Sparta Lichtenberg vs. SC Charlottenburg: Ein sattes 6:4 und die Tabellenführung in der Fischerstraße

Sparta Lichtenberg vs. SC Charlottenburg: Ein sattes 6:4 und die Tabellenführung in der Fischerstraße

 
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MB 23 November 2021

Sparta, Sparta - war da nicht was? Die einen werden sich noch an den Sportplatz Ecke Hauptstraße / Kynaststraße erinnern, den man von der S-Bahn aus kurz vor dem Einfahren am Bahnhof Ostkreuz wunderbar sehen konnte. An dem alten Funktionsgebäude prangte unübersehbar die rot-weiße Fahne des SV Sparta. Inzwischen befindet sich dort eine Brache bzw. eine Baustelle, auf der neue Eigentumswohnungen hochgezimmert werden. Die anderen werden indes sagen: Sparta? War da nicht mal was mit Hansa Rostock?

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Richtig! Am 15. Juli 2015 fand auf dem Sportplatz in der Fischerstraße ein Freundschaftsspiel zwischen den ersten Mannschaften des SV Sparta Lichtenberg und des F.C. Hansa Rostock statt. Der Hintergrund des Ganzen: Die beiden Techno-Musiker / DJs Paul Kalkbrenner und K-Paul spielten kurz zuvor beim Benefizspiel „Marteria & Friends vs. Paule & Friends“ im Rostocker Ostseestadion mit.

 

Paul Kalkbrenner spendete im Rahmen dieses ausverkauften Benefizspiels 10.000 Euro für das Projekt „Für Hansas neue Helden“. Als Dankeschön trat der F.C. Hansa Rostock zu einem Freundschaftsspiel beim SV Sparta - Herzens- und Heimatverein von Paul Kalkbrenner und K-Paul - an. Vor 1.000 Zuschauern (ausverkauft) plus paar weiteren Hansa-Fans auf dem Lärmschutzwall gab es ein unterhaltsames 2:11 zu sehen, bei dem K-Paul mit seinem Treffer für einen genialen Abschluss und vor Freude sausende Bierbecher sorgte. 

 

Über sechs Jahre später verschlug es mich mal wieder in die Fischerstraße. Kreise schließen sich sozusagen. Ich wohne inzwischen im einstigen Heimatbezirk meiner Großeltern in Friedrichsfelde - und zudem darf ich mich unter anderen beruflich in den kommenden Monaten ausführlich mit der Historie des 1911 ins Leben gerufenen SV Sparta Lichtenberg auseinandersetzen. Am 3. Juni 1911 hatte der 17-jährige Schriftsetzer Wilhelm Wendt bei der Behörde des Kreises Niederbarnim den Verein als „Sparta Sportliche Vereinigung e.V.“ angemeldet. Zwei Jahrzehnte später machte der Verein als Sparta Lichtenberg im Arbeitersport von sich reden. So stand Sparta Lichtenberg am 29. August 1931 im Finale der Meisterschaft Kampfgemeinschaft für Rote Sporteinheit. Vor 15.000 Zuschauern auf dem Norden-Nordwest-Platz in Berlin-Gesundbrunnen hatte es Sparta mit dem Dresdner SV 1910 zu tun und musste sich nach 2:0-Führung knapp mit 2:3 geschlagen geben.

 

Zu DDR-Zeiten gab es etliche Umbenennungen. Anfangs wurde als SG Sparta Lichtenberg, BSG Sparta-Siemens Lichtenberg, BSG Sparta Berlin sowie BSG Sparta Lichtenberg gespielt, nach dem Einstieg des Berliner Rundfunks als Trägerbetrieb im Jahre 1973 wurde als BSG Sparta Berlin - Rundfunk der DDR der Ball rollen gelassen. Nach dem Fall der Mauer wurde aus der BSG der SV Sparta Lichtenberg, welcher in der Folgezeit zwischen Landesliga und Verbandsliga (Berlinliga) pendelte. Zuletzt wird seit 2017 nonstop in der Berlinliga gespielt. In der zurückliegenden abgebrochenen Saison 2020/21 war Sparta hinter Eintracht Mahlsdorf auf Rang zwei zu finden, und auch in der laufenden Spielzeit ist Sparta Lichtenberg ganz oben mit dabei.

 

Am vergangenen Sonntag empfing der SC Sparta den SC Charlottenburg, und rund 100 Zuschauer hatten sich bei typischem Herbstwetter auf der Sportanlage eingefunden. Das Vereinsheim blieb aufgrund der in den Innenräumen geltenden 2G-Regel geschlossen, und gespielt wurde auf dem hinteren Kunstrasenplatz. Das klingt im November nicht allzu erbaulich, doch wurden hinten ein Imbisswagen und ein Zelt mit mehreren Bierbänken aufgebaut. Von Wurst und Bier bis zu Zitronentee und Glühwein gab es alles zu haben. So ließ es sich aushalten.

 

Langweilig wurde es sowieso nicht. Bereits nach sechs Minuten konnte Sparta-Spieler Milos Dujkovic den Ball im SCC-Gehäuse unterbringen. Kurz vor der Pause konnte Yannick Mastalerz zum 2:0 nachlegen, doch meldete sich in der 45.+1. Minute der SC Charlottenburg in Form des Anschlusstreffers von Kian Niromaand zurück. Dieser machte unmittelbar nach dem Pausentee mal gleich den Ausgleich klar, doch stellte nur wenige Minuten später Joshua Lang mit seinen beiden Treffern die 2-Tore-Führung wieder her. 

 

Was für ein verrücktes Spiel! Und es ging munter weiter! In der 71. Minute war Lukas Rehbein mit dem Tor zum 5:2 zur Stelle, neun Minuten später erzielte Jannis Steinert das 3:5 aus Sicht der Charlottenburger. Eng wurde es nicht mehr. In der 85. Minute machte Toni Kaftan das 6:3 für die Lichtenberger. War’s das? Nein, noch nicht ganz. In der 90.+5. Minute drosch Kian Niromaand aus kurzer Distanz einen Freistoß unter die Latte. Die Zuschauer unter der Überdachung mit dem Bier und und dem Glühwein in der Hand staunten nur. 

 

So oder so - der SV Sparta Lichtenberg hat die zwischenzeitliche Tabellenführung erobert. Zwar haben die Füchse Reinickendorf noch zwei Nachholspiele zu absolvieren, doch mundet den Lichtenbergern der aktuelle Blick auf die Tabelle ganz gewiss. Und was die Füchse betrifft, so schauen wir am heutigen Abend auf dem Wackerplatz beim Pokalspiel gegen den Berliner AK 07 vorbei.

Fotos: Marco Bertram

> zur turus-Fotostrecke: SV Sparta Lichtenberg

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Spielergebnis:
6:4
Zuschauerzahl:
100

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