FC Vysocina Jihlava vs. 1. FC Slovacko: Lebenszeichen im Tabellenkeller

F 02 Dezember 2013
Tschechien

JihlavaJihlava ist eine 50.000 Einwohner zählende Stadt in der Mitte Tschechiens, inklusive Umkreis sind es etwa doppelt so viele. Es ist die älteste Bergbaustadt des Landes, im Jahre 799 wurde hier erstmalig Silber gefördert, die Stadt wurde zu einer der mächtigsten im damaligen Königreich. Später gewannen Handel und Gewerbe an Bedeutung, v.a. die Tuchmacherei. Nachdem die Bergwerke erschöpft waren, wurden sie schließlich Ende des 18. Jahrhunderts zugeschüttet und sind heute überwachsen. Heute ist ein großer Teil der arbeitenden Bevölkerung in der Industrie tätig, u.a. im Maschinenbau oder der Verarbeitung von Metall, Holz oder Leder.

TschechienUnd am Wochenende gibt es die Möglichkeit, Erstligafußball zu sehen – zumindest noch für diese Saison, denn der FC Vysočina Jihlava ist in seinem zweiten Gambrinus Liga Jahr (vorher 6x zweite Liga) mitten im Abstiegskampf und schmückt derzeit den letzten Tabellenplatz. Zuletzt gab es eine 0:5 Klatsche, die einen Trainerwechsel zur Folge hatte. Aber nicht nur das: als Entschädigung zahlte die Mannschaft heute für den Eintritt, Dauerkarteninhaber bekamen immerhin eine Wurst spendiert. Insgesamt fanden so 2.975 Fans den Weg ins Stadion, das insgesamt eine gute Auslastung hat. Zugegeben, mit einer offiziellen Kapazität von nur 4.082 ist dies auch recht leicht möglich. Im Schnitt kamen in dieser Saison bisher 3.351, das entspricht ungefähr dem Vorjahr, wobei ausverkaufte Spiele gegen Sparta Prag oder Viktoria Pilsen den Wert etwas nach oben ziehen.

TribüneDie Architektur des Stadion v Jiráskově ulici ist ein interessanter Hybrid aus den alten, charmanten Stadien des Landes und den modernen Arenen, die nach und nach Einzug halten. Kein Teil ist wie der andere: da ist eine alternde Haupttribüne, dieser gegenüber eine auf einem Funktionsgebäude aufgesetzte Minitribüne, und schließlich eine echte Kurve hinter dem Tor, wenn auch nur mit wenigen Stufen. Doch hinter dem anderen Tor thront eine massive neue geradlinige Sitzplatztribüne die einen Ausblick auf das gibt, was aus diesem Stadion mit entsprechenden Investitionen (gemäß ursprünglicher Pläne) werden könnte – eine Identikit“ Standard-Arena.

HerzenIn solch einer spielt bereits der heutige Gast, der 1. FC Slovacko aus dem Tabellenmittelfeld. Der Verein ist aus dem äußersten Südosten des Landes, gut zwei Autostunden. Diese Reise haben heute etwa 60 Fans angetreten. Und auch wenn die noch „echte Fankurve“ hinter dem Tor nur wenige Stufen hat, wirkte dieses kleine Grüppchen ein wenig verloren. Immerhin wussten sie durch Fahnenschwenken, ein wenig Silvesteroptik, Gesängen und einer kleinen Choreo auf sich aufmerksam zu machen.

Im kleinen Ultra-Eck der Heimseite standen etwa 150 Personen, die mit einer Trommel und dem psychodelisch bunten Igel-Club-Maskottchen unterstützt fast durchgängig sangen und zwischendurch auch einmal farbigen Rauch in den Innenraum warfen. Etwas mehr davon gab es nach Abpfiff, um den Sieg der Mannschaft gebührend zu feiern.

PyroDieser war durchaus verdient, das Spiel sah auch nicht nach Abstiegskampf aus, sondern eher nach Mittelfeldgedümpel auf beiden Seiten, was für Jihlava wohl eher ein gutes Zeichen ist, für Slovacko weniger. Viel fiel beiden Teams nicht ein – die Gastgeber erzielten ihre Tore in kurzem Abstand in der ersten Halbzeit (36., 39.) und verlegten sich im zweiten Durchgang auf Konter die mitunter gefährlich waren aber nicht konzentriert zu Ende gespielt wurden. Slovacko erhöhte zwar den Druck, aber ging recht einfalsslos vor. mehr als der Anschlusstreffer (72.) wäre da auch nicht verdient gewesen. Damit erhöht Jihlava den Druck auf die Prager Teams Slavia und Bohemians 1905, die jetzt zwischenzeitlich auf die Abstiegsränge rutschen.

Fotos: Felix Natschinski

> zur turus-Fotostrecke: Fußball in Tschechien

Auch auf www.facebook.com/GroundhoppingEtc und www.GroundhoppingEtc.com berichtet Felix über seine Stadionbesuche, u.a. in Berlin, London, Tschechien und den Niederlanden.

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Spielergebnis:
2:1
Zuschauerzahl:
2.975
Gästefans
60
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