wollte nicht fallen und der FC Viktoria 1889 durfte schließlich mit seinen Fans ausgelassen den Pokalsieg feiern.

Fotos: Marco Bertram

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> zur turus-Fotostrecke: Berliner Pokalfinale 2014

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Spielergebnis:
2:1
Zuschauerzahl:
3.486

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