Wintermeister Rot-Weiss Essen besiegt Straelen trotz Störfeuer aus Münster und vom Kapitän

Wintermeister Rot-Weiss Essen besiegt Straelen trotz Störfeuer aus Münster und vom Kapitän

 
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KH 18 Dezember 2021

Kling Glöckchen, klingelingeling, Kling Glöcken kling … RWE wird Meister, Wuppertal nur Zweiter, Grote nur Dritter, ach wie ist das bitter. Kling Glöckchen klingelingeling […]!“ Der Weihnachtsklassiker von den heute nach Straelen mitgereisten RWE-Fans schnell und passend zur aktuellen Situation umgedichtet. Während sich vor ein paar Tagen die rot-weissen Fans noch auf die letzte Partie des Jahres gegen den diesjährigen Angstgegner von der niederländischen Grenze freuten, rumorte es seit gestern Abend in der Fangemeinde. Ein Gerücht über einen vorzeitigen Abgang des „Kapitän der Hafenstraße“ Dennis Grote zum ärgsten Ligekonkurrenten Preußen Münster machte die Runde und ließ fassungslose Fans zurück. Fußball bei Rot-Weiss Essen geht halt nicht ohne Aufregung.

Dabei könnten die Rot-Weiss Essen Fans eigentlich super gelaunt in die Festtage gehen. Durch den heutigen Sieg beim diesjährigen Angstgegner den SV Straelen festigte RWE die Tabellenführung und begeht den Jahreswechsel am Platz an der Sonne. Der SV Straelen da war doch was? Ja genau. Dreimal spielte der Klub vom Stadion an der Römerstraße in diesem Jahr schon in Essen und dreimal unterlagen die Essener Klubs.



Während vor knapp vier Wochen in der dritten Runde des Niederrheinpokals der Bezirksligist (siebte Liga) Adler Frintrop nah an der Sensation gegen den Regionalligsten dran war und nur mit 3:1 verlor, ging Rot Weiss Essen im ersten Heimspiel der Saison am 20. August 2021 gegen die grün-gelben mal so richtig baden. Das erste Mal nach der Geisterspiel-Saison wieder vor Zuschauern und direkt eine 1:4 Heimpleite. 1,5 Jahre war RWE in der Liga zu Hause ungeschlagen und dann spielte der SV Straelen den Spielverderber. Eigentlich war Rot-Weiss gewarnt, kegelte der Klub doch RWE im Elfmeterschießen aus dem Niederrheinpokal der letzten Saison und zog selber ins Finale ein.



Für heute war der Gast vom „Stadion an der Hafenstraße“ gewarnt und legte entsprechend gut los sehr zur Freude der zahlreich mitgereisten Fans. Dass überhaupt Gästefans bei dem Spiel dabei sein durften lag an der findigen Organisation bzw. optimalen Ausnutzung der Corona-Schutzverordnung durch den SV Straelen. Ein wirklich starker Move des Klubs aus dem Kreis Kleve: Denn normalerweise hätten von den 3.500 möglichen nur 1.200 Zuschauer im Stadion Platz gefunden und das nur auf der Heimseite ohne Öffnung der Gästeblöcke. Der SV Straelen reduzierte kurzerhand die Kapazität auf 999 und konnte so 50 Prozent der Karten für den Gästeblock RWE überlassen.





Alle Tickets fanden reißenden Absatz und das Spiel war entsprechend ausverkauft wobei sich auch viele Fans von Rot-Weiss Essen auf der Heimtribüne einfanden. Und nicht nur die nutzten die Gelegenheit zum Jahresabschluss bei einer gekühlten Hopfenkaltschale noch einmal Fußball hautnah zu erleben, sondern auch zahlreiche niederländischen Fußballfans, die mal schnell mit dem Fahrrad über die Grenze geradelt kamen. In den Niederlanden findet Fußball aktuell ohne Zuschauer statt. Eine ganz entspannte Fußballatmosphäre bei Wurst und Bier bei der alle auf ihre Kosten kamen.



Wobei eigentlich nur die erste Hälfte in Sachen Chancenvielfalt richtig sehenswert war und die zweite eher in die Kategorie „Geholze“ („Ich und mein Holz“) fiel. Direkt nach drei Minuten hätte es im Kasten der Straelener klingeln müssen als Isaiah Young seinen Teamkollegen Cedric Harenbrock bediente dieser aber am SVS-Torhüter Robin Udegbe scheiterte. Dem Schlussmann des SVS ist es auch zu verdanken, dass das Spiel nicht schon frühzeitig entschieden war. Angriff um Angriff fuhr Essen auf das Gehäuse von Udegbe. Die sicherlich größte Chance auf die Führung hatte dann Isaiah Young der nach einer Flanke von Felix Bastians den Ball aus drei Meter Entfernung nur an die Latte köpfte.

Die Chancenverwertung war zum sprichwörtlichen Haare raufen. Aber als alle mit einem 0:0 Pausenstand rechneten wurschtelte der Essener Torjäger Simon Engelmann den Ball nach einer Ecke doch noch über die Linie. 1:0 für RWE. Ab in die zweite Halbzeit und die wirklich beste Chance in dieser Hälfte hatte Zlatko Janjic direkt nach Anpfiff. Völlig freistehend musste er nur noch ins das leere Tor treffen, aber er traf den Ball nicht. Eine ähnliche Situation hatte Isaiah Young wenige später der dann aber am Straelener Schlussmann scheiterte.



Wer vorne die Dinger nicht macht, der wird bestraft. Alte Fußballweisheit, kennt man ja. Und plötzlich wie aus dem nichts Elfmeter für Straelen, die kaum einen vernünftigen Spielfluss auf dem „Acker“ zustande brachten. Aber Essen hatte Glück, Straelen vergab die Chance zum Ausgleich und am Ende – man muss es so schreiben – zitterte sich RWE trotz einer überlegenen ersten Hälfte zum 1:0 Auswärtssieg.

Jetzt ist erst einmal Winterpause. Weiter geht es am 23. Januar. Direkt ein Spitzenspiel mit Vorentscheidungscharakter. Im „Stadion an der Hafenstraße“ erwartet Rot-Weiss Essen den Wuppertaler SV, aktuell zweiter der Regionalliga West. Ob dann der „alte“ Kapitän Dennis Grote mit von der Partie ist oder suspendiert von der Tribüne zuschauen muss ist noch nicht klar. In einer Pressemeldung von RWE teilen die Vereinsverantwortlichen mit, dass an den gestern aufkeimenden Gerüchten etwas dran sei. Demnach habe Grote RWE darüber informiert, das Preußen Münster an einem Wechsel von ihm zur kommenden Winterpause interessiert sei. Natürlich hat der Verein diesen Wechsel zum direkten Konkurrenten eine Absage erteilt und dazu Dennis Grote erst einmal bis zum Jahresende vom Trainings- und Spielbetrieb freigestellt.  Der ehemalige Kapitän habe nun Gelegenheit sich über seine kurz- und mittelfristige berufliche Zukunft klar zu werden, erklärte der Verein in der Mitteilung.

Eine komplett 100% richtige Entscheidung der Verantwortlichen wenn auch zu Lasten von RWE und Spieler. Es ist natürlich richtig dass jemand wie Dennis Grote, der ja nun mit 35 Jahren zwar nicht mehr im „besten Fußballeralter“ ist, die Saison bei Rot-Weiss Essen aber bisher durchgespielt hat, sich um seine Zukunft Gedanken macht, auch nach der Profi-Karriere. Das ist richtig und es war auch bekannt, dass er im Münsterland lebt und ja schon früher für Preußen Münster (2012-2014) kickte. Trotzdem kam dieser Wunsch der beruflichen Veränderung zu einem ungünstigen und vor allem unmöglichen Zeitpunkt. Wenn Preußen Münster ihm eine langfristige berufliche Karriere ermöglicht, dann wäre dies doch auch zum Ende der Saison möglich und nicht mitten im Meisterschaftsbetrieb.

Da nun alle Karten auf den Tisch liegen, ist nun auch klar wer von der ganzen Aktion am meisten profitiert: Preußen Münster. Man könnte das ganze auch so auslegen: Mit einem Kniff Unruhe beim Konkurrenten in Gang gebracht. Im Schlimmsten Fall wird Grote nicht mehr für RWE auflaufen und auf der Tribüne absitzen und Münster kann sich für den „Move“ abfeiern: Den Konkurrenten geschwächt ohne die eigene Gehaltsliste zu strapazieren.

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Inhalt über Klub(s):
Spielergebnis:
0:1
Zuschauerzahl:
999
Gästefans
500

Ligen

Inhalt über Liga
Regionalliga
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Gut beschrieben. Das ist echt ein Ding mit Münster & Grote.

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Schei** Münster!

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