Anadoluspor Berlin 1970 II vs. SV Adler Berlin: Tumulte und Spielabbruch auf der Lohmühleninsel

Anadoluspor Berlin 1970 II vs. SV Adler Berlin: Tumulte und Spielabbruch auf der Lohmühleninsel

 
5.0 (3)
R 25 April 2022

Lohmühleninsel?! Anadoluspor?! War da nicht mal was? Richtig. In der Saison 2018/19 ging es in der Kreisliga A bei beiden Aufeinandertreffen zwischen Anadoluspor Berlin 1970 II und dem FC Polonia Berlin hoch her. Nachdem das Hinspiel bei Polonia dermaßen hitzig war, gab es beim Rückspiel auf dem Kunstrasenplatz auf der Lohmühleninsel einen extra Spielbeobachter vom Verband und etwas mehr "Begleitschutz" auf Seiten des FC Polonia Berlin. Eine 20-minütige Spielunterbrechung sollte es damals dennoch geben...

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Drei Jahre später wurde es wieder heiß auf der Lohmühlensinel. Jedoch war dieses Mal nicht der FC Polonia Berlin, sondern der SV Adler Berlin zu Gast. Fangen wir indes von vorne an. So ging es nach meinem Besuch am letzten Mittwochabend in den Brandenburger Speckgürtel dieses Mal die fünfzehn Minuten Bus- und Fußweg zum in Kreuzberg gelegenen Sportplatz Lohmühleninsel, wo am Nachmittag die Partie der neunklassigen Kreisliga A Staffel 2 Berlin zwischen Anadoluspor Berlin 1970 II und dem SV Adler Berlin auf dem Programm stand. 

 

Dort etwas mehr als eine Stunde vor Anpfiff ankommen, genoss man noch die zweite Halbzeit der mehr als unterhaltsamen achtklassigen Bezirksliga-Partie zwischen der ersten Mannschaft von Anadoluspor 1970 und der SG Rotation Prenzlauer Berg, welche die Heimelf doch verdient mit vier zu zwei für sich entscheiden konnte. Da ahnte ich noch nicht, dass ich vom eigentlichen Spiel nicht einmal solange etwas haben sollte. 

 

Doch erstmal die sportliche Voraussetzungen für diese kommende Partie. Und hier hieß es höchste Abstiegsnot gegen (noch) leise Aufstiegshoffnungen. Die Heimelf, die nach dem erzwungen Rückzug des bisherigen Schlusslichts NSC Marathon nun zumindest sportlich auf dem letzten Platz lag, konnte zwar zwei ihrer letzten fünf Spiele gewinnen, dies jedoch gegen das ebenfalls stark abstiegsbedrohte Wacker Lankwitz II und gegen das eben genannte Marathon. Dennoch lag man vor diesem Spieltag mit 14 Punkten und 22 Spielen, 40:111 Toren und acht Punkten Rückstand auf das rettende Ufer auf dem fünfzehnten Platz und braucht so schon ein kleines Wunder, zur Rettung.

Dagegen schielen die heutige Gäste vom SV Adler Berlin noch auf den Aufstieg, lag man doch aktuelle vor diesem Spieltag mit 45 Punkten aus 22 Spielen, 101:49 Toren und sechs Punkten Rückstand zum ersten Aufstiegsplatz von TuS Makkabi II auf dem vierten Platz, musste somit aber auch zwingend gewinnen, wollte man weiter an diesen Traum glauben.

 

Den Anfang machte jedoch völlig überraschend der Außenseiter von Anadoluspor, welcher bereits nach zwei Minuten nach einem Ballverlust zu einem Konter nutzte und im Eins gegen Eins aus zehn Metern die 1:0-Führung erzielen konnte. Diese sollte aber nicht lange halten, denn bereits vier Minuten später war es ein wunderbarer Kunstschuss von Adler Berlin vom rechten Strafraumrand ins lange Eck, der zum 1:1 Ausgleich führte. Wiederum nur drei Minuten später war es eine Kombination und ein Abschluss aus Nahdistanz, der mit dem 2:1 dieses Spiel zugunsten des Favoriten drehte.

 

Anadoluspor gab aber nicht auf, doch etwas Zählbares sprang dabei nicht raus, und man merkte den Frust der Gastgeber, welche mit der Zeit stetig zunahm. Etliche Schiedsrichterentscheidungen wurden harsch kritisiert und dies in einem Maße, welches später gravierende Folgen haben sollte. 

 

Erstmal sorgte jedoch das 3:1 nach zwanzig Minuten nach einem Konter und der folgenden Eins-gegen-eins-Situation für die Vorentscheidung, ehe sieben Minuten darauf mit einem Ballverlust Anadoluspors nahe des eigenen Strafraums und des folgenden Angriffs das 4:1 für die Gäste erfolgte. Dies sollte es dann leider auch sportlich gewesen sein, denn nun kam der eigentlich skandalöse Teil des Nachmittages...

 

Der Frust auf Seiten des Gastgebers nahm zu und fand seinen Höhepunkt kurz nach dem 4:1 der Gäste nach einer knappen halben Stunde, als es nach einem an sich harmlosen Zweikampf zu Ungunsten der Gastgeber zu massiven Beschimpfungen des Trainers und Co-Trainers gegen den Schiedsrichter kam, welche mit roten Karten gegen mindestens einen der beiden endete. Daraufhin kam es in der Folge zu weiteren Beschimpfungen, Bedrohungen und auch (laut Augenzeugen der Gäste) Tritten und wohl einem Schlag in den Nacken oder an den Hinterkopf. 

 

Da die Tumulte auch zu körperlichen Angriffen gegen den Unparteiischen führten, blieb in meinen Augen der Abbruch der Partie die einzig richtige Entscheidung. Doch auch als das Spiel bereits abgebrochen war, mussten einige aggressive Spieler von Anadoluspor immer noch von den eigenen Leuten zurückgehalten werden, während der Schiedsrichter (auch beschützt von den Gästespielern) das Feld verließ. Auf unrühmliche Art und Weise fand dieses Kreisligaspiel ein mehr als bitteres Ende. Man darf nun gespannt sein, welche Folgen dieser Spielabbruch für Anadoluspor haben wird.

 

Erstaunlicherweise blieb es drumherum völlig ruhig. Die Hitze des Gefechts war somit nur auf dem Platz festzustellen. Eingerahmt von zwei Kanälen und einer alten Industrieanlage stahlt diese Sportanlage prinzipiell eine Tiefenentspannung aus. Dass dieser erste Eindruck täuschen kann, wurde beim gestrigen Heimspiel gegen den SV Adler Berlin deutlich. Leider konnte man beim Anblick der hässlichen Szenen nur den Kopf schütteln und nach etwas über eine halben Stunde wieder den Heimweg antreten...

Bericht & Fotos: Jannek81 / Groundhopping Berlin und Co. (externer Link)

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