RWE gegen MSV: Duisburg gewinnt feurigen Pokalabend in Essen

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R 09 April 2014
Jubel der MSV Fans und Spieler

Oft spielten Rot-Weiss Essen und der MSV Duisburg bisher nicht gegeneinander (insgesamt 30 Mal), aber wenn sich die beiden Traditionsvereine trafen, dann waren es fast immer emotionale Spiele - so wie am gestrigen Abend an der Essener Hafenstraße. Rückblickend hatten meist die Zebras die Nase vorn, wie beispielsweise in der ersten DFB-Pokalrunde am 15. August 1997, als die Blau-Weißen mit 2:1 an der Essener Hafenstraße gewannen und am Ende sogar das Finale in Berlin gegen Bayern München erreichten. Ungleich dramatischer gestaltete sich die Situation am 20. Mai 2007 in der 2. Bundesliga, als der MSV sich mit seinem 3:0-Heimsieg über RWE den Erstligaaufstieg sicherte und Essen in die dritte Liga abstieg. Das war auch das letzte Mal, dass sich die beiden Klubs in einem Pflichtspiel begegneten.

Dass nun das erste offizielle Wiedersehen gerade das Halbfinale des Niederrheinpokals im seit Wochen (erstmals) ausverkauften neuen Stadion (20.000 Zuschauer - 5.000 Gäste) Essen war, hätte sich wohl auch kein Fan erträumt. Ein Sieg gegen den Rivalen, und am Ende der Gewinn des Pokals (der Finalist ergibt sich aus der Partie TV Jahn Hiesfeld und KFC Uerdingen) wäre für beide Klubs aufgrund der damit verbundenen DFB-Pokalteilnahme ein versöhnlicher Abschluss der Saison. Obwohl der MSV Duisburg mit dem Erreichen des vierten Platz in der dritten Liga automatisch qualifiziert wäre.

Vielleicht in Gedanken bei dieser Option, spielte - anders als erwartet - in der ersten Halbzeit nicht der Drittligist, sondern vor allem der Regionaligist Rot-Weiss Essen groß auf. Auch wenn es nur zu zwei richtigen Chancen reichte, schien es so, als ob die Rot-Weissen ihre Fans für die verkorkste Sasion entschädigen wollte. Stimmlich hatten die MSV-Fans vor allem am Anfang von der Lautstärke her gesehen die Oberhand, die RWE Fans mussten anscheinend ersteinmal warm werden. Trotz der Chancen vor allem durch den Essener Samuel-Marian Limbasan geht es mit einem 0:0 in die Pause.

Die zweite Hälfte begann mit einem Feuerwerk seitens der MSV-Fans, die ordentlich Pyrotechnik (Bengalos, Rauchbomben, Böller und Raketen) abbrannten, um ihrem Team einzuheißen. Die Spieler schienen dies zu verstehen und spielten nun engagierter als noch in der ersten Hälfte. In der 50. Spielminute zog eine Schlechtwetterfront über das Stadion, der Stimmung tat dies keinen Abbruch. MSV-Mann Kingsley Onuegbu hatte in der 60. Spielminute das 1:0 auf dem Fuß, aber RWE-Schlußmann Daniel Schwabke konnte dies vereiteln. Chancen nun auf beiden Seiten. Ab der 69. Spielminuten verlagert sich das Geschehen dann vom Spielfeld auf die Ränge, bzw. in den Heimbereich der Essener. Eine Rakete flog aus der "West" und eine größere Anzahl vermummter Fans, die gerade ins Stadion kamen, positionierten sich hinter einem Banner "Rot Weiss Essen Hooligans" und präsentieren in Rauch gehüllt ein wohl "gezogenes" MSV Banner. Anders als noch beim Heimspiel gegen Hansa Rostock (wir berichteten), blieben die MSV-Fans ruhig. Kurze Zeit später öffnet sich ein Tor zum Innenraum im Essener Heimbereich, aber die Polizei hatte dies im Vorfeld schon geahnt und sich entsprechend positioniert und verhinderte so einen möglicherweise geplanten Platzsturm. Auch auf der Gästeseite positionierte sich die Polizei, das Spiel wurde für 30 Minuten unterbrochen.

Nach der Zwangspause nahm das Spiel nach Wiederanpfiff Fahrt auf, aber die größte Chance hatten gleich zwei RWE-Spieler in der Schlussminute: Erst traf Max Dombrowka den Pfosten, dann klärte ein Duisburger Spieler den Nachschuss von Samuel-Marian Limbasan auf der Linie: Verlängerung und ein Glücksgriff von RWE-Trainer Marc Fascher, der Alexander Langlitz brachte, der sich in der 94. Spielminute mit ein Kunstschuss zum 1:0 bedankte. Das Essener Stadion stand förmlich Kopf. Nun spielte der MSV, war aber nicht drückend überlegen und hatte kaum Chancen. Erst kurz nach dem Seitenwechsel hilft dem Meidericher SV eine Standardsituation. Pierre de Witt versenkt in der 107. Spielminute einen Freistoß in der linken Ecke des Tors. RWE kaum geschockt, kommt durch Markus Heppke in der 111. Minute fast zur erneuten Führung, aber der Duisburger Torwart Michael Ratajczak konnte gerade noch klären. Am Ende trafen sich die Spieler zum Elfmeterschießen vor der Gästetribüne und hier zeigte sich zum ersten Mal, dass der MSV eine Liga höher spielt: Alle Essener Spieler verschießen und Duisburg steht damit im Pokalfinale.

Fazit: Ein Klassenunterschied war kaum erkennbar und hätte RWE die ganze Saison annähernd so gespielt wie am gestrigen Abend, wäre die Spielzeit ein wenig anders verlaufen. Für Duisburg wartet nun entweder der KFC Uerdingen oder TV Jahn Hiesfeld und in der kommenden Saison mit großer Wahrscheinlichkeit die erste DFB-Pokalrunde und vielleicht ein attraktiver Gegner in der MSV Arena.

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Spielergebnis:
1:4 (nach Elfmeterschießen)
Zuschauerzahl:
20.000
Gästefans
5000

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